Nichts ist so ernst wie der Spaß, wie es landläufig so schön heißt. Da kennen besonders die Narren kein Pardon. So hatten die Vertreter der anwesenden 45 Mitgliedszünfte beim 46. Herbstkonvent, der größten Veranstaltung im protokollarischen Jahresverlauf der Schwarzwälder Narrenvereinigung (SNV), in einem dreistündigen Sitzungsmarathon die umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten, bevor am Abend mit dem Zunftmeisterempfang und Programm in der Halle der unterhaltsame Teil beginnen konnte. Ausgerichtet wurde der Herbstkonvent von den Stadt-Hexen Donaueschingen in der Bürgerhalle in Aasen.

  • Premiere für Präsidentin: Für Präsidentin Anne-Rosel Schwarz war es der erste Herbstkonvent. Ein Jahr voller Pflichten und überwältigenden Erlebnisse, resümierte die erste Frau an der Spitze der SNV. Ihr Bericht wies die schier unglaubliche Zahl von knapp 40 Terminen aus. Die Nachfolgerin von Ehrenpräsident Gerd Kaltenbach und ihre Präsidiumskollegen meistern ihre Aufgaben mit Bravour und Herz. Schwarz: "Brauchtum ist und bleibt das Wichtigste. Man muss die Dorffasnet erhalten und dieses Brauchtum den Kindern vorleben."
  • Aufnahmen: Die einen brauchten etwas länger, die anderen marschierten geradezu durch. Die Rede ist von den aufzunehmenden Zünften. Den Antrag auf Aufnahme der Hans Heini Narro Allmendshofen in die SNV stellte die Patenzunft Narrenverein Waldwinkel Hubertshofen. Für den Narrenverein Ziegel-Buben aus Schwenningen tat dies die Hexenzunft Villingen. Die historische Grundlage des Hans Heini Narro ist belegt durch die Erzählung Juniperus von Joseph Viktor von Scheffel. 2009 kam das Burgfräulein hinzu. Derzeit hat der Narrenverein 23 Aktive und 29 passive Mitglieder. Die Ziegel-Buben gründeten sich vor 33 Jahren. Ihr Häs geht zurück auf die früheren Ziegelarbeiter der Stadt. Die Zunft hat 400 Mitglieder, von denen 80 aktive Hästräger sind. "Wenn Villinger Paten einer Schwenninger Zunft sind, sieht man sehr wohl, dass VS eine gemeinsame Stadt ist", erklärte Peter Kirchner, oberster Brauchtumspfleger der Hexen. Die Hexen-Zunft sei gerade dabei, sehr interessante Zusammenhänge der Villinger Fasnet Mitte des 12. Jahrhunderts auszugraben und zu überprüfen, kündigte Kirchner an.
    Vor der Aufnahme in die Schwarzwälder Narrenvereinigung werden das Häs des Ziegel-Buben und des Zieglers aus Schwenningen vorgestellt.
    Vor der Aufnahme in die Schwarzwälder Narrenvereinigung werden das Häs des Ziegel-Buben und des Zieglers aus Schwenningen vorgestellt. | Bild: Naiemi, Sabine
  • Wahlen: So reibungslos wie die Aufnahme der neuen Zünfte verliefen die Wahlen. Karlheinz Bähr bleibt demnach Vizepräsident, Alfons Romey ist weiterhin Schatzmeister und Jörg Schade der Chronist. Karin Hollein von der Narrenzunft Schabenhausen wurde zum Brauchtumsausschussmitglied ernannt. Neue Jugendleiter sind Saskia Matt von der Narrenzunft Neudingen und Nicole Fischer von den Urviechern aus Bad Dürrheim.
  • Veranstaltungen und Termine: Auf Antrag der Narrenzunft Dauchingen, die sich anlässlich ihres 44-jährigen Bestehens um die Ausrichtung des nächsten Schwarzwälder Narrentreffs bewirbt, findet dieses wegen des Jubiläums nicht turnusgemäß 2023, sondern bereits 2022 statt. Das Dreikönigstreffen am 4. Januar 2019 richtet die Burgzunft Hammereisenbach aus, den Frühjahrskonvent am 29. März 2019 die Bergesel Fürstenberg. Der SNV-Sommerjugendtreff ist am 6. und 7. September 2019 und wird von der Wetti-Zunft Behla veranstaltet. Zum Dreikönigstreffen am 3. Januar 2020 lädt die Narrenzunft Gutmadingen ein, für das Narren-Freundschaftstreffen 2020 hat sich noch kein Bewerber gefunden. Die von vielen Zünften gewünschte Reise der SNV ist vom 10. bis 12. Mai geplant. Sie wird nach Bayern führen.
  • Regierungsempfang: Zum Regierungsempfang am 25. Februar 2019 dahren die Narrenzunft Friedenweiler, die Narrenzunft Bärental, die Uhrmacherzunft Oberbränd, die Narrenzunft Nußbach, die Hexenzunft Villingen, Narrenzünfte Hochemmingen und Fischbach, die Glaserzunft Herzogenweiler sowie die Gauchenzunft Döggingen.