Der Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar hat jetzt den neuen Band 61 der „Schriften der Baar“ vorgestellt. Neben Buchsbesprechungen, den Rückblicken auf das Vereinsgeschehen und -nachrichten gibt es wieder ein vielfältiges Programm von neun Beiträgen und Aufsätzen – sechs historische und drei naturwissenschaftliche.

Im historischen Teil gibt es dieses Mal einen eindeutigen Schwerpunkt: das kulturelle Leben in der Residenzstadt Donaueschingen mit drei Beiträgen. Von Andreas Wilts, dem Leiter des Fürstlich Fürstenbergischen Archivs, stammt der Aufsatz „Zwischen höfischer Tradition und Biedermeier – Das kulturelle Leben der Residenzstadt Donaueschingen im 19. Jahrhundert unter Fürst Karl Egon II. (1817 – 1954)“. Auf ein aktuelleres Ereignis geht der Beitrag zurück, den die freischaffende Künstlerin Karolin Braig beigesteuert hat: Unter dem Titel „Museum wurde es immer schon genannt …“ schreibt sie über „ein Kunstprojekt an der Brigach“ und berichtet über ihre Ausstellung im Museum Art.Plus, über die Geschichte des Museumsgebäudes, in dem sie zahlreiche Zitate von Donaueschingern über ihre Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Museumsgebäude verarbeitet hat. Einen dritten Beitrag zur „Donaueschinger Musik“ legt Hugo Siefert unter dem Titel „Im Zeichen eines mutigen Aufbruchsgeistes: Donaueschingens Musik Mitte des 20. Jahrhunderts“ vor, der im Wesentlichen von den Erinnerungen des Autors als Gymnasiast des Fürstenberg Gymnasiums an die Geschehnisse um die neuerstandenen Musiktage unter der Regie des SWF gespeist sind. Wolfgang Heitner hatte einen Aufsatz zur jüngeren Geschichte Villingens unter dem Nationalsozialismus in den Schriften der Baar 2017 herausgebracht. Als Ergänzung über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg geht es nun um „Villingen in der Nachkriegszeit – Besatzung, Entnazifizierung, Neuanfang“. Peter Graßmann geht mit seinem Beitrag weit in die Vergangenheit Schwenningens zurück, wenn er „Eine archäologische Forschungsgeschichte“ unter dem Titel „Als Schwenningen seinen Boden entdeckte“ vorlegt.

Eine Serie von Berichten über Schülerkarten um die Zeit der Jahrhundertwende bis hin zum Ersten Weltkrieg setzt Ulf Wielandt mit „Schülerkarten aus Triberg“ fort. Die naturkundlichen Abhandlungen eröffnet ein Aufsatz Lothar Ullmanns, der das wohl größte gegenwärtige Zukunftsprojekt auf der Baar zum Thema hat: „Prüf- und Technologiezentrum der Daimler AG in Immendingen – Natur und Kultur in der Region mit zukunftsweisender Technik verbinden“. Ulsamer ist Leiter der „Kommunalen und Föderale Projekte“ der Daimler AG. Die Redaktion der „Schriften“ weist darauf hin, dass wohl der gewaltige Eingriff in die Landschaft nachvollziehbar hinterfragt werden könne, man aber eine Plattform in der Diskussion um die Problematik bieten wolle. Teil 3 zu seiner Geschichte des Röhlinwaldes bei St. Georgen bringt nun Wolf Hockenjos unter dem Titel „Vom Zankapfel zum Vorzeigeobjekt – eine forstgeschichtliche Fährtenlese“. Einen interessanten Einblick in die Vogelwelt, der auch außergewöhnliche bildliche Einblicke gewährt, geben Hartmut und Gabi Ebenböh und Helmut Gehring in ihrem Beitrag „Die Kornweihe als Durchzügler und Wintergast der auf der Baar – Beobachtungen an einem langjährigen Schlafplatz“.

 

Der Band 61 der Schriften der Baar kostet 20 Euro. Er kann über die Geschäftsstelle des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar (78166 Donaueschingen, Schulstr. 6, Telefon 0771 92 94 205 oder Email (info @baarverein.de) bezogen werden.