Das geplante Naturschutzgroßprojekt steht trotz des zweifachen Neins des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) nicht automatisch vor dem Ende. Das hat Landrat Sven Hinterseh am Mittwoch deutlich gemacht. Die Kreisverwaltung habe mit dem Bauernverband oft über das Projekt gesprochen. "Jetzt ist das Thema zu Ende diskutiert", so Hinterseh. "Nun muss man die Kraft haben, zu einer Entscheidung zu gelangen", und diese sei Sache des Kreistags. "Wir werden das Ganze ohne Schaum vor dem Mund bewerten."

Wie berichtet hatten die BLHV-Kreisverbände Villingen und Donaueschingen im November ein zweites Mal ihre Ablehnung des Naturschutzgroßprojektes zum Ausdruck gebracht. Der BLHV verwies zudem darauf, dass ihm das Landratsamt fest zugesagt habe, dass das Vorhaben ohne BLHV-Zustimmung nicht umgesetzt werde. Vizelandrat Joachim Gwinner hatte aber bereits deutlich gemacht, dass der BLVH kein Veto-Recht erhalten habe.

Hinterseh bedauerte das Nein des BLHV mehrfach, wobei er sich die Ablehnung letztlich nicht erklären könne. Er nehme sich auch selbst in die Verantwortung, dass eine Einigung nicht gelungen sei. "Das ist ein Rückschlag für meine politische Arbeit", räumte der Landrat ein. Nun wolle man das direkte Gespräch mit konkret betroffenen Landwirten suchen: Die Teilnahme sei völlig freiwillig, zudem gebe es hohe Fördergelder.