Während die Staatsanwaltschaft Konstanz noch im Prüfungsprozess steckt, ob sie zur Affäre um den Chefarzt Norbert Runkel ein offizielles Ermittlungsverfahren eröffnen soll, hat das Schwarzwald-Baar Klinikum längst die Nachfolgersuche für seinen früheren Top-Mediziner angepackt.

„Die Stelle ist aktuell ausgeschrieben. Und wir gehen davon aus, dass wir sie schnell besetzen können“, sagte Klinikum-Geschäftsführer Matthias Geiser am Freitag. „Es gibt auch schon qualifizierte Bewerber“, so Geiser weiter.

Wann genau es einen neuen Direktor – oder eine neue Direktorin – für die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie geben wird, die Runkel bislang leitete, sei aber noch unklar. „Dafür gibt es ein ausführliches Auswahlverfahren“, erläuterte Geiser. Der Arbeitsantritt im Klinikum hänge zudem davon ab, ab wann der ausgewählte Nachfolger dann auch frei sei, um nach Villingen-Schwenningen zu wechseln.

Ansonsten sei das Thema Runkel für das Klinikum personalrechtlich abgeschlossen, so Geiser auf Nachfrage. Hat das Klinikum Lehren aus dem Fall Runkel gezogen? „Natürlich schauen wir intern unsere Prozesse an, ob wir alles richtig machen“, antwortete Geiser, „aber wir haben bis jetzt akut nicht reagieren müssen.“ Und ja, das Klinikum nehme auch Drittmittel etwa aus der Industrie oder von Pharmafirmen an, die in der Regel für Studienzwecke gedacht seien. In keinem Falle aber dürften solche Drittmittel von Patienten kommen, betonte Geiser auf Nachfrage.

 

Fristlose Kündigung im vergangenen Herbst

 

Wie berichtet hatte das Klinikum dem Chefarzt Norbert Runkel im vergangenen Herbst zunächst fristlos gekündigt, wogegen sich Runkel aber rechtlich wehren wollte. Ein Termin beim Arbeitsgericht in Villingen-Schwenningen war für Januar bereits reserviert worden.

Dann aber teilte das Klinikum am 21. Dezember vergangenen Jahres mit, man habe sich mit Runkel einvernehmlich auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 30. Juni 2018 geeinigt. Allerdings hätten „die im Raum stehenden Unklarheiten über Abrechnungsmodalitäten“ nicht abschließend ausgeräumt werden können, „trotz intensiver Bemühungen der Beteiligten“. Aus gut informierten Kreisen war zu erfahren, dass es auch finanzielle Zugeständnisse an Runkel gegeben habe.

Hintergrund der Trennung ist laut Recherchen des SÜDKURIER, dass Patienten Briefumschläge mit mehreren tausend Euro Bargeld für den sie behandelnden Chefarzt im Büro in der Klinik abgegeben haben sollen. Runkel soll diese Gelder nicht deklariert haben, so der Verdacht. Runkel äußerte sich trotz etlicher Anfragen des SÜDKURIER persönlich nie zu den Vorwürfen.