Die Tüftlerregion Schwarzwald-Baar ist im Traumhaus bei Unterkirnach für die SÜDKURIER-Leser gebündelt. Innovation, Tradition plus eine Prise Wagemut. Die Landschaft zwischen Triberg und Blumberg war immer schon durch ihre Macher getrieben. Die Uhren-Ära, die Jahrzehnte der Audio-Hersteller und heute die Automobilzulieferer. Am Donnerstag, 24. November, wird das Traumhaus in Unterkirnach wieder zum passenden Ort, um diese Errungenschaften der Heimat zu würdigen. Das Medienhaus SÜDKURIER, die Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau und die Gemeinde Unterkirnach präsentieren zusammen mit Hoerco aus Villingen einen Abend, der den Geist der großen Jahre der Unterhaltungselektronik hochleben lassen und gleichzeitig den Stand der Technik im Jahr 2016 markieren will. Mit einem Wort: Im Traumhaus gibt es einen Schallplattenabend für unsere Leser.

15 Leser kommen – mit etwas Glück bei der Verlosung der Teilnehmerplätze – dabei in den Genuss eines außergewöhnlichen Vergnügens. Die Gewinner bringen jeweils ihre Lieblingsschallplatte mit. Aufgelegt werden die Vinylscheiben auf einem der edelsten Schallplattenspieler der Neuzeit, einem in St. Georgen gefertigten PE-Gerät – wobei PE für die legendäre Marke Perpetuum Ebner steht. Und: Auch der Verstärker kommt aus der Bergstadt. Hans-Jürgen Klose baut hier eine echte Rarität: einen Röhrenverstärker. Diese Klangvorgabe in die Traumhausstube macht wiederum die Firma Hoerco hörbar: Sie stellt im Traumhaus die besten Lautsprecher des deutschen Herstellers Canton auf. Jeder Plattenabend-Gast sollte im Traumhaus jeweils kurz erklären, wieso diese seine Lieblingsplatte oder warum es sein Lieblingslied ist.

Fest steht: Das wird ein Liebhaber-abend für Hifi- und Vinylfans im Traumhaus. Ein gutes Glas Wein, im Ofen knistert ein Feuer – und Wolfgang Epting legt tolle Schallplatten auf. Der Mann, der 2015 die legendären PE-Plattenspieler wieder an den Markt brachte, wird im Traumhaus zum Discjockey. Eptings Manufaktur heißt eigentlich WE Audiosystems und logiert keine 100 Meter von der früheren PE-Fabrik.

1973 wurde dort bei Perpetuum Ebner die letzte Eigenentwicklung, der legendäre PE 2020, hergestellt. Die heutigen PE-Spieler kommen viel wuchtiger daher. 14 Kilo wiegt das Gerät. Rechts der Tonarmbereich, links die Plattenspielersektion, farblich voneinander abgestuft. Der Tonarm an diesen bis zu 4000 Euro teuren Geräten wird wie früher mit einem Hebel auf die Platte abgesenkt. Der vier Zentimeter hohe Teller ist riemengetrieben. Über den aktuellen Hype des Direktantriebs aus der großen Plattenspieler-Ära schmunzelt der Experte. „Unser Riemenantrieb entkoppelt Motor und Plattentellerlager.“

Ein PE aus dem Jahr 2016 ist Heimat pur: „Der Plattenteller kommt aus Gremmelsbach, der Schreiner für das Plattenspieler-Board ist mit seiner Werkstatt in Schramberg. Kleinstdrehteile lassen wir natürlich in St. Georgen fertigen“, erklärt Epting, der über sich selbst sagt: „Ich bin praktizierender St. Georgener.“ Wie zum Beweis schiebt er nach: „Den Motor für den Antrieb, den fertigt EBM Papst, in St. Georgen.“ Epting räumt ein: Das Tonabnehmersystem beziehe die Firma vom Spezialanbieter Ortofon.

500 PE-Geräte stellt die Sieben-Mann-Fabrik aktuell im Jahr in St. Georgen her. „Vinyl war nie tot“, sagt Epting. Das Revival aber kommt dennoch für viele überraschend. Für Kenner nicht: Musik von der Schallplatte klingt nicht klinisch wie MP3. Der Klang hat Wärme. Musikalische Vielfalt wird erlebbar, die Dynamik der Rhythmen pulsiert auf der Haut – Ergebnis von unbeschnittenen Frequenzen, die nicht in digitale Formate gepresst sind. „Musik von der Schallplatte ist Entschleunigung“, schwärmt Epting. „Schon deshalb, weil man nicht wie am Digitalgerät durch von Titel zu Titel springt.“ PE liefert heute nach Hongkong, der Nordamerika-Händler sitzt in Kalifornien. Ein PE-Spieler tritt im digitalen Zeitalter mit Finessen jeder Art an. Das Tonarmlager wird beispielsweise über Spiralfedern gedämpft. Wer kräftig auf dünnem Boden mittanzt, bringt die Nadel nicht zum Springen.

Ins Traumhaus bringt Epting eine Sonderanfertigung seines 4000 Euro teuren Top-Geräts. Die Schwarzwald-Edition. „Gibt es nur fürs Weihnachtsgeschäft“, versichert er.

