„Wir können sehr zuversichtlich in die Wahlen gehen“, sagt Thorsten Frei, aktuell glasklar die Galionsfigur der Regio-CDU. Der neue Vize-Bundesfraktionsvorsitzende erhielt beim Neujahrsempfang der Christdemokraten Freitagabend in Donaueschingen immer wieder Beifall von seinen Parteifreunden. Und Frei dankte es mit einer Rede, ohne Manuskript – sozusagen frei von der Leber weg. Es gelte im Land zuvorderst, das Thema der Zuwanderung endlich zu lösen und vom Tisch zu bringen. Migranten hätten „zu unserem Arbeitsmarkt zu passen und nicht zu unseren Sozialsystemen“, formulierte er.

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Frei, neuerdings innen- statt außenpolitisch bei der CDU ausgerichtet, sprach am Freitag dennoch viel über Internationales. Die Welt sei im Wandel, unterstrich er mit Blick nicht nur Richtung Putin und Trump sowie China. Und er sei hellwach angesichts der hohen Exportquoten heimischer Betriebe im Schwarzwald. Es gelte, die Absatzmärkte zu sichern. Deutschland müsse sich auch deshalb klug positionieren, verlangte er. #

CDU-Erfolge sieht er im Land reihenweise. Vor allem vor der eigenen Haustüre. „Wir sind wahnsinnig stolz auf Jürgen Roth“, frohlockte er in das dicht besetzte Donauhallen-Foyer. Roth habe mit Bravour die VS-OB-Wahlen gewonnen, ergänzte er. Fünf Jahre hätte Deutschland keine neuen Schulden gemacht, holte er wieder weiter aus – und räumte ein: Das sei nicht allzu schwer in Zeiten hoher Steuereinnahmen. Man müsse den Menschen das Geld auch zurückgeben, deshalb wolle die CDU den Soli auflösen, der Koalitionspartner blocke, „er will andere, neue Steuern erheben- wie bekloppt muss man sein“, entfuhr es Frei ungebügelt Richtung SPD. Die CDU verkaufe sich viel zu oft viel zu schlecht, sagte er außerdem, „und das ist hausgemacht“, räumte er Strategie- und Handlungsfehler ein. Wie Frei vorgehen will, versuchte er am Schluss vorzurechnen: „Eins und Eins muss Drei sein, wir müssen Win-Win-Situationen schaffen.“

Frei hatte im Anschluss an Eric Pauly gesprochen. Der Donaueschinger OB hielt eine auffällig kreispolitisch und überregional ausgerichtete Kurzansprache mit markanten Punkten. Er haderte mit dem Schrumpfen der Volksparteien, betonte die gute Lage im Landkreis und der Regio-Finanzen, lobte auch sein Donaueschingen. Und zögerte schließlich nicht, sein Unbehagen auszudrücken über den Streit der C-Parteien in Berlin. „Muss das sein“, fragte er in den Saal, sich dermaßen immer wieder öffentlich zu zoffen?

Vor Pauly hatte bereits Karl Rombach an die Parteivorderen gesprochen, von denen sich trotz starken Schneefalls und anderer Empfänge an diesem Abend rund 200 Mitglieder eingefunden hatten. Rombach, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, ließ es ein wenig schnackseln in seiner 25-minütigen Ansprache. Dass die B 523 als Autobahnverlängerung an Villingen vorbei in den Schwarzwald in Verzug sei, das wäre unbestreitbar, formulierte er. Dass die Region sich aber nun auf die Hinterfüße gestellt habe, das erfüllt Karl Rombach mit Stolz. Und so spannte er mutig eine Zeitachse in den Raum: „2026, spätestens 2027 werden wir diese Achse befahren können“, sagte er am Freitagabend. Ein politisches war das Bömbchen nur, weil er noch ein Aber dranknüpfte. „Wenn die Einsprüche überschaubar bleiben, fügte er hinzu. Die Zusatztrasse soll geradeaus durch Wiesen am Gewerbegebiet Neuer Markt und am Mönchsee vorbei Richtung Mönchweiler und B 33 führen.

Der Abend gelang der Partei nicht nur mit Ansprachen, sondern auch bei der Stimmung. Dafür hatten vor allem die drei Redner des Abends gesorgt. Die eigentlich angekündigte Hauptrednerin erhielt einen Beifallsgruß geschickt: Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut liegt laut Karl Rombach nach einem Kreuzbandriss samt Operation in der Folge eines Skiunfalls im Klinikum. Und wie sagte Donaueschingens Stadtverbandsvorsitzender Martin Lienhard im Abspann: „Thorsten Frei ist viel mehr als ein Lückenfüller. Man hört ihm immer wieder gerne zu.“

Alt-OB Everke, Rita Grießhaber, Renate Breuning, Heinz Härtge, Pfarrer Arnold, Rüdiger Schewe, Karl-Heinz-Huy und viele andere erhoben das Glas: Auf ein gutes Wahlergebnis 2019 bei den Kommunalwahlen, hieß es immer wieder.