Schwarzwald-Baar – 2560 aktive Feuerwehrangehörige zwischen Blumberg und Schonach sind rund um die Uhr einsatzbereit, um im Ernstfall auszurücken und Brände zu löschen, technische Unterstützung zu leisten und Menschen in Not zu helfen. Dafür müssen die Voraussetzungen stimmen – von der technischen Ausrüstung bis hin zur Verfügbarkeit qualifizierter Kräfte.

Was nun Technik und Ausstattung betrifft, gibt es im Schwarzwald-Baar-Kreis wenig Anlass für Kritik. Bei einer Umfrage des SÜDKURIER bei den heimischen Feuerwehren zeigt sich zwar hie und da Bedarf für den Ersatz alter Fahrzeuge oder für neue Gerätehäuser, aber insgesamt sorgen die Kommunen gut für ihre Wehren. Das bestätigt auch der generelle Überblick, den Florian Vetter gibt: Er ist seit drei Jahren Kreisbrandmeister für den Schwarzwald-Baar-Kreis. Er sieht die Feuerwehren gut gerüstet, auch wenn (noch) nicht bei allen 78 Standorten und Abteilungen der Optimalstand erreicht sei.

Kreisbrandmeister Florian Vetter. Bild: Feuerwehr
Kreisbrandmeister Florian Vetter. Bild: Feuerwehr | Bild: Feuerwehr
  • Fahrzeugflotte: Die sieht Vetter "im Großen und Ganzen gut aufgestellt." Die Gemeinden, die für die Leistungsfähigkeit ihrer Feuerwehren zuständig sind, investieren regelmäßig in neue Fahrzeuge. "Hier spürt man deutlich die gute Konjunktur." Allerdings sind vor allem in den Ortsteilen noch mitunter Fahrzeuge im Einsatz sind, die 35 Jahre oder älter sind.
    Ein Feuerwehrauto, das sogar auf Bahngleisen fahren kann: Dieses außergewöhnliche Beispiel aus St. Georgen für Einsätze auf der Schwarzwaldbahn – hier rechts neben einem Zug zu sehen – ist sicherlich eines der Glanzlichter in der Ausrüstung einer heimischen Feuerwehr. Doch auch sonst haben die Wehren im Landkreis offenbar wenig Anlass, über ihre Ausstattung zu klagen. Bild: Roland Sprich
    Ein Feuerwehrauto, das sogar auf Bahngleisen fahren kann: Dieses außergewöhnliche Beispiel aus St. Georgen für Einsätze auf der Schwarzwaldbahn – hier rechts neben einem Zug zu sehen – ist sicherlich eines der Glanzlichter in der Ausrüstung einer heimischen Feuerwehr. Doch auch sonst haben die Wehren im Landkreis offenbar wenig Anlass, über ihre Ausstattung zu klagen. Bild: Roland Sprich
  • Gerätehäuser: Hier reicht der Stand von modern bis historisch. Während sich etwa die Feuerwehr in VS-Schwenningen über ein modernes Gerätehaus freuen kann, entsprechen die Gerätehäuser in Triberg und Gütenbach sowie in Villingen längst nicht mehr den Anforderungen. Hier herrscht zum Teil dringender Bedarf. "Früher wurden in den Gerätehäusern Kutschen untergestellt. Da haben die heutigen, großen und schweren Fahrzeuge natürlich keinen Platz", weiß der Kreisbrandmeister um die Nöte in manchen Orten. Reinhold Engesser, Vize-Kreisbrandmeister, betont: "In den Ortsteilen wird es noch eine Weile dauern, bis alles zeitgemäß ist."
    Das Feuerwehrgerätehaus in Triberg aus dem Jahr 1905 ist in sehr schlechtem Zustand und erfüllt moderne Ansprüchen nicht mehr. In den nächsten drei Jahren soll ein Ersatz gebaut werden. <em>Bild: Roland Sprich</em>
    Das Feuerwehrgerätehaus in Triberg aus dem Jahr 1905 ist in sehr schlechtem Zustand und erfüllt moderne Ansprüchen nicht mehr. In den nächsten drei Jahren soll ein Ersatz gebaut werden. Bild: Roland Sprich
  • Personalstand: Vetter ist froh, dass die Mitgliederzahlen der Feuerwehren kreisweit seit Jahren stabil sind. "Wir haben derzeit keinen Abwärtstrend, aber wir kämpfen um den Erhalt des Personalbestands." Das Tagesgeschäft könne mit den verfügbaren Kräften jederzeit abgedeckt werden. "Wo es klemmt, ist der Bereich Katastrophenschutz", ergänzt Reinhold Engesser. So sei es nicht einfach, bei mehrtägigen Einsätzen – etwa nach Unwettern mit Hochwasser – die Personalstärke aufrecht zu erhalten. Dann brauche man Hilfe aus anderen Gemeinden und Landkreisen.
  • Kooperationen: Es muss noch intensiver überlegt werden, wo man die Ausstattung der Feuerwehren über Gemarkungsgrenzen hinweg sinnvoll bündeln kann, um Kosten zu sparen. "Es braucht nicht jede Gemeinde ein eigenes Drehleiterfahrzeug. Aber es muss geschaut werden, wo das schnellstmöglich verfügbare Rettungsmittel herkommt", sagt der Kreisbrandmeister.
    Im Bedarfsfall muss das benötigte Rettungsmittel schnellstmöglich verfügbar sein. Die St. Georgener Feuerwehr (Bild) hilft etwa mit der Drehleiter der Gemeinde Königsfeld aus. <em>Bild: Roland Sprich</em>
    Im Bedarfsfall muss das benötigte Rettungsmittel schnellstmöglich verfügbar sein. Die St. Georgener Feuerwehr (Bild) hilft etwa mit der Drehleiter der Gemeinde Königsfeld aus. Bild: Roland Sprich | Bild: Roland Sprich

