Schwarzwald-Baar – Trotz mancher Bedenken stimmte der der Ausschuss für Umwelt und Technik bei zwei Enthaltungen für ein weiteres Vorgehen zum Neubau des Kreistierheims am Standort Donaueschingen. Die aktuelle Entwurfsplanung sieht nach erheblichen Einsparungen jetzt ein Kostenvolumen von knapp 2,5 Millionen Euro vor, einschließlich Gründung und Erschließung. Im Haushalt sind für 2017 und 2018 insgesamt eine Million Euro vorgesehen. Die Stadt Donaueschingen beteiligt sich mit 500 000 Euro und übernimmt die Kosten der Verlagerung des Vereinsgeländes der Hundefreunde. Von der Landesförderung für Tierheime sind 100 000 Euro zu erwarten. Erfreulich ist die Nachricht über eine vom Kreis erwartete Erbschaft in Höhe von 100 000 Euro, die zweckgebunden für den Tierschutz verwendet werden soll.

Damit besteht noch eine Finanzierungslücke von 500 000 Euro. Diese soll durch einen Kredit des Trägervereins gedeckt werden, für den aber eine Bürgschaft das Landkreises erforderlich sein wird, da der Trägerverein nicht über entsprechende Sicherheiten verfügt. Nach einem Gespräch mit dem Stiftungsratvorsitzenden Professor Werner Nann und Stiftungsratmitgliedern von der Erwin-Schmid-Stiftung, über den möglichen Erhalt von Zuwendungen, sei er guter Dinge, erklärte Landrat Sven Hinterseh.

Nachdem Architekt Rolf Weber dem Ausschuss seinen Entwurf und Kostenplan vorgestellt hatte, sahen die Ausschussmitglieder mehrere Probleme: die Beschaffenheit des Baugrundes, die Einhaltung der geplanten Baukosten, die Tilgung des Darlehens und das Aufbringen der Spendensumme. Alle anderen Fragen aus dem Gremium konnten direkt geklärt werden.

Nach Probebohrungen und auch Schürfungen auf dem früheren Deponiegelände gehe man davon aus, für die Gründung 50, vier Meter lange Pfähle setzen zu müssen, erklärte Amtsleiter Stefan Löffler von der Stadtverwaltung. Letztendliche Sicherheit werde jedoch erst ein Gründungsgutachten ergeben.

Die Beschaffenheit des Baugrundes veranlasste Cornelia Kunkis-Becker (Grüne) zu dem Antrag, die Stadt noch einmal nach einem anderen Grundstück für das Kreistierheim suchen zu lassen. "Damit würde das Projekt Kreistierheim in Donaueschingen direkt sterben", antwortete Landrat Hinterseh auf dieses Ansinnen. Nach jahrelangen fruchtlosen Bemühungen sei er besonders dankbar, dass Donaueschingen dieses Grundstück zur Verfügung stellt. Durch einen erneuten Suchlauf wären Fristen zum Erhalt von Förderungen nicht mehr haltbar und ein neues Kreistierheim wäre auf Jahre hinaus nicht mehr möglich.

Mehrmals betonte Hinterseh deutlich, dass der Kreis sich eigentlich nicht in diese der Stadt und den Gemeinden obliegenden Aufgabe einmischen müsste, sich aber in diesem besonderen Fall in der Pflicht sehe. Andreas Kuchelmeister vom Trägerverein erläuterte die Pläne des Vereins zur Generierung von Spenden und zeigte sich zuversichtlich, die Summe zusammenzubekommen. Nur brauche es endlich eine Entscheidung, so Kuchelmeister. Denn niemand würde für ein Projekt spenden, dass noch nicht beschlossen ist.

Die Bürgermeister in der CDU-Fraktion vertraten einstimmig die Ansicht, dass ein weiteres Abwarten der Sache nicht dienlich sei. Edgar Schurr (SPD) fragte nach, wer für unvorhersehbar auftretende Kosten aufkomme, und bat, die Kosten genau im Auge zu behalten. Er wolle nicht blocken, doch man bewege sich seiner Meinung nach noch in luftleerem Raum, erklärte Ernst Reiser (Freie Wähler). Mit nur zwei Enthaltungen segneten die Ausschussmitglieder das Projekt ab.

Kreistierheim

Das bestehende Kreistierheim in Donaueschingen wurde 1970 gebaut und ist mehr als sanierungsbedürftig. In Zusammenhang mit der Neugestaltung des Donauzusammenflusses soll das Kreistierheim neben der B27 einen neuen Platz finden. Das Gebäude wird 50 Meter lang und – abhängig von den Außenzwingern – 20 bis 26 Meter breit. Vorausgesetzt Planung und Baugenehmigung verlaufen problemlos, könnte die Tiefergründung und das Setzen der Bodenplatte im Herbst 2017 erfolgt sein. (sgn)