Wenn am Montag die Schule wieder anfängt und übernächste Woche auch die Erstklässler eingeschult werden, stellt sich für viele Eltern die wichtige Frage: Wie kommt mein Kind sicher in die Schule?

Schulweg an den Hauptverkehrsadern

Diese Frage stellt sich auch Rebecca Rösch. Ihr Sohn Finn wird übernächsten Montag eingeschult. Dann wird er jeden Morgen gut einen Kilometer von seinem Elternhaus im Wohngebiet Welvert bis zur Villinger Südstadtschule laufen. Ein Gutteil des Schulweges führt an der Dattenberg- und der Saarlandstraße entlang – große, teils vierspurige Hauptverkehrsadern der Stadt. Unterwegs lauern einige Gefahrenpunkte, die es zu meistern gibt. Deshalb übt Finn zusammen mit Bruder Jascha und seinem besten Freund Neven schon vorab den Weg zur Schule.

Mama Rebecca Rösch läuft mit Neven und ihren Söhnen Jascha und Finn vorab den Weg zur Villinger Südstadtschule zur Übung ab.
Mama Rebecca Rösch läuft mit Neven und ihren Söhnen Jascha und Finn vorab den Weg zur Villinger Südstadtschule zur Übung ab. | Bild: Kevin Rodgers

Helle Kleidung und Signalfarben

Schon zuhause im Flur werden erste Vorbereitungen getroffen. Um auch bei Regenwetter oder in der Morgendämmerung gut erkannt zu werden, trägt Finn eine leuchtend rote Jacke. Auch der hellgrüne Schulranzen von Neven sticht gleich ins Auge. Alle drei Jungs haben helle Reflektorstreifen an ihren Rucksäcken, die das Licht der Scheinwerfer gut zurückwerfen. Mit den Reflektoren und der bunten Kleidung ist sichergestellt, dass Autofahrer die Kinder auf dem Weg in die Schule gut sehen können.

Zusammen in die Schule laufen

Auf den ersten Metern des künftigen Schulwegs erklärt Mama Rebecca Rösch, worauf es ihr ankommt. "Mir ist wichtig, dass die Jungs lernen, dass sie ein Team sind und zum Beispiel auf dem Gehweg an der Straße nicht streiten." Außerdem hält sie es für sinnvoll, dass die Kinder in kleinen Gruppen zusammen in die Schule laufen. "Das ist ja nicht nur der Verkehr, sondern auch die Gewissheit, dass sie nicht alleine sind." Auch dass Eltern ihre Sprösslinge in der ersten Zeit begleiten, findet Rebecca Rösch sinnvoll. "So kann man die Gefahrenpunkte zusammen ablaufen und einüben."

Neven, Finn und Jascha wissen Bescheid: Wer über den Zebrastreifen möchte, sollte die Hand ausstrecken und warten, bis die Autos anhalten. Erst dann ist das Überqueren der Straße wirklich sicher. In den kommenden Wochen werden viele Erstklässler auf ihrem neuen Schulweg unterwegs sein. Autofahrer sollten besonders vorsichtig fahren.
Neven, Finn und Jascha wissen Bescheid: Wer über den Zebrastreifen möchte, sollte die Hand ausstrecken und warten, bis die Autos anhalten. Erst dann ist das Überqueren der Straße wirklich sicher. In den kommenden Wochen werden viele Erstklässler auf ihrem neuen Schulweg unterwegs sein. Autofahrer sollten besonders vorsichtig fahren. | Bild: Kevin Rodgers

Zebrastreifen und Ampeln benutzen

Die größte Gefahr auf Finn und Nevens Schulweg ist der dichte Verkehr auf den Straßen. An der großen Kreuzung von Vöhrenbacher Straße und Saarlandstraße müssen die Jungs in Zukunft über die vierspurige Straße. Zwei Zebrastreifen und zwei Fußgängerampeln sollen dabei helfen. Am Zebrastreifen wird die Hand ausgestreckt und gewartet, bis die Autos halten. Erst dann ist der Weg über die Straße frei. Und an der Ampel heißt es: "Rot heißt stehen, grün heißt gehen!"

Einmal fest auf den großen gelben Knopf hauen: Wie die Fußgängerampel an der Dattenbergstraße anspringt, zeigt Jascha seinem großen Bruder Finn und seinem Freund Neven.
Einmal fest auf den großen gelben Knopf hauen: Wie die Fußgängerampel an der Dattenbergstraße anspringt, zeigt Jascha seinem großen Bruder Finn und seinem Freund Neven. | Bild: Kevin Rodgers

Die Polizei wird massiv kontrollieren

Vorsorglich weist die Polizei darauf hin, dass die Beamten zum Schulanfang verstärkt Kontrollen in den sensiblen Bereichen durchführen wird. Fehlverhalten werde konsequent geahnet. So wird die Geschwindigkeit auf stark frequentierten Schulwegen kontrolliert, die Gurtpflicht durchgesetzt, Falschparken vor Schulen geahndet und Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer zur Anzeige gebracht. Die Polizei weist darauf hin, dass Kinder die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind und fordert die Autofahrer zu besonderer Rücksicht auf. Zudem werden Polizeibeamte an Unfallschwerpunkten präventiv präsent sein.

Nicht mit dem Auto zur Schule fahren

Die Polizei empfiehlt den Eltern, keine Fahrdienste für ihre Kinder zu übernehmen. "Nur so lernen Kinder, sich selbstständig und sicher im Straßenverkehr zu bewegen", so die Polizei. Außerdem würden die Kolonnen der Eltern-Taxis vor den Schulen vermieden, die auch eine Gefahr darstellen. Und nicht zuletzt haben die Polizeibeamten auch einen ganz pragmatischen Tipp parat: "Frische Luft und Bewegung am Morgen machen munter und sind ein optimaler Start in den Schultag."