Immer wieder kam es in der Region in den vergangenen Monaten zu Fällen, in denen sich Täter als Enkel oder Polizeibeamte ausgaben, um an Bargeld und Wertsachen von arglosen Menschen zu kommen. Nun können Polizei und Staatsanwaltschaft einen Erfolg verbuchen.

Männer hatten sich als Polizisten ausgegeben

Eine eigens eingerichtete Ermittlergruppe des der Kripo Rottweil hat am Montag zwei Männer vorläufig festgenommen, die sich als Polizeibeamte ausgegeben hatten, um eine 76-jährige Frau zu betrügen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Mitteilung bekanntgaben, sollen die beiden 20-jährigen Männer versucht haben, die Seniorin am Telefon zur einer Geldübergabe zu bewegen.

Die Seniorin hatte gegen 17.30 Uhr Anrufe von den falschen Polizeibeamten erhalten, die vorgaben, dass eine Einbrecherbande in ihrer Nähe unterwegs sei und dass sie ihr Vermögen zur Sicherheit an die Polizei übergeben solle. Echte Polizeibeamte konnten bei einer sofort eingeleiteten Fahndung die beiden Männer in der Nähe der Sparkasse in Neuhausen ob Eck festnehmen, noch bevor ihr Opfer das Geld abheben und übergeben konnte. Die beiden Deutschen wurden am Dienstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Rottweil dem zuständigen Richter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl gegen die beiden Tatverdächtigen.

Der Enkeltrick ist seit langem bekannt

Die Polizei warnt weiterhin vor mehreren Maschen. Im Zweifelsfall sollte immer die Polizei gerufen werden. Zunächst gibt es den sogenannten Enkeltrick, bei dem sich der Anrufer als Verwandter oder naher Angehöriger ausgibt und einen finanziellen Engpass vortäuscht. Die Opfer werden durch geschickte Gesprächsführung dazu gebracht, dem Anrufer mit einer Finanzspritze auszuhelfen. Zur Geldübergabe kann der vermeintliche Verwandte dann nicht kommen und schickt einen Freund.

Mindestens ebenso häufig gibt sich der Anrufer als Amtsperson, häufig als Polizeibeamter, Staatsanwalt oder Beamter vom Landeskriminalamt aus und gibt vor, das Eigentum der Opfer schützen zu wollen. Nicht selten wird ein angeblicher Einbruch in der Nachbarschaft oder eine festgenommene Tätergruppe, die es angeblich auf das Opfer abgesehen hat, vorgetäuscht.

Anrufer setzen Opfer enorm unter Druck

Neu in diesem breiten Sortiment der Lügengeschichten ist die sogenannte "Malta-Mahnung". Die Opfer erhalten von einem angeblichen Mitarbeiter der ortsansässigen Bank einen Anruf, in dem mitgeteilt wird, dass die Bank Abbuchungsversuche einer maltesischen Lottogesellschaft vom Konto der Geschädigten verhindert habe.

Die Betrüger stellen sich bei all diesen Abzock-Anrufen sehr geschickt an. Durch massives Einschüchtern bauen sie Druck auf. Der bisher entstandene Schaden im Präsidiumsbereich Tuttlingen liegt alleine für 2018 bereits jetzt bei über einer halben Millionen Euro, Tendenz steigend.