Die zweite Auflage des Schwarzwaldfestes der Blasmusik war im Vergleich zum ersten Mal im vergangenen Jahr deutlich abgespeckt. Sieben Blaskapellen waren am Start. Die Bergweghalle in Hochemmingen war gewissermaßen zwei Mal voll besetzt.

Das Fest hat dieses Mal der Musikverein Hochemmingen ausgerichtet, dessen Dirigent Gerhard Ruby seit Juni 2018 ist und die Musiker ziehen voll mit. Vor deren Leistung, dieses Fest zu stemmen, kann man nur den Hut ziehen, denn es ist ein relativ kleiner Verein. Übrigens sei das Fest – wie es so oft der Fall ist – aus einer Bierlaune heraus entstanden, plauderte Ruby danach befragt aus. Er und sein Freund Gerhard Wolf seien letztes Jahr nach dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker zusammengestanden, hätten von den schönen früher Konzerten geschwärmt und schon war der Entschluss gefallen: "Wir machen so etwas!"

Eigentlich wollte Gerhard Ruby als Junge das Klavierspielen erlernen, doch dazu reichte der Familie das Geld nicht. Also bekam er ein Horn. Später als Erwachsener pausierte der jetzt 58-Jährige aus beruflichen und familiären Gründen mit der Musik. "Durch den Rat einer klugen Frau", wie er es sagt, begann er wieder mit seinem lange vermissten Hobby und heraus kam unter anderem – das Schwarzwaldfest der Blasmusik.

Die Mischung war gut gelungen. Die sieben Blaskapellen reisten mit den Gästen durch die weite Welt der Blasmusik. Jede der Kapellen stand rund 45 Minuten auf der Bühne. Modern, fetzig, polka- und marschlastig, böhmisch-mährisch – alle Stilrichtungen wurden präsentiert und zwar in durchweg hochklassig. Ein Großteil des Repertoires war von modernen Titeln geprägt. Da blühte dem altersmäßig ebenfalls bunt gemischten Publikum das Herz auf. Es wurde mitgeklatscht und mitgesungen. Und es zeigte sich, dass Blasmusik sehr wohl auch bei der jüngeren Generation hochgradig beliebt ist. Zum Schluss herrschte regelrechte Partystimmung.

Beim Einzelkampf um die Goldene Lunge bewies Gerhard Ruby mit 46,16 Sekunden den bei weitem längsten Atem, doch er trat den Preis – Eintrittskarten zum Musikfestival in Pfullendorf – an den Nächstplatzierten ab.