Donaueschingen (sk) Matse ist beschlossene Sache. Hinter den fünf Buchstaben verbirgt sich der neue Ausbildungsberuf Mathematisch-Technischer Softwareentwickler, der künftig an den Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen Donaueschingen (KHS) angeboten wird.

Den Antrag dafür, den die Schulleitung im Oktober bei der Verwaltung eingereicht hatte, hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung abgesegnet. Frank Liebetanz, Leiter der KHS, freute sich über den einstimmigen Beschluss der Räte und betonte, dass Matse ein Beruf der Zukunft sei. Darüber hinaus mache er eine enge Zusammenarbeit zwischen dem technischen und dem kaufmännischen Bereich möglich.

Dem Antrag vorausgegangen war der Wunsch der Industrie, in Kooperation mit den Gewerblichen Schulen Donaueschingen diesen Ausbildungsberuf in der Region anzubieten. Die Kreisverwaltung nahm deshalb Gespräche mit Betrieben, den Kammern und dem Regierungspräsidium Freiburg auf, um Chancen und Risiken des neuen Angebots auszuloten. Durch die Möglichkeit der Internatsunterbringung in Villingen-Schwenningen könne diese neue Schulart auch für weiter entfernt liegende Betriebe interessant werden, so Liebetanz.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und verbindet die nötigen Grundlagen der Mathematik mit Softwareprogrammierung. Hauptaufgabe der Mathematisch-Technischen Softwareentwickler ist die Konzeption, Realisierung und Wartung von Software-Systemen auf Basis mathematischer Modelle. Sie programmieren, erstellen Benutzerschnittstellen und richten Anwendungen, Datenbanken und Netzwerke ein.

Studieren im Plus-Modell

Zusätzlich zur Einrichtung dieses Ausbildungsberufes soll in Kooperation mit der Hochschule Furtwangen ein „Studium Plus“-Modell eingeführt werden. Mit diesem Modell können die Azubis in viereinhalb Jahren neben dem Beruf auch einen Studienabschluss im Fach Informatik erwerben. Das Interesse der Betriebe ist groß, denn die mathematische Fundierung der Softwareentwicklung spielt eine immer größere Rolle. Der IHK liegen für den Ausbildungsbeginn 2019/2020 bereits 25 Absichtserklärungen von interessierten Unternehmen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg vor.