"Ich bedanke mich im Namen der Tiere." Andreas Kuchelmeister gehört seit rund 20 Jahren dem Trägerverein des Kreistierheims an, aktuell ist er dessen Vorsitzender und am Montagvormittag machte er sich beim symbolischen Spatenstich für das neue Kreistierheim zum Sprachrohr von Hunden, Katzen, Meerschweinchen und Hasen, die von ihren Besitzern aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr gehalten werden können.

Nach zähen Verhandlungen hatte der Kreistag im vergangenen Sommer grünes Licht für den Neubau des Kreistierheims in Donaueschingen gegeben. Die Kosten liegen bei rund 2,7 Millionen Euro. Wie Landrat Sven Hinterseh betonte, bestehe noch eine Finanzierungslücke von 200 000 Euro. Er sei aber optimistisch, diese schließen zu können. Eine Million Euro steuert der Kreis bei, 500 000 Euro die Stadt Donaueschingen, 500 000 der Trägerverein des Tierheims (für diesen Betrag bürgt der Landkreis), 100 000 Euro kommen vom Land, weitere 100 000 Euro stammen aus einem Erbe und 300 000 Euro soll das Tierheim an Spenden sammeln.

Der Chef der Kreisverwaltung bescheinigte dem Team um Tierheim-Leiterin Nadine Vögel, hervorragende Arbeit zu leisten. Der Neubau sei dringend notwendig geworden, da das bestehende Gebäude, es liegt nur rund 300 Meter Luftlinie vom neuen Standort unweit der B 27 entfernt, große bauliche Mängel aufweise. Das Kreistierheim ist fast 60 Jahre alt, wurde in dieser Zeit einmal renoviert und entspricht schon seit einigen Jahren nicht mehr den tierschutzrechtlichen Bestimmungen, was zum Beispiel Größe und Ausstattung der Zimmer für die Tiere anbelangt.

Im alten Gebäude war und ist momentan noch ständiges Improvisieren notwendig, um den durchschnittlich rund 100 Fund- und Pflegetieren ein Dach über dem Kopf geben zu können.

Der Umzug des Tierheims in Richtung B 27 hängt auch mit dem vierspurigen Ausbau der Bundesstraße zusammen. Gleichzeitig will Donaueschingen den Zusammenfluss von Brigach und Breg im Rahmen eines von der EU geförderten Auwald-Projekts genau an die Stelle verlegen, wo im Augenblick noch das Tierheim steht. Also weg von der Bundesstraße. So soll der Donauzusammenfluss aufgewertet und neben der Donauquelle zu einem weiteren touristischen Highlight werden. Da die Zuschüsse an Fristen gebunden sind, muss der Umzug des Tierheims rasch erfolgen. Wenn alles nach Plan läuft, ist der Neubau im Juli 2018 beziehbar. Es ist schon kurios, dass Zuschussprogramme aus Brüssel so letztlich schutzbedürftigen Tieren im Schwarzwald-Baar-Kreis zugute kommen.