Wegen schweren Bandendiebstahls müssen sich seit gestern vier Männer mit rumänischer Staatsangehörigkeit vor dem Landgericht Konstanz verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen zu unterschiedlichen Tatanteilen insgesamt 33 Einbruchdiebstähle vor, die sie zwischen Mai und August vorigen Jahres in Baden-Württemberg begangen haben sollen. Unter anderem sollen sie auch in Villingen, Triberg, St. Georgen, Königsfeld, Donaueschingen und in angrenzenden Landkreisen auf Diebestour gewesen sein. Die Schäden sollen sich insgesamt auf mehr als 70 000 Euro belaufen.

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Die beiden Haupttäter sollen im Frühjahr 2018 beschlossen haben, zunächst zusammen mit zwei bislang unbekannten Mittätern ihren Lebensunterhalt mit Einbrüchen zu bestreiten. Zu diesem Zweck reisten sie aus Rumänien an und mieteten sie sich in einem Appartementhaus in St. Georgen ein. Von dort aus sollen sie bis Anfang August losgezogen sein, um geeignete Objekte auszuspähen und zur Tat zu schreiten. Dazu suchten sie laut Anklage in den jeweiligen Orten Mehrfamilienhäuser aus, deren Haustüren offen standen oder leicht zu öffnen waren. Dann klingelten sie an einer der Wohnungstüren, um festzustellen, ob jemand zu Hause war. Wenn geöffnet wurde, zogen sie unter einem Vorwand wieder ab.

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Meldete sich niemand, so drangen sie durch Abdrehen der Schließzylinder ein und durchwühlten Schränke und Schubladen. Dabei fielen ihnen Bargeld, Schmuck, Elektronikartikel und andere Dinge in die Hände. In St. Georgen ließen die Täter außer Bargeld und Schmuck auch ein teures Abendkleid mitgehen. In Villingen, wo sie gleich zweimal zuschlugen, nahmen sie unter anderem Uhren und zwei Flaschen echten, schottischen Whiskey mit. In Donaueschingen stahlen sie aus einer Wohnung mehrere Laptops und Tablets sowie eine Kaffeemaschine und Bargeld. Allein im Schwarzwald-Baar-Kreis soll der Schaden ohne Sachschäden um die 20 000 Euro betragen. Beim Verlassen der Wohnungen sollen sie die Schließzylinder wieder in die Türen gesteckt haben.

In Rottweil wurden die Täter von einem Bewohner überrascht. Als der Mann einen der Männer festhalten wollte, wurde er zwei Mal in den Bauch getreten. Im Juni sollen sich die beiden Hauptangeklagten für mehrere Wochen nach Norwegen abgesetzt haben. Danach sollen sie in den Schwarzwald-Baar-Kreis zurückgekehrt und sich mit den beiden Mitangeklagten Landsleuten aus Spanien zusammengetan haben. In der neuen Besetzung und mit einer neuen Aufbruchsmethode soll es zu sechs weiteren Einbrüchen in Trossingen, Villingen und im Bodenseekreis gekommen sein. Alle vier sitzen seit Anfang August in Untersuchungshaft. Zum Teil haben sie Familien in Rumänien oder in Spanien. Am Montag kam es zunächst zu internen Verhandlungen, um die Möglichkeit einer Prozessabsprache zu erörtern.