Als Maler und Zeichner hat Johann Baptist Kirner im 19. Jahrhundert Berühmtheit erlangt – und erfährt derzeit durch seine Heimatstadt Furtwangen, den örtlichen Geschichts- und Heimatverein sowie Kirner-Nachfahren der Familie Staeb eine besondere Ehrung anlässlich seines 150. Todestages: Eine Ausstellung im Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen zeigt der zeit rund 40 Gemälde, Ölstudien und Skizzen Kirners, die überwiegend aus Privatbesitz stammen und der Öffentlichkeit sonst nicht zur Verfügung stehen, wie es in einer Mitteilung des Deutschen Uhrenmuseums heißt.

"Die Ausstellung ermöglicht einerseits, den Blick in die Werkstatt eines Malers der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu werfen, und andererseits eine bewegte Epoche voll wirtschaftlichen und politischen Wandels anhand Kirners künstlerischer Dokumentation besser zu begreifen", so die Ausstellungsmacher. Die Gemäldeschau werde ergänzt durch zahlreiche Skizzen, Vorzeichnungen und Briefe des Künstlers. Sie sollen das Leben und den Alltag dieser Zeit für die Bevölkerung, aber auch Kirners im Speziellen, veranschaulichen. Dazu kommen weitere Exponate.

Johann Baptist Kirner kam am 24. Juni 1806 in Furtwangen auf die Welt, besuchte als 18-Jähriger die Kunstakademie München. "1839 wird er von Leopold von Baden zum Großherzoglich Badischen Hofmaler berufen und lebt in Karlsruhe", so die Ausstellungsmacher weiter. Berühmtheit habe Kirner durch sein Gemälde „Ein Schweizer Grenadier“ (1831) erlangt; Großherzog Leopold ermöglichte ihm daraufhin einen Studienaufenthalt in Rom, der seinen Stil nachhaltig geprägt habe: "Hier teilt er sich ab 1832 mit seinem Malerkollegen und Freund Franz Xaver Winterhalter ein Atelier. 1856 wird Kirner zum Ehrenmitglied der Akademie der Künste in München ernannt. Hier lebt er bis Ende 1865, zieht dann aber wieder zurück in seine Heimatstadt Furtwangen, wo er am 19. November 1866 verstirbt."

Kirner zeige "ein ausgeprägtes Beobachtungsvermögen, das Leben und Alltag seiner Zeit veranschaulicht", heißt es in der Mitteilung. Sein Oeuvre beinhalte auch Landschafts-, Historien- und Religiöse Malerei sowie Porträts. "Dennoch sind es die Begegnungen des Alltags, die ihn vor allem interessieren. Mal heiter und humorvoll und mitunter an seinen Freund und Künstlerkollegen Carl Spitzweg erinnernd, mal voller Empathie und Mitgefühl, wie bei seinen Arbeiten zur Revolution 1848/49, präsentiert sich Kirner vor allem als erhabener Genremaler." (sk/jdr)

Deutsches Uhrenmuseum, Robert-Gerwig-Platz 1, Furtwangen. Öffnungszeiten: Täglich 10 – 17 Uhr. Das Museum Arche in Furtwangen zeigt zeitgleich Werke des Bruders Lukas Kirner sowie Johann Baptist Laules. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.