Selten war wohl ein Katalog mit Baumaßnahmen am Netz der Kreisstraßen im Schwarzwald-Baar-Kreis so prall gefüllt wie jetzt jener für 2019. Insgesamt 29 Vorhaben hat sich das Landratsamt vorgenommen – im Gesamtwert von voraussichtlich 4,6 Millionen Euro, je nachdem, wie die Ausschreibungen ausgehen.

Wie es dazu kam, erläuterte Gerold Günzer, der Amtsleiter für Straßenbau im Schwarzwald-Baar-Kreis, jetzt im Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik. Er verwies auf die Rahmenbedingungen und darauf, dass der Kreis in den vergangenen Jahren weniger Geld für das Erfüllen des laufenden, mehrjährigen Kreisstraßenprogramms bereit stellte, als zunächst angedacht war. Daher müsse das Programm nun aktualisiert werden.

Entgegen der im Jahr 2016 und 2017 anvisierten Investionen in Höhe von 2,5 Millionen Euro seien nämlich jeweils nur 700 000 Euro und dieses Jahr 2,1 Millionen Euro verbaut worden.

"Der Landkreis schiebt jetzt eine Bugwelle an erforderlichen Straßenbau-Maßnahmen vor sich her", sagt Gerold Günzer, der Leiter des Kreisstraßenbauamts.
"Der Landkreis schiebt jetzt eine Bugwelle an erforderlichen Straßenbau-Maßnahmen vor sich her", sagt Gerold Günzer, der Leiter des Kreisstraßenbauamts. | Bild: Manfred Beathalter

"Der Landkreis schiebt jetzt eine Bugwelle an erforderlichen Straßenbau-Maßnahmen vor sich her", machte der Straßenbauamtsleiter den Kreisräten deutilch. Günzer legte daher jetzt ein aktualisiertes Kreisstraßenprogramm vor, das für 2019 ein ganzes Bündel an Vorhaben umfasst.

"Im Hinblick auf die mittlerweile überhitzte Baukonjunktur" sei es zudem sinnvoll, so Günzer, insbesondere die Maßnahmen im Bereich der Bauwerkssanierungen bereits im Herbst auszuschreiben.

Es sei ein sehr ambitionierter Plan, für alle Maßnahmen die Planungen und Ausschreibungen durchzuführen, attestierte der Ausschuss für Umwelt und Technik dem Amtsleiter.

Finanzvolumen

Geschätzt beträgt das Gesamtvolumen für alle geplanten Vorhaben rund 4,6 Millionen Euro. Diese gliedern sich wie folgt auf: 2 615 000 Euro für den Straßenbau, 1 755 500 Euro für Bauwerke (Brücken), 400 000 Euro für geotechnische Maßnahmen, 215 000 Euro für Radwege und 100 000 Euro für Amphibienschutzmaßnahmen, abzüglich der voraussichtlichen Mittelübertragung aus 2018.

Straßenbau und Belagsarbeiten

Eine der größten und überdies schon sehr lange geplanten Maßnahmen – das Vorhaben stand schon im Kreisstraßenbau-Programm der Periode 2006 bis 2010 – ist die Sanierung der Kreisstraße im Groppertal. Sie soll in zwei Bauabschnitte aufgeteilt werden.

Der erste Abschnitt (600 000 Euro) vom Kirnacher Bahnhöfle bis zum Steinbruch hat eine Länge von etwa vier Kilometern. Der zweite Abschnitt geht vom Steinbruch zum Schoren und ist knapp drei Kilometer lang (420 000 Euro). Vorgesehen ist im Zuge dessen außerdem, die Brigachbrücke zu sanieren.

Diskutiert wurde vom Gremium, ob sich ein Radweg oder zumindest eine entsprechende Zone auf der Straße markieren ließe, was jedoch aufgrund der Breite der Straße und den Gegebenheiten des Geländes nicht als machbar angesehen wird.

Weitere Maßnahmen auf der Liste betreffen die Kreisstraßen Weilersbach-Nordstetten, Abzweig Geutsche nach Triberg, im Bregtal den Anschluss an die L 172 Linach, den Abschnitt Fützen-Achdorf bis Parkplatz Wutachflühe und Bubenbach bis Mistelbrunn.

Bauwerkinstandsetzungen

Bauliche Instandsetzungs- und Erneuerungsmaßnahmen sind vorgesehen für die Schonachbrücke in Schonach, die Brücke und Stützmauer bei Neudingen, die Brigachbrücke bei Stockburg, die Hinterbregbrücke in Furtwangen, die Eschachbrücke in Niedereschach, die Schleifenbachbrücke in Achdorf, die Aubachbrücke in Aselfingen. Arbeitsvorbereitungsmaßnahmen schlug Gerold Günzer für die Brigachbrücke bei Rietheim und die Glasbachbrücke bei Burgberg vor sowie für die Mühlbachbrücke bei Aselfingen.

Geotechnische Maßnahmen

Entlang der Kreisstraße K5731 Wildgutach treten wieder vermehrt Rutschungen und Böschungsabrisse auf. Hier werden Baumaßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit erforderlich, für deren Planung 150 000 Euro veranschlagt sind.

Die Kosten für das Sanierungskonzept der Maßnahmen an der Böschung zwischen Blumberg und Achdorf sind auf 250 000 Euro veranschlagt.

Radwege

Der Landkreis gibt den Gemeinden einen Zuschuss, wenn sie Radwegebauen. Von den Gemeinden wurde an den Kreis Radwegprojekte von Biesingen nach Bad Dürrheim und von Aasen Richtung Donaueschingen bis zum Hotel Öschberghof gemeldet. Vorgesehen ist in 2019 die Planung eines Radweges von St. Georgen nach Hardt und als Teil eines Maßnahmenpaketes eine Radwegbrücke samt Radweg bei Marbach/Rietheim.

Der Ausschuss folgte einstimmig dem Beschlussvorschlag, das Straßenbauamt mit den Vorbereitungen der aufgeführten Maßnahmen zu beauftragen und die Kosten für die Maßnahmen in den Haushaltsentwurf 2019 aufzunehmen.