Genießermusik für Genießer: Da ist auch Hans-Jürgen Klose dabei. Klose und Epting kennen sich aus der gemeinsamen Schulzeit in St. Georgen. Dann haben sie sich über Jahrzehnte aus den Augen verloren. Und heute produzieren sie beide High-End, wie das in der Elektronikbranche heißt. Klose, der als 12-Jähriger 1972 nach St. Georgen kam, baut Röhrenverstärker. Wie früher Großmutters Saba-Radio. Nur: Seine Apparaturen sind Einzelstücke. „Einen Monat Arbeit für ein Gerät“, sagt er. Aber es macht ihm Spaß. „Das ist bei mir Manie oder Wahn“, sagt Klose über seine Leidenschaft, das perfekt klingende Gerät zu bauen.

Allein hätte er es nie geschafft. Erste Hilfe kam aus Holland. Menno van der Veen, auch ein Mann, der Röhrenverstärker baut. Für Klose gab es bei ihm viele Tipps, die rasch Probleme lösten. Sein Ziel war es, einen Verstärker zu bauen, „der Musik so hörbar macht, dass du denkst, der Musiker sitzt bei dir im Zimmer“.

Auch Klose hat ein Design -Stück geschaffen. Kürzlich hat sich der Fernsehsender Vox das gute Stück bestellt, die Sendung läuft am 27. Dezember, der Verstärker aus St. Georgen sei zum Zuge gekommen, „weil er so gut aussieht“, führt Klose im sachlichen Ton eines Technikers aus. Stolz ist er durchaus: „Von der ersten Schraube an ist alles in meinem Köpfchen entstanden“, gesteht er. Auch er produziert regional wie der beste Bio-Landwirt: „Kima in St. Georgen macht mir die Drehteile. Das sind Kleinstserien, ein zwei Stück, sehr speziell“, sagt er voller Dankbarkeit. Dann schaut er nach unten: „Die Firma hat mich auch moralisch unterstützt, wenn mal nichts voranging“, lässt er tief in seine Entwicklerseele blicken. Merz-Elektronik in Villingen ist heute sein Arbeitgeber. Hier entstehen die Frästeile, „Handmade in Black Forest“, steht auf seinem Apparat. Handgemacht im Schwarzwald. Das ist mehr als ein Made in Germany. Das ist Liebe zu Land und Leuten.

Seinen Röhrenverstärker hat er optisch dem PE-Design angepasst. Eine Holzscheibe trägt die Bestückung: Acht Röhren ragen nach oben. Zweimal 40 Watt erzeugt das Gerät, wenig auf dem Papier, aber: an die acht Ohm. Das ist der Bereich, ab dem die Kenner genauer hinschauen. Wenn die Röhren glühen, leuchten die Augen, auch bei Hans-Jürgen Klose. „Die Röhre muss heiß werden, bis zu 150 Grad, dass die Elektronen fliegen können“, schildert er die Physik zum Bauteil. Röhren glühen nicht nur. Sie leuchten auch blau. Das sind die kleinen Teilchen, die im Glaskolben in Extase geraten. „Mit so einem Gerät können Sie wieder hören lernen“, weiß der Erfinder. Plötzlich sind da Instrumente, die vorher nicht da waren.

„Der Verstärker ist Mittel zum Zweck, mir geht es um das Musikhören“, stellt Klose faktisch fest. „Irgendwie ist das wie Oldtimer fahren“, ergänzt Rudolf Reim, der Hoerco-Geschäftsführer. Klose nennt auch die Nachteile eines solchen Geräts. Zum Beispiel, dass solche Maschinen viel mehr Strom saugen als neue Geräte. Da schließt sich der Kreis zu den Oldtimer-Autos für Klose: „Sie entsprechen zwar nicht dem letzten Stand der Technik, haben aber viel Charme.“ Perfektionist ist er, der Hans-Jürgen Klose. Und über sein Baby, wie er das Gerät nennt, sagt er am liebsten nur das Beste. Macken verschweigt er nicht. Errungenschaften werden von ihm festgestellt. „Ja, die alten Röhrenradios haben beim Einschalten gebrummt. Nein. Mein Verstärker brummt nicht.“ Wie das? „Ohje“, sagt Klose und lässt für einen kurzen, unkontrollierten Moment die Augen rollen. „Fragen Sie mich lieber nicht, das hat Monate gedauert, bis ich das weg hatte.“

Wolfgang Epting und Hans-Jürgen Klose werden beim Plattenabend im Traumhaus in Unterkirnach dabei sein. Die beiden Klassenkameraden aus St. Georgen haben sich wiedergefunden. Ihre Liebe zur Musik, der Reiz am Tüfteln, dazu ein Schuss Unternehmertum. Eher zufällig, dass sie plötzlich wieder Seite an Seite stehen. Kein Zufall, dass beide aus St. Georgen kommen. Und auch kein Zufall, dass das Gesamtpaket mitreißend klingt.

 

Verlosung

So nehmen Sie an der Verlosung der 15 Teilnehmerplätze beim exklusiven Plattenabend im Traumhaus am 24. November teil: Rufen Sie einfach jetzt diese Telefonnummer beim SÜDKURIER an (50 Cent pro Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend):

01379-37050082

Nennen Sie das Lösungsstichwort: Plattenabend. Sprechen Sie langsam und deutlich Ihren Namen und Ihre Telefonnummer auf das Ansageband. Die Teilnahmefrist endet am 17. November, 12 Uhr. Die Gewinner werden anschließend telefonisch informiert.