Villingen-Schwenningen – Die Region macht Druck für eine vollwertige Ausstattung von Schwarzwald-Baar-Heuberg bei der nächsten Mobilfunkgeneration, kurz 5G genannt. Drei Landräte und die IHK sowie der Regionalverband sind deshalb nun bei der Bundesnetzagentur vorstellig geworden.

Dieser Schulterschluss unterstreicht für Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, die Bedeutung des Themas. „Es besteht die absolute Notwendigkeit, eine der wirtschaftsstärksten Regionen Europas wie unsere mit 5G auszustatten“, sagte er am Montag gegenüber dem SÜDKURIER. Die Region sei, so der IHK-Chef weiter, „mit den Bundestagsabgeordneten wie Volker Kauder und Thorsten Frei in einem Boot. Wir steuern alle in die selbe Richtung.“ Hyperschneller Mobilfunk solle sehr hohe Datendurchsätze bieten, die die Infrastruktur von Bürgern, Kommunen und Produktionslandschaften ganz entscheidend beeinflussen würden, sagte Albiez weiter. Telemedizin, Nahverkehr und vernetzte Betriebe benötigten rasch eine solche Ausstattung.

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Mit 5G einher geht auch die Frage, wie die Sendeleistung überhaupt erzeugt wird. Technisch geklärt ist grundsätzlich, dass ein 5G-Sendemast einen erheblich geringeren Radius abdeckt als ein konventioneller Mobilfunkmast. Diskutiert werde, so Philipp Hilsenbek von der IHK, ob vorhandene Masten für Straßenbeleuchtung als Sendebasis genutzt werden könnten. Der IHK-Bereichsleiter für Standortpolitik ist einer der Experten der Region, die es sich zum Ziel gesetzt haben, bei der Bundesregierung klar zu machen, dass nicht nur Metropolregionen oder Großstädte flächendeckend mit einer 5G-Versorgung auszustatten sind, sondern vor allem eine Region wie die zwischen Blumberg, Triberg und Rottweil.

Konkret haben die Landräte mit IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos-Boyd und dem Regionalverbandsvorsitzenden Jürgen Guse ein Einladungsschreiben an die Bundesnetzagentur gesandt. Erwünscht: ein Gespräch vor Ort mit Präsident Jochen Homann zu einem ganzen Fragenkatalog, der dem Einladungsschreiben zur Vorbereitung des Treffens gleich angehängt ist. In dem Brief wird prägnant die Schlagkraft der Region umrissen: „37 000 Unternehmen, 200 000 Beschäftigte und 6000 Auszubildende“ markierten die Nachfrage nach hyperschnellem Mobilfunkstandard. Die Verfasser des Schreibens knüpfen die Zukunft der Region an 5G: „Die bevorstehende Vergabe der 5G-Lizenzen beeinflusse maßgeblich die Leistungsfähigkeit unseres Mittelstandes.“ Im Vergabeprozess der 5G-Lizenzen, den die Bundesnetzagentur nun vorzubereiten beginnt, seien deshalb auch Fakten für ländliche Räume zu berücksichtigen, umreißen die Landräte Sven Hinterseh (Schwarzwald-Baar), Stefan Bär (Tuttlingen) und Wolf-Rüdiger Michel (Rottweil verstärkt durch IHK-Präsidentin und Regionalverbandsvorsitzenden ihre Vorstellungen.

Das Schreiben aus der Region soll Druck aufbauen. Philipp Hilsenbek verweist im Gespräch mit dieser Zeitung darauf, dass es schlicht darum gehe, wie künftig dieser Heimatabschnitt von Baden-Württemberg technologisch ausgestattet ist. Der IHK-Fachmann macht klar, dass es eine funklochfreie Versorgung für die Landkreise Tuttlingen, Rottweil und Schwarzwald-Baar geben müsse. Es gehe um „Chancengleichheit und ebenbürtige Rahmenbedingungen in Deutschland“. Er formuliert es auch mit dem Gegenteil: Werde „Schwarzwald-Baar-Heuberg nicht mit 5G gleichberechtigt ausgestattet“, so sei dies „erfolgskritisch“.