Wie können regionale Betriebe von der neuen Seidenstraßeninitiative Chinas profitieren? Mit dieser Frage beschäftigte sich jüngst der Außenwirtschaftsausschuss der Industrie- und Handelskammer. Seit 2013 bündelt die Volksrepublik ihre Interessen zum Ausbau von Handelsnetzen in der Initiative „One Belt, One Road“, zu Deutsch „Ein Gürtel, eine Straße“. Über 60 Länder in Afrika, Asien und Europa, darunter auch Deutschland, sind beteiligt. China wird im Laufe der Jahre mehr als eine Billion US-Dollar in die Initiative investieren, von der etwa 35 Prozent der Weltwirtschaft betroffen ist.

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Folglich bietet die Seidenstraße Geschäftschancen und Risiken, auch für heimische Unternehmen. Anlass für den IHK-Außenwirtschaftsausschuss, sich auf Einladung der Firma Maier Werkzeugmaschinen in Wehingen bei Rottweil zu treffen. Geschäftsführer Michael Maier erläuterte, wie wichtig mehrere wirtschaftliche Standbeine heute seien. Das Unternehmen pflegt schon längere Zeit gute Geschäftskontakte nach China.

Chinas Präsident Xi Jinping treibt das Projekt neue Seidenstraße entscheidend voran.
Chinas Präsident Xi Jinping treibt das Projekt neue Seidenstraße entscheidend voran. | Bild: How Hwee Young
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Auch Lisa Flatten von Germany Trade and Invest (GTAI) in Bonn beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit Ostasien. „China verspricht sich durch die Seidenstraßeninitiative die Erschließung neuer Absatzmärkte“, erklärte die China-Kennerin vor Ort. Die Interessen Chinas liegen dabei in der Wirtschaftsförderung durch das geopolitische Engagement in Zentralasien, Afrika, Europa und sogar Südamerika, sagt die Expertin. Dabei gehe es auch um Einflussnahme in der Weltwirtschaft, wie zum Beispiel bei der Durchsetzung chinesischer Standards oder, um das eigene Entwicklungsmodell zu exportieren.

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Chancen für die regionalen Unternehmen sieht Flatten zum Einen in den neuen Transportrouten auf der Schiene und der Straße, aber auch in der Nutzung neuer Schiffsrouten. Die Unternehmen können Kosten und Zeit sparen. „Die Seidenstraßeninitiative ist jedoch mehr als nur die Erschließung neuer Transportwege. Unternehmen können nicht nur in China, sondern auch als Zulieferer und in Kooperation mit chinesischen Partnern auf Drittmärkten Fuß fassen. Hier bieten sich die Bautechnik, Bauausrüstung, Bahn-, Flug- und Schiffstechnik, Energiegewinnung, Projektierung und die Architekturdienstleistungen für lokale Auftraggeber an.“

Kritisch betrachtet wurde die mangelnde Transparenz für die chinesischen Projekte durch die Ausschussmitglieder. Flatten zog das Fazit, dass Firmen sich sich nicht mehr um Projekte, sondern um Partner bewerben. Bei der Seidenstraße sollte die Firmenstrategie langfristig ausgerichtet sein.