So viele Leser wie noch nie nahmen an der jüngsten SÜDKURIER-Leserreise teil. Ziel war das benachbarte Elsass. Mit Überraschungspicknick und Stippvisite in Colmar.

Es schmeckt lecker. Die Gäste aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis lassen sich das Picknick schmecken.
Es schmeckt lecker. Die Gäste aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis lassen sich das Picknick schmecken. | Bild: Sprich, Roland

Dass das Elsass eine große Anziehungskraft ausübt, wurde anhand der Teilnehmerzahlen deutlich. Kaum war das Reiseziel, das die SÜDKURIER-Leser durch eine Telefonabstimmung aus drei Vorschlägen auswählten, bekannt, klingelte beim ausführenden Busunternehmen Petrolli aus Niedereschach-Fischbach das Telefon unentwegt. Aufgrund der großen Nachfrage wurde deshalb ein zweiter Reisetermin anberaumt, so dass an zwei Terminen insgesamt sechs Reisebusse mit 270 Teilnehmern auf große Fahrt gingen.

Zu einem deftigen Vesper darf ein Schlückchen Wein nicht fehlen.
Zu einem deftigen Vesper darf ein Schlückchen Wein nicht fehlen. | Bild: Sprich, Roland

Den wolkenverhangenen Schwarzwald im Rücken, steuerte die Reisegesellschaft auf das größte zusammenhängende Waldgebiet Frankreichs, die Vogesen, zu. Auf der Route de Crêtes bewegten sich die Busse auf geschichtsträchtigen Wegen. Im Ersten Weltkrieg diente die knapp unterhalb des Gipfelkamms verlaufende Passstraße, die zu den schönsten der Welt zählt, als wichtige Versorgungsstraße und zur Truppenbewegung der französischen Einheiten. Heute ist die Route de Crêtes eine rein touristisch genutzte Straße, die sich in vielen Windungen auf knapp 1340 Meter hoch bis zum höchsten Punkt auf den Großen Belchen, den Grand Ballon, schraubt.

Auf dem Hartmannsweilerkopf halten die SÜDKURIER-Leser für einige Augenblicke inne und gedenken am Mahnmal der Toten des Ersten Weltkrieges.
Auf dem Hartmannsweilerkopf halten die SÜDKURIER-Leser für einige Augenblicke inne und gedenken am Mahnmal der Toten des Ersten Weltkrieges. | Bild: Sprich, Roland

Ein Zwischenstopp auf dem Hartmannsweilerkopf, dem einst strategisch wichtigen Punkt mit weitem Blick über die Rheinebene, der von deutschen und französischen Truppen stark umkämpft war, brachte den Teilnehmern die Ausmaße des Krieges sehr deutlich vor Augen. 30 000 Soldaten verloren bei den Schlachten ihr Leben. Heute erinnern ein Mahnmal und ein Soldatenfriedhof an das Geschehene.

Weiter ging die Reise über die Passstraße, verbunden mit einzigartigen Ausblicken über geschwungene Hügel der Vogesen, die nicht zufällig an den Schwarzwald erinnerten. Einst war dies ein zusammenhängendes Gebirge, bevor Erderuptionen über Millionen von Jahren die beiden Gebirge durch den Rheingraben voneinander trennten.

Das Städtchen Colmar ist mit seinen Fachwerkhäusern und Gebäuden aus verschiedenen Epochen hübsch anzusehen.
Das Städtchen Colmar ist mit seinen Fachwerkhäusern und Gebäuden aus verschiedenen Epochen hübsch anzusehen. | Bild: Sprich, Roland

Auf der Passhöhe des Grand Ballon erwartete die Reisenden eine Überraschung. Ein Cateringteam von Petrolli-Reisen erwartete die Gäste zu einem deutsch-französischen Picknick. Bei frischem Baguette, Salami, Schinken und Wurst und verschiedenen Käsesorten, darunter der herzhaft-würzige Münsteraner Weichkäse, sowie süffigen Weinen ließen es sich die Gäste kulinarisch gut gehen. Auch die luftigen Eclairs, ein typisch französisches Dessert, mundeten ausgezeichnet. „Also, das ist wirklich eine hervorragende Idee und eine gelungene Überraschung“, schwärmten die Fahrgäste, die sich das Picknick schmecken ließen. Und dabei den weiten Blick von oben auf das Nachbarland genossen.

Armando Matteuci (von links), Rudolf und Helga Niedenzu und Brigitte Matteuci geißen bei einem Getränk das pittoreske Altstadtflair in Colmar.
Armando Matteuci (von links), Rudolf und Helga Niedenzu und Brigitte Matteuci geißen bei einem Getränk das pittoreske Altstadtflair in Colmar. | Bild: Sprich, Roland

Gut gestärkt machte sich die Reisegruppe auf zum nächsten Etappenziel. Durch den Col de la Schlucht, auf Deutsch Schluchtpass, und das Münstertal ging es nach Colmar. Die drittgrößte Stadt im Elsass verzückte die Gäste aus dem Schwarzwald mit ihrer pittoresken Altstadt. Fachwerkhäuser und Gebäude aus verschiedenen architektonischen Epochen reihen sich hier aneinander und laden zum Verweilen ein. Die SÜDKURIER-Leser schlenderten mit einem Eis durch die Gässchen, labten sich am Duft frisch gebackenen Gebäcks, den kleine Bäckereien verströmen, oder genossen die Herbstsonne bei einem Café au lait auf dem Dominikanerplatz.

Wer auf der Heimreise aufmerksam durch die Fensterscheiben des Busses sah, erblickte unter Umständen sogar eine Miniaturausgabe der New Yorker Freiheitsstatue. Eine Hommage an den Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi, der 1834 in Colmar geboren wurde und der das berühmte Wahrzeichen vor den Toren New Yorks kreiert hat. Anlässlich seines 100. Todestag wurde ihm zu Ehren 2004 eine zwölf Meter hohe Nachbildung der Statue of Liberty, die ursprünglich Bartholdi-Statue hieß, aufgestellt.

Der Aufenthalt in Colmar reichte nicht aus, um das Städtchen intensiv zu erkunden. Aber um die Schwarzwälder Gäste von der Schönheit zu begeistern, reichte es allemal. „Wir werden auf alle Fälle noch einmal herkommen und uns das in aller Ruhe anschauen“, ist sich Erwin Weihing aus Mönchweiler sicher, dass dies für ihn und seine Frau sicherlich nicht der letzte Besuch in Colmar war.