Ob der unverständliche Zuschnitt der VSB-Zonen wohl mit Absicht so gewählt wurde, dass möglichst viele Nutzer mindestens zwei, besser drei Zonen durchqueren müssen? Der Verdacht drängt sich auf. Vor allem entlang der Schwarzwaldbahn, wo die Bahn zwischen St. Georgen, Villingen und Donaueschingen jeweils eine zusätzliche Zone durchquert, ohne überhaupt anzuhalten, ist die Tarifstruktur mit gesundem Menschenverstand niemandem vermittelbar. Es ist deshalb gut, dass es aus dem Landratsamt Signale gibt, dass das Problem erkannt wurde.

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Aber: Wird es reichen, die Tarifzonen zu entflechten und das bislang ziemlich unübersichtliche Angebot zu sortieren, um mehr Menschen vom ÖPNV zu überzeugen? Denn im ländlichen Raum ist es nicht die Frage des Entweder-oder, sondern die Frage, ob die Kosten für ein Nahverkehrsticket zusätzlich zum bestehenden Auto für die Bürger attraktiv sind. Bislang sind sie das nicht.

Klar ist, dass der Nahverkehr immer irgendwie finanziert werden muss. Ob das nun über Steuermittel durch alle geschieht oder verstärkt über höhere Preise für den individuellen Nutzer, ist eine politische Entscheidung. Es muss ja auch nicht für die Nutzer kostenfrei sein wie in Luxemburg. Schön wäre jedoch eine maximal unkomplizierte Tarifgestaltung ohne Fantasiezonen und einen Wust an verschiedenen Tickets. Wie das funktionieren könnte, demonstriert die Stadt Wien: Dort kostet die Jahreskarte 365 Euro, einen Euro pro Tag, Punkt, Aus, Ende.

Welche Modelle bei uns im ländlichen Raum funktionieren, muss letztlich erörtert werden – eine prima Aufgabe zum Beispiel für die Grünen, die an dieser Stelle die Vorschusslorbeeren der letzten Wahlen in praktische Politik umsetzen können. Doch um Klimaschutz umzusetzen, braucht es nicht nur Sonntagsreden, sondern auch den Mut, wirklich innovative und revolutionäre Ideen in die Praxis umzusetzen.