Was lange währt, wird endlich gut: Der Kreistag hat den Neubau eines Tierheims im Donaueschinger Haberfeld beschlossen. Und damit eine Perspektive eröffnet, die Nadine Vögel und ihre Mitarbeiter im Team seit vielen Jahren sehnsüchtig erwarten. Endlich gibt es Hoffnung, dass eine große Zahl von ausgesetzten oder abgegebenen Hunden, Katzen oder Kaninchen artgerecht untergebracht und betreut werden können, bis sie in ein neues Zuhause finden. Die notdürftig zusammengezimmerte bisherige Anlage aus den 1960er Jahren entspricht schon lange nicht mehr dem zeitgemäßen Bedarf: Sowohl die Tiere als auch die Mitarbeiter des Tierheims hoffen seit Jahren auf Besserung.

Wie kurz berichtet hat der Kreistag den Neubau für 2,5 Millionen Euro bei drei Enthaltungen und einer Gegenstimme beschlossen. Er soll nun zügig in die Tat umgesetzt werden, auch weil die Zeit drängt: Zeitnah mit dem bereits begonnenen vierspurigen Ausbau der B 27 im Osten von Donaueschingen soll auch eine attraktive Auenlandschaft entstehen. Der Zusammenfluss von Brigach und Breg wird neu gestaltet. Dafür gibt es Fördermittel vom Bund und aus europäischen Kassen, diese stehen aber nur bis 2021 offen. Bis dahin muss aber auch das bisherige Tierheim und ein Vereinsheim mit Trainingsplatz der Hundesportfreunde Donaueschingen an andere Standorte „umgepflanzt“ werden.

Nadine Vögel, seit 2010 Chefin des Tierheims, freut sich über den jetzt beschlossenen Neubau. „Ich bin erstmal froh, dass es durch den Kreistag durch ist“, sagte sie auf Anfrage. „Wir müssen die Kosten von 2,5 Millionen Euro einhalten“, ergänzte sie, glaubte aber, dass für den im Kreistag vorgestellten Entwurf von Architekt Weber noch Verbesserungen ausgearbeitet werden müssten. Nach den Plänen soll das Gebäude auf einer Bodenplatte von 900 Quadratmetern Grundfläche parallel zur B 27 erstellt werden. Das Dach an den Außenwänden soll vorgezogen werden und darunter werden Gitterboxen für Hunde und Katzen untergebracht.

Nadine Vögel hätte es lieber, wenn Hunde und Katzen geschlossene Zimmer im Gebäude hätten. Dann könnte man ein Gemeinschaftsgehege im Außenbereich anbinden: Tiere, die sich vertragen, könnten außerhalb des Gebäudes im Rudel gehalten werden. Aber diese Idee scheint vorerst zu teuer, zeigte Nadine Vögel Verständnis für die engen Finanzen. „Wir hoffen darauf, dass es später die Möglichkeit gibt, den Außenbereich zu verbessern.“ Die Tierheimleiterin war jedenfalls froh, dass es eine wesentliche Aufwertung gegenüber der heutigen Situation gibt: „Wir haben genügend Strom und fließend warmes Wasser, das ist toll“, sagte sie, denn derzeit habe man nur einen kleinen Warmwasserboiler zur Verfügung, „manchmal haben wir im Kochtopf heißes Wasser machen müssen.“

Die Tierheimchefin zeigte sich zuversichtlich, ausreichend Spenden zu bekommen, um die Finanzierungslücke von 500 000 Euro zu decken. Die Stadt Donaueschingen stellt eine Million Euro zur Verfügung, der Landkreis nochmals eine Million und übernimmt eine Bürgschaft. Damit kann der Förderverein sich Kredite besorgen und sie wieder durch Spendengelder zurückzahlen.

Nadine Vögel hofft darauf, dass Spendendosen in den Geschäften aufgestellt werden dürfen und dass beispielsweise Spenden sammelnde Schulklassen auch noch Mittel in die Kassen bringen – oder auch Weihnachtsmärkte vor dem Tierheim.


Was geplant ist

Für rund 2,5 Millionen Euro soll das alte und unzeitgemäße Tierheim in Donaueschingen abgerissen werden und einem Neubau Platz machen. Das Haus wird um einige 100 Meter verlegt und parallel zur künftig vierspurigen B 27 neu gebaut. Weil das Gelände im Überschwemmungsgebiet liegt, muss die Bodenplatte um 1,5 Meter angehoben und auf 50 vier Meter tiefe Pfähle gesetzt werden. Das Haus ist 50 Meter lang und 15 Meter breit. Unter einem weiten Dachvorsprung sollen 20 Gitterboxen für Hunde gebaut werden, auf der anderen Seite des Gebäudes ist ein Katzenbereich geplant. Eine Bodenheizung soll die Temperatur im Haus auf zwölf bis 19 Grad temperieren. 

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