Wenn die Dampflok 50-2988 einmal Fahrt aufnimmt, wird es laut. Sie bietet Technik pur, die Fans der Dampflok-Sonderfahrten hautnah mit allen Sinnen erleben können. Organisiert werden die besonderen Fahrten von den Eisenbahnfreunden Zollernbahn. Dabei geht die Zugfahrt von Rottweil über Villingen nach Hausach und zurück nach St. Georgen.

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Bereits am Vortag wird die alte Güterzuglokomotive der ehemaligen Deutschen Bahn im Bahnbetriebswerk Rottweil vorbereitet und angeheizt. „Das geht auch schneller, wir lassen uns aber viel Zeit mit dem Anheizen, damit wir noch lange Freude an dieser Lok haben“, so Zugführer Markus Schmidt. Es stampft und raucht mächtig, als sich die schwere Dampflok in Bewegung setzt.

Bild: Hans-Juergen Goetz

Diese Lokomotive wurde 1942 gebaut und war noch bis 1979 im regelmäßigen Einsatz. Danach wurde sie grundüberholt und kam 1986 zu den Eisenbahnfreunden Schwarzwald-Baar, die damit heute den Sonderzug über Villingen und die Schwarzwaldbahn bis nach Hausach und zurückfahren dürfen. Dabei kommt Technik zum Einsatz, die die Herzen von Dampflok-Fans höher schlagen lässt. So wie diese Instrumente.

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Oder diese Regler:

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Einer dieser Dampflok-Liebhaber ist Dietmar Rubin: Er wurde bereits als Kind vom Eisenbahnvirus befallen und fährt fast bei jeder Dampflok-Sonderfahrt auf der Schwarzwaldbahn mit. Ihn fasziniert die Technik dieser alten Maschinen, deren Kraftentfaltung der 1625 PS man hier noch hautnah fühlen und riechen kann.

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Bevor es nun auf große Fahrt geht, kuppelt Thomas Zimmermann die Dampflok an die D-Zug Wagen. Er ist eigentlich E-Lokführer in Stuttgart, auf dieser Fahrt aber der Lotse. Da diese Sonderfahrten auf den Gleisen der Deutschen Bahn statt finden, unterstützt er den Lokführer bei allen Strecken- und Betriebsrelevanten Fragen und Abläufen.

Bild: Hans-Juergen Goetz

Kurz vor der Abfahrt in Rottweil kommen noch die achtjährigen Zwillinge Sophia und Moritz Ott vorbei: Sie wollen einen Blick in den Führerstand der schweren Dampflok werfen.

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Der Lokführer auf der Sonderfahrt heißt Pirmin Lexner und ist eigentlich Schreiner. Er hat 1995 im Verein als Heizer auf dieser Lok angefangen. Vor über 17 Jahren hat er dann die Prüfung zum Lokomotivführer abgelegt. Bei der Fahrt auf der Strecke zwischen Rottweil und Schwenningen ist ein reibungsloser Ablauf seine Hauptaufgabe. „Auf der Schwarzwaldbahn ist für mich die größte Herausforderung die Talfahrt, weil hier sehr viel Konzentration und Können für das richtige Bremsen des Zuges gefragt ist“, sagt Pirmin Lexner.

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Da kann Heizer Felix Scheuch nur müde lächeln, während er beständig einen Teil der über vier Tonnen Kohle aus dem Tender in den Feuerschlund der Lok schippt. Ein perfekter Ausgleich zu seinem eigentlichen Beruf als Industriemechaniker. „Während der Bergfahrt schiebt der Pirmin einfach den Regler vor und ich kann zusehen, dass uns der Dampf nicht ausgeht“, sagt er mit viel Schweiß auf der Stirn, während er weiter Kohle in den Kessel der Lokomotive schippt. Dabei assistiert ihm Lotse Thomas Zimmermann beim Öffnen der Feuertür.

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Auch in dem Zug herrscht geschäftges Treiben: Schaffner Hans-Dieter Lämmle verkauft Fahrkarten an die Fahrgäste. Gerade ist Familie Mildner vom Bodensee an der Reihe.

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Für das leibliche Wohl sorgen die Mitglieder des Vereins der Eisenbahnfreunde Hohenzollern in ihrem Speisewagen.

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Zurück im Führerstand zeigt sich die immer noch beständige Kraft der Dampflok: Über 40 Kubikmeter Wasser werden an diesem Tag mit der Feuerkraft von über vier Tonnen Kohle in Dampf verwandet.

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Während Heizer Felix Scheuch behende Kohle schaufelt, steuert Lokführer Pirmin Lexner die Lok aus Villingen heraus in Richtung St. Georgen.

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Dabei ist er auf Lotse Thomas Zimmermann angewiesen. Während Pirmin Lexner die Instrumente kontrolliert teilt ihm Zimmermann den Status der Streckensignale mit.

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Nach kurzem Aufenthalt in St. Georgen ist die nächste Station der Bahnhof in Triberg. Hier ist auch ein kurzer Stop geplant.

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Wie steht es um das Thema Waldbrandgefahr? „Da passen wir ganz besonders auf, wir bremsen sehr vorsichtig und checken ständig unseren Funkenfänger, den wir auch stets gut bewässern“, sagt Zugführer Markus Schmidt. „Und an ganz besonders heißen Tagen, wie Anfang August, verzichten wir ganz auf die Dampflok und setzen stattdessen unsere Diesellok ein.“ Während des kurzen Aufenthalts überprüft Zugführer Schmidt die Wagen-Kupplungen.

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Weiter geht es: Die Ausfahrt aus dem Bahnhof Triberg ist nicht nur für Dampflok-Fans eindrucksvoll.

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Beim Wende-Aufenthalt im Bahnhof Hausach kontrolliert und schmiert Lokführer Pirmin Lexner alle Lager und Achsen.

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Danach geht die Fahrt mit gemütlichen 60 Kilometern pro Stunde weiter.

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Die Zugfahrt führt durch die 37 Tunnel zwischen Hausach und St. Georgen.

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Dabei bewältigt die Dampflok 590 Meter Höhenunterschied.

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Hard-Core-Dampflok-Fan Joachim Mauer aus Mainz filmt am offenen Fenster mit Schutzbrille die Bergfahrt.

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Die Endstation für die Sonderfahrt ist der Bahnhof in St. Georgen.