Der Wunsch nach der Einrichtung einer Mountainbike Singletrail-Strecke im Wald Hirschhalde wurde vom Verwaltungsausschuss bei seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag positiv bewertet. Stadtjugendpfleger Christoph Lauer und vier der beteiligten Jugendlichen, die die Idee dieses neuen Freizeitangebots haben und schon seit längerer Zeit verfolgen, stellten dem Gremium ihr Anliegen vor. Bevor jedoch endgültig darüber entschieden werden kann, sind zunächst einige grundlegende Fragen zu klären.

Bereits in der Vergangenheit gab es eine von den Jugendlichen selbst aufgebaute Strecke im Kapfwald. Diese musste jedoch aus Sicherheitsgründen wieder abgebaut werden. Nach mehreren Treffen mit der Stadtjugendpflege fand eine gemeinsame Waldbegehung mit dem Kreisforstamt statt. Die zwingend notwendigen Voraussetzungen eines passenden Waldstücks wurden in gegenseitiger Abstimmung erörtert. Die im Mountainbiking und Downhillsport erfahrenen Initiatoren konnten dabei bereits konkrete Streckenverläufe vorschlagen.

Die Singletrail-Strecke soll in einem etwa 100 Meter breiten Waldstück, an der Schutzhütte Hirschhalde beginnend, etwa 700 Meter abwärts Richtung Stadt verlaufen. Auf die Frage, ob diese doch recht kurze Strecke nicht bald schon zu langweilig werden könnte, antwortete einer der Initiatoren: „Meiner Erfahrung nach fährt man nicht gleich alles, sondern tastet sich langsam heran.“ Die Strecke soll mit Kurven und verschiedenen Hindernissen versehen werden, damit sich sowohl Anfänger als auch erfahrene Radsportler, an unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden versuchen können. Durch die Verwendung von nachhaltigen Materialien soll die Umsetzung auch im Sinne des Naturschutzes positiv bewertet werden können. Eine Stellungnahme der Naturschutzbehörde zu den bisherigen Vorstellungen sei noch nicht eingegangen.

Die Stadträte äußerten sich positiv zum Engagement der Initiatoren, aber: "Es muss alles gut durchdacht sein“, erklärte Helmut Bertsche (CDU). Ein kreatives Freizeitangebot für junge und jung gebliebene Menschen zu bieten, sei immer positiv zu bewerten. „Und die Jugendlichen werden auf jeden Fall in ihrer Sache ernstgenommen“, fügte Angelika Strittmatter (LBU) hinzu. Man wolle dieses Anliegen auch nicht bis 2020 verschieben, sondern sich bis Anfang nächsten Jahres weiter damit auseinandersetzen. „Man muss den Jugendlichen schließlich etwas zutrauen“, unterstützte Bürgermeister Walter Klumpp die Jugendlichen darin, ihre Planung weiter anzugehen. Er könne die Idee einer Mountainbike-Strecke ebenfalls befürworten, so Wolfgang Kaiser (LBU), möchte sich aber von dem Waldstück ein eigenes Bild machen.

Eine große Frage für das Gremium war das Thema Sicherheit. Bei einer möglichen Haftungsfrage seien die Anforderungen des Badischen Gemeinde-Versicherungsverbandes zu erfüllen. "Die versicherungstechnische Geschichte muss ganz klar abgeklärt sein“, betonte Barbara Fink (CDU) später. Er werde rechtliche Aspekte und das Thema Sicherheit nicht den Jugendlichen überlassen, versicherte Christoph Lauer. Fest stehe, dass überhaupt erst die Fragen zur Absicherung der Strecke geklärt sein müssen, bevor man weiteren Planungen nachgehen könne. Was Instandhaltung und Pflege der Strecke betreffe, würden sich die jungen Leute aber gern aktiv einbringen wollen. Auch beim Aufbau würden sie sich beteiligen wollen. Ein Bauunternehmen soll zwar die Arbeiten übernehmen, doch seien die Vorschläge und Planungen zur Streckenführung von den Jugendlichen mit einzubeziehen. Man wolle das Projekt nicht komplett aus der Hand geben, so der Stadtjugendpfleger.

Beschlossen wurde, zeitnah einen Termin zur Vorortbegehung mit Gemeinderäten und Fachleuten aus der Mountainbike- beziehungsweise Downhill-Szene anzusetzen. Sollte dann schon eine vorläufige Entscheidung möglich sein, wäre man bereit im Haushalt einen Sperrvermerk über 30 000 Euro zu setzen, um das Projekt zu unterstützen. Weitere Bedingung ist, dass davor alle wichtigen Fragen geklärt sind. Auch die Möglichkeit, interessierte Investoren zu finden und eine Kooperation mit anderen Jugendhäusern zu gründen, soll in die Planungen einfließen. Die nächste Beratung über das Vorhaben soll bei der Januar-Sitzung des Ausschusses stattfinden.