Nur so können sie noch ihre Liquidität sichern und ihre Gläubiger ruhigstellen. Die dadurch weiter steigenden Milchmengen – weniger die fallenden Preise – setzen nun zunehmend auch die Molkereien unter Druck, so BDM-Kreisteam-Leiter Schleicher, der auch stellvertretender BDM-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg ist.

Seit über 24 Monaten, so der Kreis-Teamleiter, fallen die Milchpreise, und seit mehr als zwölf Monaten müssen sich viele Milchviehhalter mit einem Milcherzeugerpreis von deutlich unter 30 Cent je Kilogramm Milch zufrieden geben. Aktuell liege die untere Preislinie sogar bei nur 24 Cent pro Kilo Milch. Dem gegenüber stünden Futterkosten, Kosten für die Bestandsergänzung sowie sonstigen Aufwand (Tierarzt, Besamungskosten) in Höhe von 23,4 Cent je Kilo. Darin seien weder Arbeitskosten noch Kosten für Investitionen, die Altersvorsorge und Sozialversicherung enthalten.

Auch die weiteren Aussichten für 2016 seien alles andere als ermunternd. „Viele Milchviehhalter wissen längst nicht mehr, wie sie ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen sollen, doch die Bundesregierung und die EU-Kommission setzen sich trotzdem in keiner Weise für eine Marktumkehr ein“, kritisiert Schleicher. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) müsse seinen Widerstand gegen das Milchmarkt-Krisenmanagement-Konzept des BDM aufgeben.

Schleicher verweist auf das Beispiel der Genossenschaftsmolkerei Friesland-Campina, die wegen Kapazitätsengpässen ihren Mitgliedern Anfang 2016 sogar einen Zuschlag zahlen wolle, wenn sie weniger oder gleich viel Milch wie im Vergleichszeitraum vom 13. bis 27. Dezember produzierten. Das zeige, so Schleicher, dass man auch kurzfristig die angelieferten Milchmengen begrenzen oder zurückfahren könne.