Dafür gibt es schon Beispiele. So rückt bei Einsätzen in Königsfeld die Drehleiter aus St. Georgen aus. Und Einsatzorte in Unterbränd erreicht die Feuerwehr Löffingen über Kreisgrenzen hinweg schneller als Donaueschingen. Zudem hat der Landkreis Spezialfahrzeuge an verschiedenen Stützpunkten. So sind Teilkomponenten des Gefahrgutzuges in Villingen, Donaueschingen und Blumberg stationiert. Und in St. Georgen steht ein spezielles Schienenfahrzeug für Einsätze im Bereich der Schwarzwaldbahn bereit.

"Ich danke der Feuerwehr, weil sie mich in der Nacht aus dem brennenden Haus an der Gerberstraße geholt und wirklich mein Leben gerettet hat."Marica Susanj, Villingen-Schwenningen
"Ich danke der Feuerwehr, weil sie mich in der Nacht aus dem brennenden Haus an der Gerberstraße geholt und wirklich mein Leben gerettet hat."Marica Susanj, Villingen-Schwenningen | Bild: Norbert Trippl

Feuerwehren im Überblick

  • Bad Dürrheim: Die Einsatzabteilungen der Feuerwehr Bad Dürrheim haben zusammen 181 Mitglieder (170 männlich, elf weiblich). Bis auf einen Schlauchwagen sind die Einsatzfahrzeuge auf neuestem Stand. Grundsätzlich gilt das auch für das 2008 erbaute Gerätehaus in Bad Dürrheim, doch dort senkt sich inzwischen ein Gebäudeteil aufgrund des problematischen Untergrundes. (sgn)
  • Blumberg: Die Feuerwehr Blumberg hat mit 277 Aktiven noch einen stabilen Personalstamm, sagt Kommandant Stefan Band. Engpässen bei der Tagesverfügbarkeit begegnet die Wehr damit, dass jeweils mehrere Abteilungen gemeinsam alarmiert werden. Die Gesamtwehr hat 17 Einsatzfahrzeuge. Bei der Drehleiter seien sie auf andere Wehren angewiesen. "Ansonsten sind wir fahrzeugtechnisch und von der Ausrüstung auf einem guten Stand." Das Feuerwehrhaus in Blumberg ist frisch saniert, die anderen Gerätehäuser seien bis auf zwei in einem guten Zustand. Das Feuerwehrhaus Achdorf solle dieses Jahr neu gebaut werden, dann fehle noch eine Erneuerung des Gebäudes in Fützen. (blu)
  • Bräunlingen: Kommandant Martin Frey führt 144 Feuerwehrleute. "Wir haben sechs Löschfahrzeuge und einen Mannschaftstransportwagen", sagt Frey, doch mit Blick auf die Erfüllung des Feuerwehrbedarfsplanes geht es jetzt auch um den Kauf eines neuen Fahrzeuges zur Stärkung des Standorts Unterbränd. (guy)
  • Brigachtal: Die Wehr ist mit 84 Mitgliedern nach eigenen Angaben "vollumfänglich einsatzfähig", 52 Prozent sind unter 40 Jahre alt. Eine kritische Untergrenze werde erst bei rund 60 Aktiven erreicht. Konsequente Jugendarbeit zur Nachwuchsgewinnung sei "ein absolutes Muss", aber nicht schon mit Kindern unter zehn Jahren. Die Ausstattung in Brigachtal sei "tadellos". Das Gerätehaus sei auf aktuellem Stand. (tol)
  • Dauchingen: Die aktive Mannschaft in Dauchingen besteht aktuell aus drei Feuerwehrfrauen und 34 Feuerwehrmännern. Mit vier Einsatzfahrzeugen und der Technikausstattung sei man gut aufgestellt, so Kommandant Ralf Laufer. Er wünscht sich aber mehr Quereinsteiger zur Unterstützung. Neue Leute könne man derzeit nur aus der Feuerwehrjugend rekrutieren. (in)
