Noch 49 Tage und etliche Stadt- und Gemeindeoberhäupter verlieren ihre Amtsgewalt. Ein Schicksal, bei dem auch der Schultes von Wolterdingen keine Gnade erwarten dürfe, so Narrenpräsident Gerd Kaltenbach in Richtung von Ortsvorsteher Reinhold Müller, nachdem dieser zur Begrüßung beim Dreikönigstreffen der Schwarzwälder Narrenvereinigung am Donnerstag ein Loblied auf den größten Stadtteil Donaueschingens gesungen hatte. Die fastnachtliche Anzugsordnung und der erstmals legere Rahmen wiesen auf die Neustrukturierung des Dreikönigstreffen hin.

"An Dreikönig geht die Fasnet richtig los", erklärte Gerd Kaltenbach und unterbrach den Ablauf gleich wieder für hohen Besuch. Die Sternsinger zogen in die Wolterdinger Festhalle ein, brachten den Narren ihren Segen und hießen, die Sammelbüchsen ausstreckend, anschließend die Narren den Geldbeutel zu zücken.

Für das erste Fasnetkribble der SNV gebe es von 380 Sitzplätzen noch 100 Karten, berichtete Vereinigungspräsident Kaltenbach. "Kribble deshalb, weil die Fasnet in uns allen kribbelt und wir die Gala-Veranstaltung im Rahmen des siebten Schwarzwälder Narrentreffs in Unterkirnach nicht Gala-Veranstaltung nennen wollten", erklärte er die Namensgebung. Im Eintrittspreis von 25 Euro pro Karte sind der Sektempfang, ein kalt-warmes Schwarzwald-Buffet und das elf Punkte umfassende "Wahnsinnsprogramm" enthalten. Die Symbadischen Senfoniker spielen auf. Aus den Arge-Verbänden hätten sich sieben Präsidien angemeldet, so Kaltenbach weiter, sowie eine stattliche Anzahl Ehrenpräsidenten und Gäste aus Politik und Wirtschaft. Gern könne auch die "normale" Bevölkerung über die SNV, die Kieschtockzunft oder die Touristinfo Unterkirnach Karten beziehen.

Der Narrebot 2017 strotzt vor Informationen. Gerd Kaltenbach unternahm einen kurzen Streifzug durch das 88 Seiten starke, "lächerliche" drei Euro kostende Narrenblatt. Das große Organ der Narrenvereinigung mit einer Auflage von 2100 Stück ist bei den Verbandszünften sowie über das Präsidium, oder auch über die Homepage der Vereinigung erhältlich. Besonders gut komme die Pinnwand auf der letzten Seite mit den Veranstaltungsterminen der Mitgliedszünfte an.

Üppig ist das Wochenende in Unterkirnach, wo der 50. Geburtstag der Kieschtock-Zunft der Hintergrund des siebten Schwarzwälder Narrentreffs vom 3. bis zum 5. Februar ist: Nachtumzug, Zunftball, Narrentreiben im Narrendorf, großer Kinderumzug der SNV, Treff der ehemaligen Zunftmeister, das erste Fasnetkribble, ein Festgottesdienst – auch für Nichtnarren, Zunftmeisterempfang, großer Jubiläumsumzug. Die Ortsdurchfahrt Unterkirnach ist für diese Tage komplett gesperrt. Über den Ablauf des Freundschaftstreffens Friedenweiler vom 17. bis 19. Februar, das platzbedingt in Rötenbach stattfindet, informierte Zunftmeister Christian Löffler. Auch Rötenbach wird mit allem Drum und Dran drei Tage in Narrenhand sein.

Acht Zünfte sind zum Regierungsempfang nach Freiburg eingeladen: die Narrenzunft Brigachtal, die Obertalemer Blindschießer, die Rebberghexen Grüningen, die Tigerschweine Unterbaldingen, die Narrenzünfte Rötenbach und Niedereschach, die Schlierbach-Narren aus Schabenhausen und die Schanzelzunft Villingen. Der SNV-Sommerjugendtreff findet am 8. und 9. September statt und wird von der Bärenzunft Bärental ausgerichtet.

 

Die Narrenvereinigung

Die Schwarzwälder Narrenvereinigung wurde am 23. Oktober 1971 in Brigachtal gegründet. Sie beheimatet Zünfte aus den ehemaligen Landkreisen Villingen, Donaueschingen und dem Hochschwarzwald. Am 22. Oktober 2016 wurde der Sitz der Vereinigung ins Narrendomizil der SNV, nach Unterkirnach verlegt. Zur SNV gehören 50 Narrenzünfte, 50. und neuestes Mitglied sind die Ziegel-Buben Schwenningen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.schwarzwaelder-narrenvereinigung.de.