Für die Kunden des Zweckverbands Gasfernversorgung Baar erhöhen sich die Gaspreise. Das wurde von ZVB-Geschäftsführer Ulrich Köngeter bei der jüngsten Verbandsversammlung bekanntgegeben und von der Versammlung beschlossen. Aufgrund des turbulenten Gasmarktes lasse sich eine Gaspreiserhöhung, die erste seit Oktober 2011, nicht vermeiden.

Die Einkaufspreise seien erheblich gestiegen. Köngeter nannte den Bürgerkrieg in Syrien, den Nah-Ost-Konflikt und die Aufkündigung des Iran- Atom-Abkommens durch die USA als Gründe für den Ölpreisanstieg, was auch zu stark steigenden Gaspreisen geführt habe. "Die Preise können nicht weiter auf dem bisherigen Niveau gehalten werden" so Köngeter. Deshalb wird der Gaspreis pro Kilowattstunde für den Einjahresvertrag um 0,42 Cent (brutto) und für Zweijahresverträge um 0,24 Cent (Brutto) steigen.

Betroffen sind Kunden, die ihren Vertrag zum 1. Oktober 2017 oder zum 1. Oktober 2016 abgeschlossen haben. Den Kunden, deren Vertrag im Oktober ausläuft, wird Mitte August ein neues Angebot unterbreitet. Für eine vierköpfige Familie, die in einem Einfamilienhaus lebt und einen Jahreverbrauch von 20 000 Kilowattstunden hat, bedeutet der Gaspreis-Anstieg Mehrkosten von etwa 83 Euro im Jahr. Für kleinere Haushalte mit etwa 10 000 Kilowattstunden pro Jahr sind es rund 48 Euro, wie der Zweckverband mitteilt.

Mit einem Jahresgewinn von etwas über 1,3 Millionen Euro, bei einer Bilanzsumme von 15,2 Millionen Euro schließt der Zweckverband (ZV) Gasfernversorgung Baar seine Jahresrechnung 2017 ab. Etwas über eine Million Euro des Gewinnes wird an die beteiligten Verbandsgemeinden ausgeschüttet und der Rest den Rücklagen (300 000 Euro) zugeführt.

Oberbürgermeister Erik Pauly (Donaueschingen) zeigte sich mit dem Ergebnis 2017 sehr zufrieden und sah den Prüfungsbericht ohne Beanstandungen als sehr positiv an. Bürgermeister Micha Bächle (Bräunlingen) dankte der Geschäftsführung für die gute Bilanz und freute sich über die hohe Gewinnausschüttung, die letztlich den Bürgern auch über ihre Gemeinde wieder zugute kommt. Daran könne jeder sehen, dass der Gasbezug auch einen Mehrwert für die Gemeinde und den Bürger habe. Jörg Dieterle (Bad Dürrheim) lobte ebenfalls das Ergebnis 2017, das besser lag als im Wirtschaftsplan.

Keine Beanstandungen hatte Wirtschaftsprüfer Matthias Appel (Stuttgart), dem auch für die kommenden Jahre die Wirtschaftsprüfung erteilt wurde. Die Entlastung der Geschäftsführung und des aktuell erkrankten Vorsitzenden Walter Klumpp, beantragt von Erik Pauly, war nur Formsache. Wie sich die weitere Situation im Gasmarkt entwickelt, lasse sich noch nicht abschätzen, sagte ZVB-Geschäftsführer Köngeter.