  • Donaueschingen: Kommandant Edgar Schiesel ist verantwortlich für 254 Einsatzkräfte. Die 21 Fahrzeuge werden in rund 190 Einsätzen pro Jahr gebraucht. Bei der Nachwuchsgewinnung setzt man auf die Jugendwehr, die aktuell 54 Mitglieder hat. In Donaueschingen gbt es eine Gefahrgutgruppe, die mit Spezialgerät kreisweit ausrückt, wenn gefährliche Chemikalien Menschen, Tiere und Umwelt bedrohen. (guy)
  • Furtwangen: Die Feuerwehr hat 149 Mitglieder, dazu kommt noch eine Jugendwehr. Laut Kommandant Jochen Löffler ist die Fahrzeugausstattung gut, für Ersatzbeschaffungen sei ein Plan mit der Stadt vereinbart. Als nächstes soll eine neue Drehleiter gekauft werden. Die Feuerwehr ist mit anderen Rettungsorganisationen und der Polizei in einem Rettungszentrum untergebracht, das aber schon aus allen Nähten platzt. (hei)
  • Gütenbach: Die Gütenbacher Feuerwehr besteht aus 39 aktiven Feuerwehrleuten und 13 Jugendlichen in der Jugendfeuerwehr. Kommandant Jürgen Schonhardt Kommandant ist mit der Fahrzeugausstattung zufrieden. Ein Problem ist aber, dass die Fahrzeuge in einer ehemaligen Lagerhalle für Kohle parken müssen, wo ihnen Feuchtigkeit zusetzt. Daher werde intensiv ein Neubau des Gerätehauses diskutiert. (hei)
  • Hüfingen: Die Hüfinger Feuerwehr mit ihren 239 Aktiven ist laut Kommandant Martin Weiß fahrzeugtechnisch gut aufgestellt. 2019 soll ein Spezialfahrzeug dazukommen, das besonders bei Unfällen mit schwerem Gerät auch kreisweit zum Einsatz kommen soll. Auch die Feuerwachen könnten sich sehen lassen. In Behla kommt dieses Jahr noch ein neuer Anbau ans Gerätehaus. (guy)
  • Königsfeld: Die Gesamtwehr sieht sich gut aufgestellt mit 135 aktiven Feuerwehrmännern und –frauen. Personalengpässe kompensiert eine 30-köpfige Tageseinsatzgruppe, zudem gibt es bei Bedarf Hilfe aus Nachbargemeinden. Die Fahrzeugflotte ist – wie auch die sonstige Ausrüstung – auf gutem Stand und wird kontinuierlich weiter modernisiert. (kst)
  • Mönchweiler: Die Ausrüstung der 31 Aktiven ist auf gutem Stand. Demnächst wird beispielsweise der Mannschaftstransporter erneuert. Personell kann Kommandant Gerd Wimmer tagsüber auf Unterstützung von Feuerwehrleuten anderer Wehren zurückgreifen, die im Gewerbegebiet der Gemeinde arbeiten. Die Zahl der Feuerwehrleute in Mönchweiler steigt wieder. Die Einsatzfähigkeit ist damit tags und nachts gewährleistet. Das Gerätehaus wurde gerade saniert. (put)
  • Niedereschach: Zusammen mit den Mitgliedern der Altersmannschaft und der Jugendfeuerwehr zählt die Gesamtfeuerwehr aktuell 169 Mitglieder. Die Wehr ist zwar voll einsatzfähig, aber die Tageseinsatzgruppe bereitet Sorgen, da sehr viele Wehrmitglieder auswärts berufstätig sind. Die Ausstattung der Wehr ist auf dem neuesten Stand. Ausgereizt sind aber die Kapazitäten der Feuerwehrgerätehäuser. (tol)
  • St. Georgen: Um die hohe Zahl von Einsätzen – im vergangenen Jahr waren es 148 – bewältigen zu können, wird der Fuhrpark kontinuierlich modernisiert. Insgesamt 13 Fahrzeuge stehen derzeit zur Verfügung, wobei bald ein Hilfeleistungslöschfahrzeug und die Drehleiter ersetzt werden müssen. Insgesamt stehen 140 aktive Feuerwehrleute bereit, 50 Jugendlichen sind in den Jugendfeuerwehren dabei – und es gibt sogar eine Kindergruppe. (ww)
