Eine neue und somit die elfte Landesschule des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wurde in einem feierlichen Festakt in Villingen-Schwenningen eröffnet. Die Bildungseinrichtung des DRK-Landesverbandes Baden passt in das sie umgebende Umfeld in unmittelbarer Nähe zum Schwarzwald-Baar-Klinikum und genießt in der Albert-Schweitzer-Straße 18 die räumliche Nähe zu vielen weiteren Gesundheitseinrichtungen. Natürlich liebäugelt Schulleiter Matthias Ziegler damit, dass man sich gegenseitig ergänzt.

Bei der Einweihung: Von links Landrat Sven Hinterseh, Oberbürgermeister Jürgen Roth, der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei und der Landtagsabgeordnete Karl Rombach.
Bei der Einweihung: Von links Landrat Sven Hinterseh, Oberbürgermeister Jürgen Roth, der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei und der Landtagsabgeordnete Karl Rombach. | Bild: Rüdiger Fein

Hatten noch vor Jahren die beiden DRK-Landesverbände aus Baden und aus Württemberg jeweils eigene, zentral gelegene Schulen betrieben, so sei man immer mehr dazu übergegangen, mehr in die Fläche zu gehen, erklärt der Schulleiter, der bereits in Ravensburg eine DRK-Schule aufgebaut hat. Dass er heute in seiner Heimatstadt Villingen-Schwenningen eine solche Bildungseinrichtung leiten darf, empfindet Mathias Ziegler als großes Glück. Auch, dass an seiner Schule als Folge einer Gesetzesänderung jetzt die Ausbildung zum Notfallsanitäter erfolgen kann. Seit Oktober 2018 werden in einer ersten Klasse 24 Schüler unterrichtet. Weitere Klassen sind bereits in der Planung. Für die Zukunft hat man natürlich weitere Pläne, so der Schulleiter. Schon jetzt bilde man in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Ärzte aus und ein Simulationszentrum gegenüber der Schule sei schon einmal angedacht.

OB- Jürgen Roth begrüßt Einrichtung

"Wir haben zu wenig Notärzte, deshalb brauchen wir die Möglichkeit zur Weiterqualifizierung", bestätigt Oberbürgermeister Jürgen Roth, der als Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes dieses Vorhaben natürlich gerne unterstützt. Gleichzeitig macht er Mut mit der Aussage, dass das Grundstück zur Verfügung stehe.

DRK-Präsident: Notfallsanitäter werden gebraucht

Jochen Glaeser, Präsident des DRK Landesverbands Baden, erinnerte daran, dass das Deutsche Rote Kreuz seit dem Jahre 1976 den Auftrag für die Rettungsdienste innehabe und dass heute 85 Prozent aller Rettungsdienste vom DRK ausgeführt werden. Es sei eine richtige Entscheidung der beiden Landesverbände gewesen, die Ausbildung jetzt auf insgesamt elf Landesschulen zu verteilen. Jetzt sei man überall präsent und die Ausbildung werde nicht zuletzt auch für die Schüler billiger.

Das Schulgebäude steht in unmittelbarer Nachbarschaft des Schwarzwald-Baar-Kreisklinikums.
Das Schulgebäude steht in unmittelbarer Nachbarschaft des Schwarzwald-Baar-Kreisklinikums. | Bild: Rüdiger Fein

Natürlich habe man auch Forderungen, wenn es um Kompetenzerweiterungen gehe. Natürlich geben die Ärzte nicht gerne Kompetenzen ab und man diskutiere in dieser Sache oft miteinander. Die jetzt in der Ausbildung stehenden Notfallsanitäter würden aber, insbesondere in ländlichen Gegenden, auf jeden Fall gebraucht, um im Notfall lebenserhaltende Maßnahmen durchzuführen, so Glaeser.

Eine gute Ausbildung garantiere eine optimale Versorgung, sagte der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei. Landrat Sven Hinterseh erinnerte an die nicht einfache Geburt des um das Klinikum entstandenen Gesundheitsklusters, zu dem auch die Hubschrauberstation und die integrierte Leitstelle gehöre.