Bekannte und unbekannte Menschen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus in Künstlerporträts gibt es seit dieser Woche im Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises in VS-Villingen zu sehen. Die Ausstellung „Galerie der Aufrechten“ wurde am Montagabend durch Landrat Sven Hinterseh eröffnet.

30 Künstler setzen sich mit historischen Persönlichkeiten auseinander

Wie setzt man einen Menschen ins Bild? Wie bildet man innere Haltung ab? Mit diesen Fragen setzten sich etwa 30 Künstlerinnen und Künstler unserer Tage auseinander, die im Auftrag des Denkstättenkuratoriums NS-Dokumentation Oberschwaben Menschen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus portraitierten. Auf diese Weise ist eine ganze Bildersammlung entstanden, die sogenannte „Galerie der Aufrechten“.

Das Porträt von Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) von Sigrun Schleheck ist eine Leihgabe aus der Kunstsammlung der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Das Porträt von Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) von Sigrun Schleheck ist eine Leihgabe aus der Kunstsammlung der Diözese Rottenburg-Stuttgart. | Bild: Philipp Stäbler

Schicksale von Widerstandskämpfern werden vorgestellt

Von den mittlerweile etwa 60 Portraits zeigt das Kreisarchiv eine Auswahl. Indem sie versucht, über den modernen künstlerischen Blick besondere Persönlichkeiten aus der Vergangenheit und deren Schicksale vorzustellen, begibt sich die Ausstellung in eine Überschneidungszone zwischen Bildender Kunst und Geschichte. Die Bilder zeigen Menschen, die der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus Widerstand entgegensetzten oder auch Opfer des NS-Regimes wurden. Sie gehörten den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen und Weltanschauungen an, waren Arbeiter und Gewerkschafter, Politiker und Militärs, Studenten und Professoren, Priester und Pädagogen, Christen und Juden, geistige Vordenker, Attentäter oder tätige Menschenretter.

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Darunter befinden sich bekannte Namen wie Sophie Scholl, der Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg oder der Priester Max Josef Metzger, aber auch weniger bekannte Namen wie der Eisenbahner und Gewerkschafter Fridolin Endraß aus Friedrichshafen am Bodensee oder der 1940 hingerichtete Kriegsdienstverweigerer Joseph Ruf aus Oberschwaben.

Die Ausstellung „Galerie der Aufrechten“ ist bis Freitag, 15. November, im Foyer des Landratsamtes während der regulären Öffnungszeiten zu sehen. Der Eintritt ist frei.