Das Kreistierheim in Donaueschingen entspricht schon länger nicht mehr den heutigen Anforderungen an Hygiene und tierschutzgerechter Unterbringung. Darum wird seit mehreren Jahren nach Möglichkeiten gesucht, einen Neubau zu realisieren. Das Problem ist die Finanzierung. Dazu wurden in der Sitzung des Kreistagsausschusses für Technik und Umwelt jetzt neue Möglichkeiten vorgestellt und die Unterstützung des Landkreises beschlossen.

  • Projekt Auepark: Mit dem vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 27 zwischen Donaueschingen und Hüfingen soll über dem Donauzusammenfluss eine Brücke entstehen. Das würde den "Erlebnischarakter" am Beginn dieses Flusses deutlich beeinträchtigen, heißt es von Seiten des Ausschusses. Um dem entgegenzuwirken wurde das Projekt Auepark Donaueschingen erarbeitet.

Nach den Vorstellungen, die der Donaueschinger Stadtbaumeister Heinz Bunse erläuterte, wird an eine Verlegung des Zusammenflusses von Brigach und Breg in Richtung aufwärts der Brigach gedacht. Im Bereich des neuen Zusammenflusses könnte im naturnah gestalteten Mündungsdelta ein erlebnisorientiert gestalteter Auepark entstehen. Eine naturnahe Gestaltung würde der Wasserrahmenrichtlinie entsprechen und zugleich als Beitrag zum Hochwasserschutz einen zusätzlichen Retentionsraum bieten.

  • Kreistierheim muss weichen: Mitten im geplanten neuen Mündungsdelta befinden sich das Kreistierheim und das Vereinsheim und der Übungsplatz der Hundefreunde Donaueschingen. Beide Einrichtungen müssen weichen. Damit biete sich ein Glücksfall für die in der Finanzierungspflicht stehenden Kommunen. Denn für einen Tierheimneubau an der ausgebauten Bundesstraße stehen mit dem Straßenbau- und Auepark-Projekt Mittel aus dem Europäischen Förderprogramm Eler in Aussicht.

Die Verwahrung von Fundtieren und herrenlosen Tieren ist Aufgabe der Gemeinden. Im Landkreis wird sie durch das Kreistierheim wahrgenommen. Im Schnitt ist das Tierheim bis zu 85 Prozent mit Tieren aus dem Zuständigkeitsbereich der Städte und Gemeinden und mit bis zu zehn Prozent mit vom Landkreis beschlagnahmten Tieren belegt. Allerdings kann das Kreistierheim geltende Standards für Tierheime an tierschutzgerechte Unterbringung und hygienische Voraussetzungen an Quarantäne-, Wasch- und Behandlungsräume schon seit geraumer Zeit nicht mehr erfüllen.

  • Neubau: Für einen Neubau hat die Stadt Donaueschingen bereits ein Grundstück aufwärts der Brigach vorgesehen. Die Kreisverwaltung holt derzeit Alternativangebote für die Bauplanung ein, um die Kostenschätzung von 2,7 Mio Euro zu verifizieren und günstigere Lösungen zu prüfen.
    Eine Verkleinerung der Einrichtung sei jedoch nicht vorgesehen, da das Tierheim bereits an der Kapazitätsgrenze arbeitet und regelmäßig die Aufnahme von Tieren ablehnen muss.

Aus Sicht der Verwaltung ist die Realisierung eines Neubaus aber nur möglich, wenn die Kommunen einen erheblichen Anteil der Baukosten beisteuern. Zeitdruck macht die Eler-Förderung, die vorgibt, dass das Projekt bis 2021 umgesetzt und abgerechnet werden muss. Bei dieser Voraussetzung müsste das Kreistierheim bis Ende 2018 verlegt sein.

Für die CDU-Fraktion seien Kosten von 2,7 Millionen Euro unmöglich, sagte Jürgen Roth. Gleichwohl möchte man "auf keinen Fall verkleinern." Ernst Reiser von den Freien Wählern mahnte, keine Luxusausführung umzusetzen, denn "es geht um Tiere." Erwogen wurde auch, auf die zum alten Tierheim gehörende Wohnung zu verzichten. Einig war man sich im Kreistag darüber, die aktuellen Zuschusschancen nicht verstreichen lassen zu wollen.

Da derzeit aber weder die Gesamtkosten noch die weiteren Finanzierungsbausteine geklärt sind, wurde auf Beschluss des Fachausschusses für 2017 lediglich 200 000 Euro für Planungsarbeiten und erste Baumaßnahmen eingestellt. Dazu kommt eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 800 000 Euro. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, die Planungen für den Tierheimneubau voranzutreiben und Kooperationsgespräche mit der Tierschutzstiftung in Villingen-Schwenningen aufzunehmen.

 

Der Finanzierungsplan

Die Stadt Donaueschingen stellt 500 000 Euro zur Verfügung und verpachtet das neue Grundstück an den Trägerverein. 100 000 Euro kommen als Tierheimförderung vom Land, der Gebäuderestwert wird auf 100 000 Euro kalkuliert und der Landkreis ist mit einer Millionen Euro dabei. Noch offen ist die Höhe der Eler-Fördermittel der EU. (ewk)