Schwarzwald-Baar – Dass die Mitarbeiter des Landratsamtes an einem Strang ziehen, haben sie am schmotzigen Donnschtig bewiesen. Im Duell gegen die Villinger Hexenzunft war voller Körpereinsatz gefragt, die Verwaltungsmitarbeiter ließen ordentlich die Muskeln spielen.

Nachdem die Villinger Hexenzunft in den vergangenen Jahren häufig die Mägen meist der Abteilungsleiter der Kreisverwaltung strapazierte und ihnen mal mehr oder weniger schmackhafte Speisen und Getränke zum Verzehr vorsetzte, forderten die Hexen die Mitarbeiter dieses Jahr zu einem sportlichen Duell heraus. Beim Tauziehen sollten die Mitarbeiter beweisen, dass sie nicht nur Akten wälzen können. Und so standen sich Hexen auf der einen und eine Auswahl an Männern beziehungsweise Frauen am Tau gegenüber.

Video: Roland Sprich

Damit sich die Mitarbeiter der Verwaltung auch ordentlich ins Zeug legten, lobte Ehrenzunftmeister Peter Kirchner einen Wahnsinnspreis aus. So sollten die Mitarbeiter zehn Eintrittskarten für den Hexenball 2019 erhalten, sollten sie es schaffen, die Hexen nicht über den Tisch, sondern über die markierte Linie zu ziehen. Die Besonderheit an dem Preis: Für die beiden Hexenbälle im kommenden Jahr sind laut Ehrenzunftmeister bereits jetzt keine Eintrittskarten mehr im freien Verkauf erhältlich. Mit Kraft, Spucke und jeder Menge Anfeuerungsrufen schafften es die Landratsämtler immerhin in zwei von drei Versuchen, ihre körperliche Stärke gegenüber den Hexen zu demonstrieren und sich die Karten zu sichern.

Aber auch die Hexen hatten Grund zum Jubeln. Peter Kirchner teilte jedenfalls mit, dass in dem angekauften Postgebäude in Villingen die untere Etage den Hexen als Lagerraum zur Verfügung stehe. Nach der Einlage der Hexen sorgte die Guggenmusik Krawazi-Ramblers dafür, dass die närrische Zeit auch im letzten Winkel des Landratsamtes unüberhörbar bemerkt wurde.

Gerade, als Landrat Sven Hinterseh und seine Abteilungsleiter erleichtert aufatmeten, dass der Kelch ekliger Speisen und Getränke an ihnen vorüber zu gehen schien, wurden sie auch schon aufgefordert, den ersten Programmpunkt der närrischen Fete mitzugestalten, die die Amtsmitarbeiter gestalteten. Das Sozialamt lud zur Sozi-Horror-Picture-Show. Angespornt offensichtlich von den Ekelprüfungen einer TV-Dschungelshow, mussten Landrat Sven Hinterseh und Konsorten „Hundefutter“ im Rekordtempo schlürfen und Schokopudding aus einer Kinderwindel schlecken.

Mit weiteren Programmpunkten wie einem Flashmop der Kämmerei, einem Tanz des Jugendamtes als Blues Brothers und der wahren Geschichte, die hinter dem Ankauf des alten Postgebäudes steckt, feierten die Akteure launig weiter. Dabei entbrannte ein regelrechter Wettbewerb, welche Abteilungen denn ins Postgebäude umziehen würden, den die Ämter mit Briefmarken lecken und Wettstempeln unter sich ausfochten.

Video: Jens Fröhlich