Der Arbeitskreis Katzenschutzverordnung setzt sich mit einer Online-Petition für die Umsetzung einer Verordnung im Schwarzwald-Baar-Kreis ein, mit dem Zweck die unkontrollierte Vermehrung von verwilderten Hauskatzen im Kreis zu reduzieren. Inhalt der Verordnung ist eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Hauskatzen mit unkontrolliertem Freigang, heißt es auf der Internetseite des Kreistierheims Donaueschingen unter der Rubrik „Katzenschutzverordnung“. Die Tierschützer warnen: „Die Katzenpopulationen im Schwarzwald-Baar-Kreis sind nicht mehr ehrenamtlich in den Griff zu bekommen! Eine Lösung muss her!“

Große Zahl verwilderter Katzen im Landkreis

Der Hintergrund: Die Flut verwilderter Katzen im Landkreis sei nicht mehr einzudämmen. Verwilderte Hauskatzen sind entlaufene oder zurückgelassene Katzen, welche unkastriert Nachkommen gezeugt haben und zeugen. Allein ein Katzenpaar könne hochgerechnet innerhalb von zehn Jahren 80 Millionen Nachkommen zeugen. Bisher wurde hier im Kreis der Bestand durch Kastrationsaktionen durch den Tierschutzverein Villingen-Schwenningen kontrolliert. Dadurch seien Städte und Gemeinden im Kreis selten mit dieser Problematik in Berührung gekommen, erklärt Kreistierheimleiterin Nadine Vögel. Doch wenn jetzt nicht gehandelt werde, sehe sie innerhalb von ein paar Jahren die Gefahr einer unkontrollierten, nicht mehr beherrschbaren Katzenschwemme.

Vereine  stoßen an ihre Grenzen

Durch fehlende ehrenamtliche Initiatoren und den Rückgang von Spenden seien die Vereine jedoch nicht mehr in der Lage, diese Arbeit zu leisten, so Vögel weiter. Über die Jahre brachen wohl fünf aktive Tierschutzvereine weg. Mittlerweile werde der Kreis nur noch von den Vereinen Villingen-Schwenningen, Triberg und St. Georgen versorgt. Der TSV VS als grösster Verein versucht, die unbetreuten Gebiete mit abzudecken, aber auch diesen hole die Realität ein. Nur noch wenige Menschen sind bereit, ihre Freizeit für aktiven Tierschutz zu opfern. Das System sei dabei zusammenzubrechen.

Werde dem nicht rechtzeitig entgegengewirkt, würden die fatalen Auswirkungen in viele Bereiche und Institutionen hineinspielen. Betroffen wären der Tierschutz, das Kreistierheim und Kreisveterinäramt, Städte und Gemeinden, der Deutsche Jagdverband, der Naturschutzbund (NABU), die Bürger und der Tourismus. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Punkten gibt es auf der Internetseite. „Den Schwarzwald-Baar-Kreis als ersten Landkreis in Baden-Würtemberg erleben zu dürfen, der eine Katzenschutzverordnung umsetzt, wäre der richtige Schritt in die Zukunft“, pflichten Kreistierheim und Tierschutzverein bei.

Besitzer sollten ihre Tiere kastrieren lassen

„Im Schnitt werden über den Tierschutzverein Villingen-Schwenningen 150 bis 170 Katzen pro Jahr kastriert“, erklärt Theresia Lydia Schonhardt. In den vergangenen Jahren habe der Verein 10 000 bis 12 000 Euro reine Kastrationskosten gehabt. Ganz schlimm sei die Situation gerade im Raum Blumberg. In vielen Ortschaften seien diesbezüglich scheinbar die Uhren stehengeblieben. „Jeder Besitzer sollte Verantwortung tragen und sein Tier kastrieren lassen.“ Bei Katern hören dadurch die Revierkämpfe auf, durch die Infektionskrankheiten übertragen werden und Verletzungen folgen, die hohe Kosten nach sich ziehen. Unversorgte Katzen laufen Gefahr, dass sie und ihre Nachkommen schwächer und krank werden.

Wilde Katzen leiden oft unter Infektionskrankheiten, die auf Hauskatzen übertragen werden können.
Wilde Katzen leiden oft unter Infektionskrankheiten, die auf Hauskatzen übertragen werden können. | Bild: Tierschutzverein VS

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