Genossenschaftliche Neubauwohnungen, die den heutigen Anforderungen entsprechen und dennoch bezahlbar bleiben – das ist das selbsterklärte Ziel, das Berthold Frisch, der Aufsichtsratsvorsitzende der Baugenossenschaft Familienheim (BGFH), in seinem Bericht zum Jahresabschluss 2017 formuliert, der jüngst vom Vorstand der Baugenossenschaft vorgestellt wurde.

Knapp 93 Millionen Euro Bilanzsumme

Die Zahlen, die der Vorstand um Geschäftsführer Sebastian Merkle nun vorgelegt hat, können sich sehen lassen. Knapp 92,8 Millionen Euro stehen unter dem Strich als Bilanzsumme für das vergangene Jahr, ein Plus von 4,6 Prozent im Vergleich zu 2016. Die Eigenkapitalquote liegt weiterhin mehr oder weniger konstant bei knapp 48 Prozent. Der Gewinn lag 2017 bei 2 132 000 Euro.

Ebenfalls gestiegen sind die Verbindlichkeiten bei den Kreditgebern. Sie stiegen aufgrund der umfangreichen Bautätigkeiten um zwei auf nunmehr 38,2 Millionen Euro. Für laufende und anstehende Projekte hat die Baugenossenschaft 6,2 Millionen Euro an flüssigen Mitteln zur Verfügung, 700 000 Euro mehr als 2016. Auch die Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung sind auf 15,8 Millionen Euro leicht gestiegen. Grund hierfür ist laut Jahresabschluss die fertiggestellten Neubauten.

Um den Bestand an vorhandenen Immobilien in Schuss zu halten, hat die BGFH 2017 gut dreieinhalb Millionen Euro aufgewendet. Mit diesem Geld wurden unter anderem Fassaden gestrichen und Wohnungen bei den 177 Mieterwechseln auf den aktuellen Stand gebracht. Die Fluktuation, also der Anteil an Um- und Auszügen hat sich von acht auf 7,3 Prozent verringert.

Soziales Engagement ist wichtig

Wichtig ist der Baugenossenschaft nach eigenen Angaben auch das soziale Engagement und die Inklusion von Menschen mit Behinderung. So wurde im Mai dieses Jahres die Konzertmuschel im Villinger Kurpark in Zusammenarbeit mit der Stiftung Liebenau Teilhabe renoviert. Bereits an Ostern konnte außerdem ein inklusives Haus mit 18 Mietwohnungen in der Villinger Südstadt fertiggestellt werden.

Auch nahebei in der Roten Gasse konnten 38 Wohnungen bezogen werden. Derzeit läuft auch die Umgestaltung des sogenannten Mangin-Areals in Villingen. Dort werden die ehemaligen französischen Soldatenwohnungen in Wohnblöcke für 500 neue Studenten der Hochschule für Polizei umgewandelt. Und auch in Bad Dürrheim wird derzeit gebaut: Auf dem Gelände, wo bisher zwei Wohnblöcke und zwei Bungalows der Schlossklinik Sonnenbühl standen, sollen bis 2020 drei Gebäude mit 50 Wohneinheiten entstehen.

Handwerker sind Mangelware

Anders als andere Unternehmen in der Baubranche ist die BGFH nicht in vollem Umfang vom Handwerkermangel und den hohen Baupreisen betroffen. "Die Hochkonjunktur ist deutlich spürbar, die Auslastung der meisten Handwerksbetriebe ist hoch. Die Baupreise steigen, in unseren langjährigen Geschäftsbeziehungen jedoch in einem nachvollziehbaren Rahmen", erklärt Prokurist Mark Fischer auf Anfrage des SÜDKURIER. "Die hohe Auslastung führt dazu, dass die Handwerker weniger Kapazitäten und Zeit haben, um Anfragen zu bearbeiten und Angebote abzugeben", so Fischer. Der Baugenossenschaft helfe die gute Zusammenarbeit mit dem Handwerk. Aber: "Gerade im Bereich der Kleinreparaturen wird es tatsächlich zunehmend schwieriger, Handwerksfirmen zu finden."