  • Schönwald: Die Ausrüstung ist hier nicht das Problem. Was fehlt, sind Einsatzkräfte, so Kommandant Andreas Faller: "Durch die Arbeitsplätze außerhalb ist die Tagesbereitschaft nur bedingt gegeben." Die Mannschaft kommt derzeit auf 33 aktive Mitglieder, 16 aus der Jugendfeuerwehr sowie zehn Mitglieder in der Altersmannschaft. "Der Altersdurchschnitt steigt und so steigen mehr Leute aus als nachkommen." Die Wehr hält mit Jugendarbeit und Werbeaktionen dagegen. (ww)
  • Schonach: Sechs Fahrzeuge hat die Feuerwehr Schonach, "das sind für unsere Ortsgröße viele", sagt Kommandant Dirk Schuler. Doch mit Schlauchwagen und Drehleiter deckt die Wehr auch Gebiete der Triberger und der Schönwalder Feuerwehr ab. Wobei die Drehleiter bald ersetzt werden müsse. Die Mannschaft besteht aus 52 aktiven Mitgliedern, 18 in der Altersmannschaft und 22 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr. Es gebe "keine Probleme, Nachwuchs zu finden", sagt Schuler, "und unsere Jugendfeuerwehr ist stark besetzt." Das Gerätehaus sei gut ausgestattet. (ww)
  • Triberg: Die Feuerwehr Triberg hat 91 aktive Mitglieder, 45 aus der Altersmannschaft sowie 35 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr – und sieht sich mit elf Fahrzeugen gut gerüstet für ihre Einsätze, so Kommandant Jens Wallishauser. Auch an anderer Ausstattung mangele es nicht. Der Bau eines neuen Gerätehauses für die Abteilung Triberg soll in den nächsten drei Jahren beginnen. Das derzeitige Gebäude stamme noch aus dem Jahr 1905. (ww)
  • Tuningen: Mit 31 aktiven Feuerwehrleuten – darunter zwei Frauen – ist die Tuninger Wehr laut Kommandant Reinhard Link "einsatzfähig, aber personell am unteren Rand." Durch Wegzug oder aus beruflichen Gründen sei die Mannschaftsstärke geschrumpft. Mit der Ausrüstung ist Link zufrieden, die Gemeinde ermögliche gerade zwei Ersatzbeschaffungen. Das Gerätehaus sei aber zu klein, es werde schon länger nach einer Lösung gesucht. (jdr)
  • Unterkirnach: Richtig zufrieden ist die Wehr in Unterkirnach: Mit 38 Aktiven sei die Wehr gut einsatzfähig. Die Ausstattung mit Fahrzeugen, Bekleidung und Schutzausrüstung sei optimal. Und das Gerätehaus wurde erst 2015 umgebaut und modernisiert. (tol)
  • Villingen-Schwenningen: 417 aktive Mitglieder zählt die Wehr im Oberzentrum, ist laut Kommandant Ben Bockemühl "gut aufgestellt und erfreut sich an einer guten Jugendarbeit". Die Ausstattung mit 48 Fahrzeugen sei gut. In Weilersbach und Pfaffenweiler werden neue Wachen entstehen. Danach soll laut Gemeinderat auch eine neue Feuerwehrwache für den Stadtbezirk Villingen angegangen werden. Derzeit ermittelt die Stadt ein geeignetes Grundstück. (tri) 
  • Vöhrenbach: Insgesamt hat die Feuerwehr Vöhrenbach 124 aktive Mitglieder. Dazu kommen 22 Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Die Feuerwehr ist ihrem Gerätehaus gut untergebracht. Die Fahrzeugausstattung ist aktuell gut, doch bei zum Teil mehr als 30 Jahre alten Fahrzeugen stehen laufend Neuanschaffungen auf dem Plan. (hei)

 

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Schnell, wie die Feuerwehr! Warum dieser Spruch seine Berechtigung hat, zeigen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Villingen-Schwenningen im Stadtbezirk Villingen vor der SÜDKURIER-Kamera. Blitzschnell nach der Alarmierung treffen sie im Feuerwehrhaus ein, ziehen sich um und rücken aus. Abteilungskommandant Ralf Hofmann erklärt die einzelnen Stationen.