Es ist nichts Alltägliches, wenn gleich drei Pressesprecherinnen – Heike Frank vom Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis, Sandra Adams vom Schwarzwald-Baar Klinikum und Oxana Brunner von der Stadt Villingen-Schwenningen – zu einer gemeinsamen Pressekonferenz einladen. Allein dies zeigt, dass die Situation seit Corona nicht mehr normal ist.

„Wir stehen am Anfang einer Epidemie“, sagt Heike Frank. Nun gehe es darum, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, damit das Gesundheitssystem nicht zusammenbricht.

Im Klinikum werden Masken knapp

Im Schwarzwald-Baar Klinikum werden derzeit fünf Patienten behandelt, die positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, berichtet Sandra Adams. Sechs weitere Patienten gelten als Verdachtsfälle. Die Klinik bereite sich seit Wochen auf den Ernstfall vor, sagt Adams: „Wir haben uns viele Gedanken gemacht.“ Im Standort Donaueschingen, in dem die Corona-Fälle gebündelt werden sollen, werden derzeit alle Patienten entlassen. Die, bei denen das nicht möglich ist, werden nach Villingen-Schwenningen verlegt.

Eingriffe, die nicht medizinisch notwendig sind, werden abgesagt oder verschoben. „Wir rechnen damit, dass die Welle der Corona-Patienten kommen wird“, sagt die Pressesprecherin. Sie warnt insbesondere junge Menschen davor, die Situation auf die leichte Schulter zu nehmen. Es seien auch Fälle bekannt, bei denen jüngere Patienten auf der Intensivstation landeten.

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Die Sorge, dass dem Klinikum das Desinfektionsmittel ausgehen könnte, kann die Pressesprecherin beruhigen. Davon gebe es derzeit in ausreichender Menge. Allerdings mit Masken „wird es langsam knapp“. Die Bestellungen laufen und „wir hoffen, dass sie kommen“. Derzeit stehen im Klinikum 20 bis 30 Beatmungsplätze zur Verfügung. Diese können je nach Entwicklung noch aufgestockt werden, sagt Sandra Adams. „Es können bis zu 50 werden. Das wäre aber die Extremsituation.“

Was Besuche angeht, gibt es an den Standorten Villingen-Schwenningen und Donaueschingen unterschiedliche Regelungen, erklärt Sandra Adams. In Donaueschingen gilt ein Betretungsverbot. Nur Patienten und Mitarbeiter haben Zutritt. In VS gilt ein Besuchsverbot mit wenigen Ausnahmen – etwa sterbende Angehörige oder Kinder. Auch im Kreißsaal sei der Partner erlaubt, so Adams.

Landesverordnung lässt Fragen offen

Ein Problem, mit dem sich die Kreisverwaltung beschäftigen muss, sind die Lücken, die die nun geltende Landesverordnung aufweist. Die Corona-Verordnung habe viele Fragen aufgeworfen, sagt Heike Frank. Angelika Sautter vom Ordnungsamt ergänzt, dass etwa klar geregelt ist, dass Einzelhändler offen bleiben, wenn die für die Grundversorgung notwendig sind. Die Bereiche Dienstleister und Handwerker – beispielsweise Tattoo-Studios oder Optiker – seien hingegen nicht ausreichend abgedeckt.

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„Wir können diese Fragen derzeit nicht beantworten“, sagt Angelika Sautter. Zusammen mit den Städten Villingen-Schwenningen und Donaueschingen – hier hat die Stadt bereits angeordnet, dass beispielsweise Tattoo-Studios und Optiker geschlossen bleiben – soll deshalb eine einheitliche Regelung für den Kreis erarbeitet werden. Diese geht dann als Muster an die übrigen Kommunen, mit der Empfehlung, diese umzusetzen, erläutert Sautter. „Unser Bedürfnis ist, da möglichst schnell Abhilfe zu schaffen.“

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