Das Winterhalbjahr steht vor der Tür. Die Tage werden merklich kürzer, die Nächte länger und die Straßen zunehmend zu einer Herausforderung für alle Verkehrsteilnehmer. Vor allem Radfahrer sind zwischen Oktober und März besonders gefährdet.

Gerade im Herbst sollten Radfahrer statt dunkler Kleidung auf helle Signalfarben umsteigen. Ein Helm sollte prinzipiell zur Grundausstattung ebenso dazu gehören wie eine helle Beleuchtung. Wenn es einen Radweg gibt, muss dieser genutzt werden. Gehwege sind tabu. Gibt es keinen Radweg müssen die Fahrradfahrer auf der Straße fahren.
Gerade im Herbst sollten Radfahrer statt dunkler Kleidung auf helle Signalfarben umsteigen. Ein Helm sollte prinzipiell zur Grundausstattung ebenso dazu gehören wie eine helle Beleuchtung. Wenn es einen Radweg gibt, muss dieser genutzt werden. Gehwege sind tabu. Gibt es keinen Radweg müssen die Fahrradfahrer auf der Straße fahren. | Bild: Hahne, Jochen

Radler haben Rechte und Pflichten

So wie Autofahrer auch haben Fahrradfahrer bestimmte Rechte und Pflichten, über die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) informiert. Darüber hinaus gibt der ADFC Tipps, wie man sein Fahrverhalten in der kalten Jahrezeit anpasst. Vor allem auf nassem Herbstlaub ist Vorsicht geboten. Radfahrer sollten ihr Tempo reduzieren und in Kurven weder treten noch bremsen, rät der Fahrrad-Club. Wenn sich Bremsen nicht vermeiden lasse, sollte frühzeitig und maßvoll gebremst und ruckartige Lenkbewegungen vermieden werden.

Video: Lea Spormann

Das Fahrrad sollte gut in Schuss sein

Die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) schreibt vor, dass ein Fahrrad mit bestimmten Teilen ausgestattet sein muss, um als verkehrssicher zu gelten. Dazu gehören neben einer Klingel und funktionierenden Bremsen auch eine Lichtanlage und Reflektoren.

Moderne LED-Leuchten sind deutlich heller und auffälliger als die konventionellen Glühlampen mit Dynamo.
Moderne LED-Leuchten sind deutlich heller und auffälliger als die konventionellen Glühlampen mit Dynamo. | Bild: Rodgers, Kevin

Vorgeschrieben sind laut ADFC ein weißer Frontscheinwerfer sowie ein rotes Rücklicht, sowie je ein roter und weißer Reflektor. Die Scheinwerfer können auch batteriebetrieben sein. Außerdem sind Reflektorstreifen auf den Reifen oder zwei gelbe Speichenreflektoren pro Rad vorgeschrieben.

Die Bremsen sollten gut eingestellt sein und fest zupacken.
Die Bremsen sollten gut eingestellt sein und fest zupacken. | Bild: Rodgers, Kevin

Die Bremsen sollten nach Gefühl eingestellt werden. Wenn die Bremskraft nachlässt, sollte entsprechend nachjustiert werden. Scheibenbremsen sollten stets frei laufen, ohne zu schleifen. Bei V-Bremsen empfiehlt sich je nach Verschleiß ein Wechsel der Bremsklötze.

Die Kette sollte stets sauber und gut geölt sein.
Die Kette sollte stets sauber und gut geölt sein. | Bild: Rodgers, Kevin

Auch die Kette sollte regelmäßig gereinigt und geölt werden. Zur Reinigung kann Benzin verwendet werden, das entfettend wirkt. Anschließend muss die Kette erneut großzügig geölt werden. Auch die Ritzel am Hinterrad sollten gereinigt werden.

Doch nicht nur die Fahrweise, auch die Kleidung ist im Winter noch wichtiger als im Sommer. Helle Jacken in auffälligen Farben erhöhen die Sichtbarkeit im Straßenverkehr, so der ADFC. Dazu rät auch Martin Vetter, Besitzer des Fahrradgeschäfts Tour in Villingen. "Ich bin für leuchtende Kleidung beim Fahrradfahren. Lieber aussehen wie ein Straßenfeger als nicht gesehen werden und verunglücken", erklärt Vetter.

Video: Lea Spormann

Polizei bemüht sich um Prävention

Auch die Polizei unternimmt große Anstrengungen, um präventiv auf die Gefahren beim Radfahren aufmerksam zu machen. Vor allem Jugendliche und Senioren auf Pedelecs zählen zu den Hauptzielgruppen, erklärt Michael Ilg vom Polizeipräsidium Tuttlingen. "Der Schwarzwald-Baar-Kreis liegt mit 8,3 Unfällen auf 10 000 Einwohner im unteren Drittel der Unfallstatistik", so Ilg. Er arbeitet vor allem darauf hin, dass mehr Menschen einen Sturzhelm tragen.

SÜDKURIER-Praktikantin Lea Spormann probiert einen orangefarbenen Helm. Er ist gut sichtbar und hat zusätzlich ein leuchtendes Dreieck am Hinterkopf.
SÜDKURIER-Praktikantin Lea Spormann probiert einen orangefarbenen Helm. Er ist gut sichtbar und hat zusätzlich ein leuchtendes Dreieck am Hinterkopf. | Bild: Lea Spormann

"Je sportlicher die Radler unterwegs sind, desto öfter tragen sie einen Helm. Leider nimmt die Bereitschaft zum Helmtragen mit dem Lebensalter ab", erklärt Ilg. Das sei kritisch, weil es viele ältere Bürger gebe, die sich nach Jahren wieder auf ein zumeist elektrisch unterstütztes Fahrrad schwingen. Weil diese jedoch schneller sind und ungewohnt zu fahren sind, geschehen verhältnismäßig viele Unfälle.

Der Helm sollte gut sitzen, weder zu locker noch zu fest.
Der Helm sollte gut sitzen, weder zu locker noch zu fest. | Bild: Lea Spormann

Grundsätzlich besteht die Pflicht zur Nutzung eines Radwegs dann, wenn ein blaues Schild aufgestellt ist. Gehwege sind tabu. Doch auch auf der Straße ist Vorsicht geboten. Autofahrer sind zwar verpflichtet, beim Überholen anderthalb Meter Abstand zu halten. In der Praxis wird dies jedoch oft nicht eingehalten. Wenn es allzu brenzlig wird, hilft nur absteigen.