Schwarzwald-Baar – Erst seit 1977 ist es den Frauen in Deutschland erlaubt, eine Berufstätigkeit auszuüben ohne das Einverständnis ihres Ehemannes, und 2019 jährt sich das Wahlrecht für Frauen zum 100. Mal. Kaum zu glauben, dass heutzutage die Gleichberechtigung der Geschlechter in verschiedenen Dingen immer noch nur Lippenbekenntnisse sind. Genau solche Themen greifen beim und um den Weltfrauentag am 8. März herum deshalb auch die Frauenforen Villingen-Schwenningen, St. Georgen und Donaueschingen auf.

Gemeinschaftlich haben sie auf Anregung von Patricia Ehret, der Gleichstellungsbeauftragen beim Landratsamt, erstmals ein gemeinsames Programm auf die Beine gestellt. Einige der Veranstaltungen greifen das Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“ auf, bei anderen stehen frauenpolitische Themen im Vordergrund. Interessant ist das Programm auf jeden Fall auch für Männer.

Man habe übrigens gemerkt, dass die Themen besser angenommen werden, wenn man sie humorig rüberbringt, anstatt nur mahnend den Zeigefinger zu heben. Vor diesem Hintergrund sind die kabarettistischen Beiträge Teil des Veranstaltungsprogramms.

  • Donaueschingen: Insgesamt sieben Veranstaltungen sind an sieben verschiedenen Tagen bis Ende März geplant. Führungen im Museum Art Plus bei ganztägig freiem Eintritt, von den Soroptimisten ausgerichtet ein lässiger und unterhaltsamer Partyabend für Frauen unter dem Motto „Party zum Weltfrauentag“ in der Twist Cocktailbar, ein Frauenfrühstück mit Vortrag im Mariensaal, der Film „Das Mädchen, das lesen konnte“ im Guckloch-Kino, „Frauen morden schöner – Ladies Crime Night“ ist eine moderierte Lesung mit Musik in der Stadtbibliothek, im Cine-Baar der Film „Tanz ins Leben“ und schließlich im Gewölbekeller der Comedyabend „Früher war nix to go“ mit comedian Marianne Schätzle.
  • St. Georgen: Ein Podiumsabend mit Musik und Historischem ist am 8. März der Auftakt in St. Georgen. Es geht weiter im Theater im Deutschen Haus am Freitag, 15. März, mit der Filmvorführung „Die göttliche Ordnung“. Angeboten wird darüber hinaus von der Wirkstatt St. Georgen am Dienstag, 12. März eine frauenpolitische Fahrt in die Landeshauptstadt.
  • Villingen-Schwenningen: Im kommunalen Kino im Capitol ist am Dienstag, 12. März, um 20.30 Uhr, der Film „Malala – Ihr Recht auf Bildung“ zu sehen. Malala Yousafzai setzte sich in Pakistan für das Recht auf Bildung von Mädchen ein und wurde von den Taliban auf deren Todesliste gesetzt. Eine Morgenmatinee ist das Kabarett Frauengold mit „Woher wir kommen, wohin wir gehen“ am Sonntag, 17. März, um 10.30 Uhr, ebenfalls im kommunalen Kino im Capitol.
  • Politisch gesehen: Die politische Seite des Weltfrauentages möchte Gudrun Günter vom Frauenverband Courage hervorgehoben wissen. Man könne sehen, dass der Kampf um Frauenrechte bei weitem noch nicht abgeschlossen ist. Günter führte als Beispiel den aktuellen Beschluss der Bundesregierung zum Paragraph 219 an, der von 1933 stamme und endlich verboten gehöre. Die Quittung für Teilzeitarbeit bekämen Frauen mit einer Rente, die gerade mal zum Überleben reiche. Man könne nur den Kopf schütteln, wenn man hört, dass in Deutschland immer noch Frauen 21 Prozent weniger verdienen als Männer.
  • Informationen: Manche der Veranstaltungen sind bei freiem Eintritt, bei anderen wiederum muss man sich anmelden. Das Programm gibt es nur in digitaler Form, es ist einsehbar unter: www.lrasbk.de/internationaler-frauentag.de.

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