Zu den Plänen für ein Schweizer Atommülllager nahe der deutschen Grenze gibt es offenbar neue Informationen. Eine Informationsveranstaltung findet am Donnerstag, 31. Januar, 19 Uhr, in Jestetten statt. Nach Informationen des Landratsamtes Schwarzwald-Baar gibt es dabei Informationen von Schweizer Seite zum Bundesratsentscheid sowie zum weiteren Vorgehen. Danach bestehe Gelegenheit zur Diskussion.

Um eine Teilnahme für die Bürger aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis an dieser Informationsveranstaltung zu erleichtern, wird ein kostenloser Bus-Transfer angeboten. Landrat Sven Hinterseh werde ebenfalls an dieser Veranstaltung teilnehmen. Abfahrt ist um 17.30 Uhr am Landratsamt. Eine Zustiegsmöglichkeit besteht um 18 Uhr an der Stadthalle in Blumberg. Mit einer Rückkehr ist gegen 22.30 Uhr an der Stadthalle in Blumberg und gegen 23 Uhr am Landratsamt zu rechnen.

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Der Schwarzwald-Baar-Kreis und die Stadt Blumberg hoffen, dass sich "möglichst viele Teilnehmer aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis an dieser Informationsveranstaltung beteiligen", wie es in einer Mitteilung der Kreisbehörde heißt. „Das Thema wird uns noch viele Jahrzehnte auch im Schwarzwald-Baar-Kreis beschäftigen. Vor dem Hintergrund der möglichen Auswirkungen eines Atommülllagers in nur 20 Kilometer Entfernung zum Schwarzwald-Baar-Kreis und einer über Jahrtausende notwendigen Endlagerung müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, dieses Vorhaben kritisch zu begleiten,“ so der Erste Landesbeamte Gwinner.

Am 21. November des vergangenen Jahres hat der Schweizer Bundesrat die zweite Etappe der Standortsuche für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle in der Schweiz abgeschlossen. Dabei hat er entschieden, dass die bereits bekannten drei Standortgebiete Jura Ost, Nördlich Lägern und – für den Schwarzwald-Baar-Kreis besonders bedeutsam – Zürich Nordost in der jetzt diskutierten dritten Etappe weiter auf ihre Eignung als Endlager untersucht werden sollen. Dieser Entscheidung des Schweizer Bundesrates war eine breite Anhörung auch der deutschen Öffentlichkeit vorausgegangen. In der Zeit vom November 2017 bis März 2018 sind dazu 1555 Stellungnahmen eingegangen, davon allein 1120 aus Deutschland.

Wie kritisch Deutschland das Auswahlverfahren auf Schweizer Seite und die dabei gefundenen Ergebnisse, insbesondere zur Platzierung der Oberflächenanlagen und die Beteiligung Deutschlands, sieht, wurde in zwei Informationsveranstaltungen im Januar 2018 in Hohentengen und Waldshut-Tiengen sehr deutlich. Die Platzierung von Oberflächenanlagen nur wenige hundert Meter von der deutschen Grenze entfernt und in bester Einsehbarkeit von Deutschland aus, aber deutlich abgerückt von Schweizer Gemeinden, wie auch die Defizite an einer gleichwertigen Beteiligung Deutschlands im Auswahlverfahren und in der regionalen Partizipation waren die meistgenannten Kritikpunkte.

Aus organisatorischen Gründen sollten Interessierte sich vorab verbindlich bis Freitag, 25. Januar, für den Bus-Transfer anmelden. Anmeldungen sind per Telefon, 07721/9137020, oder per Email unter tiefenlager@Lrasbk.de möglich.