Da lacht das Auge, wenn es durch die Schulungsräume der Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Villingen streicht und an einem reich gedeckten Büffet hängen bleibt. Ob Lachsröllchen Käsehäppchen, fein-scharfe Shrimps oder Himbeersorbet: lauter kulinarische Köstlichkeiten. Rund 20 junge Mütter mit Migrationshintergrund aus 18 Ländern dieser Welt haben sich vier Wochen lang ein erstes Bild vom Hotel- und Gaststättengewerbe machen können. Jetzt wurde der Abschluss des Kurses gefeiert.

Das Jobcenter hatte die Frauen ausgesucht für diesen Kurs, den das Bildungszentrum Vatter in Villingen nun bereits zum zweiten Mal seit 2013 Frauen für den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Berufsleben angeboten hat. Finanziert wurde der Kurs aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundesfamilienministeriums.

Im Vordergrund der Maßnahme stand laut Thomas Scholz, technischer Lehrer an der Hotelfachschule, das Ziel, den Frauen eine Berufsperspektive zu eröffnen. Da gerade im Gastronomiebereich ein großer Arbeitskräftemangel herrsche, stünden die Chancen für die Lehrgangsteilnehmerinnen auf einen Ausbildungsplatz sehr gut. Scholz hat in den ersten zwei Wochen des Kurses sowohl theoretisch als auch praktisch im Bereich Service grundlegende Kenntnisse vermittelt. Aber nicht nur das Servieren war Gegenstand des Lehrganges, auch der Bereich der Küche hatte großes Gewicht bei dem Schnupperlehrgang. Hier legten die beiden Lehrer großen Wert auf die hygienischen Standards bei der Zubereitung von Speisen.

"Interessant ist, dass die Frauen alle noch zu Hause das Kochen von Grund auf gelernt haben – und zwar aus den Rohstoffen, die das Feld und der Garten hergeben. Das hat uns Köchen die Arbeit natürlich sehr erleichtert", so der technische Lehrer Steffen Riedlinger. Ergänzt wird er von seinem Kollegen Rolf Lohrer: "Für uns war dieser Kurs etwas Neues, aber alles war sehr positiv und es hat allen sehr viel Freude gemacht", so der technische Oberlehrer.

Klaus Ringgenburger von der Industrie- und Handelskammer (IHK) betonte den Stellenwert der Dienstleistungsberufe und lobte, dass die 20 Frauen mit großem Eifer trotz familiärer Aufgaben diesen Kurs durchgezogen hätten. Nun gelte es, passende Ausbildungsverhältnisse zu finden.

Auch Schulleiter Robert Fechteler fand nur lobende Worte zu dieser Art der beruflichen Wegfindung. Die Zusammenarbeit mit dem privaten Bildungszentrum sowie mit dem Job-Center sei reibungslos verlaufen.

Ausnahmslos alle Teilnehmerinnen zeigten sich höchst motiviert – und bewiesen recht gute deutsche Sprachkenntnisse, sodass es bei der Verständigung zu keinen Problemen kam.

Das Projekt

Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein: So heißt das Projekt, das vom Europäischen Sozialfonds getragen wird. Die in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg geförderte Maßnahme ist eines von 87 bundesweit ausgewählten Projekten dieser Art. Hierzu gehört unter anderem die intensive Vorbereitung, Unterstützung und sozialpädagogische Betreuung bei der beruflichen Orientierung sowie die Motivation, eine qualifizierte Ausbildung zu erhalten.

Infos im Internet: www.starkimberuf.de