Die Zahl der Verkehrsunfälle in den Landkreisen Freudenstadt, Rottweil, Schwarzwald-Baar-Kreis, Tuttlingen und Zollernalbkreis nahm im vergangenen Jahr von 19.437 auf 19.875 (+ 2,3 %) zu, auch gegenüber dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre (18.358) ist ein Anstieg zu verzeichnen. Dies teilt das Polizeipräsidium Tuttlingen in seinem Jahresbericht zum Verkehr mit.

Unfälle mit Personenschaden gingen demnach im Jahresvergleich um 1,3 Prozent zurück. Im Fünfjahresvergleich wurde eine Zunahme um 3,5 Prozent verzeichnet. Die Unfälle mit reinem Sachschaden und Kleinstunfälle nahmen dagegen um 1,5 und 3,5 Prozent zu.

Mehr Verkehrstote

Die Anzahl der Verkehrstoten stieg laut Polizeipräsidium von 40 (2017) auf 46 Verkehrstote im Jahr 2018. Die Zahl der Schwerverletzten reduzierte sich von 561 auf 536. Die Zahl der Leichtverletzten stieg um 29 von 2552 auf 2581.

Weniger Motorradunfälle

Die Motorradunfälle im Jahresvergleich 2017/2018 gingen um 3,6 Prozent von 416 auf 401 Verkehrsunfälle zurück. Eine Zunahme von von 89 auf 106 Unfällen verzeichneten die Beamten lediglich im Landkreis Freudenstadt.

Zwei Motorradfahrer sind 2016 bei einer Fahrt auf der Bundesstraße 33 zwischen Nußbach und St. Georgen gestürzt und dabei schwer verletzt worden. Bild: Roland Sprich
Zwei Motorradfahrer sind 2016 bei einer Fahrt auf der Bundesstraße 33 zwischen Nußbach und St. Georgen gestürzt und dabei schwer verletzt worden. | Bild: Sprich, Roland

Als "erschreckend" bezeichnet das Polizeipräsidium den Anstieg bei getöteten Kradfahrern. Hier stieg die Zahl von sechs getöteten Personen im Jahr 2017 auf 13 im Jahr 2018. Die Anzahl der Leichtverletzten hat sich minimal erhöht. Schwerverletzte gab es laut Statistik deutlich weniger. Die Zahl ging von 128 auf 111 zurück.

Überwachung und Prävention

Um die Unfallzahlen bei Motorradunfällen zu reduzieren, will das Polizeipräsidium Tuttlingen 2019 einen Schwerpunkt im Bereich der Unfallbekämpfung setzen. Geplant sind Verkehrsüberwachungsaktionen, insbesondere an den Wochenenden, auf den viel befahrenen Motorradstrecken im Schwarzwald, am Randen, im Donautal und der Alb. Dies soll dem Schutz der Motorradfahrer dienen, da 61,3 Prozent der Motorradunfälle von den Fahrern selbst verursacht wurden.

Die Überwachungsaktionen sollen begleitet werden durch Präventionsveranstaltungen an den Haupttreffpunkten der Motorradfahrer, um diese für die Gefahren zu sensibilisieren. Kooperationen mit den Polizeipräsidien Offenburg (Ruhestein) und Konstanz (Hegaublick) seien geplant.

Gurtanlegepflicht

Bei den getöteten Fahrzeug-Insassen stieg die Zahl im Jahresvergleich von 18 auf 20. Von diesen waren fünf Personen demnach nicht angegurtet. Die Polizei weist daher nochmals eindringlich auf die Gurtanlegepflicht hin. Die Beamten sind aufgefordert, im Rahmen ihrer Verkehrsüberwachungsmaßnahmen auf die Gurtanlegepflicht zu achten. Weiterhin sind für das Jahr 2019 zwei landesweite Gurtkontrollwochen vorgesehen.

Steiler Anstieg bei Pedelec-Unfällen

Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fahrrädern und Pedelecs sind laut Statistik von 380 Verkehrsunfällen im Jahr 2017 auf 440 im vergangenen Jahr angestiegen. Dafür verantwortlich war 2018 hauptsächlich die deutliche Zunahme bei Pedelec-Unfällen mit 20,6 Prozent. Jeweils zwei Radfahrer und zwei Pedelec-Fahrer wurden bei den Unfällen getötet. Ein Pedelec-Fahrer sowie ein Radfahrer hatten keinen Helm getragen.

Das Bild zeigt einen Pedelec-Fahrer.
Das Bild zeigt einen Pedelec-Fahrer. | Bild: dpa

Fußgänger waren 2018 laut Polizeibilanz seltener an Unfällen beteiligt. Die Zahl reduzierte sich leicht von 228 215. Auch die Zahl der getöteten Fußgänger ging von 10 auf 8 Personen zurück.

Junge und alte Fahrer

Bei jungen Verkehrsteilnehmern (18 bis 24 Jahre) war 2018 Rückgang der Unfallzahlen festzustellen. Nach einem Anstieg von 2016 (1064 Unfälle) auf 2017 (1078 Unfälle), gab es im vergangenen Jahr nur noch 1020 Unfälle.

Die Polizei will mit ihren Bemühungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in diesem Bereich nicht nachlassen und durch konsequente Überwachung und Aufklärungsmaßnahmen, insbesondere in den weiterführenden Schulen, polizeiliche Präsenz zeigen.

Der Bevölkerungsanteil von älteren Menschen, Senioren ab 65 Jahren, in Baden-Württemberg wächst jährlich um etwa ein Prozent. Die Zahl der Unfälle, an welchen Senioren beteiligt waren, nahm in den letzten zehn Jahren regelmäßig zu, von 1502 (2009) auf 1805 (2018).

Im Jahr 2018 wurden 13 Personen bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Senioren getötet. 2017 waren es 15. Von den 1.805 Verkehrsunfällen mit Senioren wurden 1139 Unfälle (63,1 Prozent) von Senioren selbst verursacht. Ältere Menschen berücksichtigen die Beamten in Präventionsveranstaltungen, um sie detailliert auf die Gefahren des Straßenverkehrs im Alter hinzuweisen.

Immer weniger Alkohol-Unfälle

Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei welchen die Unfallverursacher unter Alkoholeinwirkung standen, ging im Vergleich zum Jahr 2017 um 14 Fälle zurück. Seit 2009 reduzierte sich die Zahl von 423 auf 339.