Seit dem Schuljahr 2013/14 erprobt das Kultursministerium Baden-Württemberg an über 60 Standorten beruflicher Schulen die "Ausbildungsvorbereitung dual" (AV-Dual), um den Übergang von der Schule in den Beruf zu verbessern. Seit Beginn des Schuljahres 2018/19 wird dieser Schulversuch in 20 Stadt- oder Landkreisen in Baden-Württemberg umgesetzt. Auswertungen zufolge liegt bei diesem Modell die Übergangsquote in ein Ausbildungsverhältnis bei rund 60 Prozent, was deutlich höher ist, als bei bisherigen Vorbereitungsklassen oder dem Berufseinstiegsjahr.

Auch aus diesem Grund hat sich die Verwaltung zusammen mit den Schulleitungen der Beruflichen Schulen entschlossen, diesen neuen Bildungsgang ab dem Schuljahr 2019/2020 im Modellversuch im Landkreis anzusiedeln.

  • Zielgruppe und Ziele: Mehr Jugendlichen, die im Anschluss an den Besuch der allgemein bildenden Schule noch Förderbedarf und keinen Ausbildungsplatz haben, soll mit gezielter Hilfe und Kooperation mit der Wirschaft der direkte Einstieg von der Schule in eine Ausbildung ermöglicht werden. AV-Dual soll an beruflichen Schulen mit starker Einbindung von Betrieben und Unterstützung durch AV-Dual-Begleiter eingeführt werden. Ein regionales Übergangsmanagement (RÜM) zur Koordinierung und regionalen Projektsteuerung wird etabliert. Aktuell wird von 160 Schülern ausgegangen.
  • Konzept: Ganztagsschule und Betriebspraktikum sind kombiniert. die Schüler sind in der Regel an drei Tagen pro Woche an der Schule und an zwei Tagen pro Woche im Praktikumsbetrieb. Die Jugendlichen werden individuell nach einem besonderen pädagogisch-didaktischen Konzept gefördert. AV-Dual-Begleiter unterstützen als Bindeglied zwischen Betrieb und Schule die Schüler während des gesamten Schuljahres in den verschiedensten Bereichen.
  • Teilnehmende Schulen: An dem Modellversuch nehmen nach Absprache mit allen Schulleitungen zunächst die Gewerbeschule Villingen-Schwenningen, die Kaufmännischen Schulen 1 Villingen-Schwenningen und die Robert-Gerwig-Schule in Furtwangen teil. Die Teilnahme ist abhängig von bestehenden Schülerzahlen. Eventuell kommt zu einem späteren Zeitpunkt noch die Albert-Schweitzer-Schule Villingen hinzu. Das werde sich in etwa einem Jahr entscheiden, erklärte Amtsleiter Dieter Löffler.
  • Personalbedarf und Kosten: Pro Standort ist ein AV-Dual-Begleiter vorgesehen, im Landratsamt ist eine Stelle für regionale Übergangsmanagement (RÜM) geplant. Darüber hinaus soll ein Schulsozialarbeiter eingebunden werden. Die AV-Dual-Begleiter werden vom Ministerium mit 60 Prozent der Personalkosten (maximal 30 000 Euro pro Jahr) gefördert. Die Förderung wird nur bei bestehendem Übergangsmanagement gewährt. Diese Stelle wird mit 70 Prozent (maximal 60 000 Euro pro Jahr) sowie 5000 Euro pro Kalenderjahr für Sachmittel gefördert. Als Problem wurde im Ausschuss gesehen, dass die Arbeitsverträge zunächst befristet sein sollen.
  • Beschluss: Das eigentlich nicht mehr neue Modell fand die Zustimmung aller Ausschussmitglieder. Geäußert wurde jedoch die Erwartung, dass das Land die Finanzierung später nicht auf den Kreis abwälzt. Das Projekt ist zunächst befristet bis 31.08.2020. Man werde im Frühjahr 2020, wenn erste Erkenntnisse vorliegen, sich zusammensetzen und weiter entscheiden, kündigte Landrat Sven Hinterseh an.