Über 1000 Fahrzeuge sind am Sonntag der Einladung der Tuning-Freunde Rottweil gefolgt. Auf ihrem alten Veranstaltungsgelände in Zimmern wurde es über die Jahre einfach zu eng und da das Interesse von Teilnehmern und Besuchern immer mehr zunahm, sind sie dieses mal auf den Parkplatz beim Schwarzwald-Baar-Center ausgewichen.

Dieses BMW 3er-Coupé zeigt, was unter der Motorhaube steckt. Auch die orangenen Felgen sind Teil der Sonderausstattung.
Dieses BMW 3er-Coupé zeigt, was unter der Motorhaube steckt. Auch die orangenen Felgen sind Teil der Sonderausstattung. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Auch dieser große Platz war am Ende komplett mit edel getunten Autos aller Art gefüllt. Der polierte Chrom blitzt überall, die edlen Lackierungen leuchten in allen Farben und der satte Sound der hochgezüchteten Motoren ertönt an allen Ecken.

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Dabei sind es nicht ausschließlich PS-starke Boliden von deutschen Premiumherstellern. Zu sehen gibt es auch liebevoll gepflegte Kleinwagen, die mit allerlei Ausstattungen und knallbunten Lackierungen aufwarten.

Dieser VW Polo hat es faustdick unter der Haube.
Dieser VW Polo hat es faustdick unter der Haube. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Dabei sind fast alle Fahrzeuge vom TÜV abgenommen. So erklärt auch der Vereinsvorstand, Timmy Heckmann: „Das sind alles keine Raser, sondern Menschen, die Freude am Tuning und der Präsentation ihrer veredelten Autos haben.“

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Für Heckmann geht es dabei auch um den gegenseitigen Austausch der Teilnehmer und die Pflege der Gemeinschaft unter den Autofreunden.

Vereins-Vorstand Timmy Heckmann: „Wir wollen hier auch etwas gegen den Markenhass tun“.
Vereins-Vorstand Timmy Heckmann: „Wir wollen hier auch etwas gegen den Markenhass tun“. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Damit meint Heckmann, dass die Anhänger der unterschiedlichen Automarken nicht immer gut aufeinander zu sprechen sind.

Ein getunter Peugeot 206.
Ein getunter Peugeot 206. | Bild: Hans-Juergen Goetz
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Den Besuchern gefällt die Vielfalt der präsentierten Fahrzeuge und die Möglichkeit in ungezwungener Atmosphäre in mit den Besitzern über ihre Erfahrungen zu plaudern.

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Die eingenommenen Spenden werden dann nach der Veranstaltung auch an die Kinderkrebshilfe übergeben. Der SÜDKURIER präsentiert an dieser Stelle drei Fahrer, ihre Autos und die Geschichte dahinter.

Bernd Storz und sein „rostiger“ Passat

Sie sind aus Aalen gekommen, die sogenannte „Ratstyle-Gruppe“. „Das kommt von Ratte und bezeichnet den Typ unserer Autos“, erklärt Bernd Storz, Der Schreiner und stolze Besitzer eines VW Passat Baujahr 1995 zeigt sein Auto, das auf den ersten Blick nicht ins Bild passt.

Bernd Storz mit seinem rostigen VW Passat.
Markus Jörg mit seinem rostigen VW Passat. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Mit ihren auf alt und rostig gemachten Autos sind sie die Underdogs der ansonsten hochglanzgestylten Tuning-Szene. Ganz bewusst lassen sie ihre Autos rosten. Selbst die Plastik-Anbauteile können sie dank moderner Chemie rostig erscheinen lassen. So ein Auto würde eigentlich niemand freiwillig fahren. Dabei täuscht die Optik gewaltig, denn diese Fahrzeuge haben alle den Segen des TÜV, sind sie doch technisch völlig in Ordnung – Bremsen, Lenkung, Stoßdämpfer, einfach alles.

Der alte VW Passat in Rostoptik.
Der alte VW Passat in Rostoptik. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Viel Geld geben sie nicht für ihr Hobby aus, alle Teile gibt es auf dem Schrottplatz oder sind selbst gemacht. Es ist vielmehr die Zeit, die für dieses Hobby investiert wird. Alles in allem über 300 Stunden, in denen ehemals schöne Autos kunstvoll und trickreich gealtert werden.

Marijam Merniks Golf ist ein Unikat

Marijam Mernik fährt einen VW Golf III aus dem Jahr 1993. Der Löffinger ist vom Fach und hat in den letzten drei Jahren über 1000 Stunden in den Umbau und die Veredelung seines Fahrzeugs investiert. So hat er den 75-PS-Motor des Originals gegen einen 1,8 Liter Turbo-Motor mit 300 PS ausgetauscht.

Marijam Mernik mit seinem candyblauen Golf.
Marijam Mernik mit seinem candyblauen Golf. | Bild: Hans-Juergen Goetz

„Dazu gehören dann auch die passenden Bremsen, damit solch ein Auto am Ende auch den Segen des TÜV bekommt“, erläutert er stolz. Natürlich ist auch dieses Fahrzeug tiefer gelegt und mit extrabreiten Reifen ausgestattet. Im Inneren sorgen Rennsitze mit feinstem Nappa- und Alcantara-Leder für den entsprechenden Komfort. Das wirklich Besondere aber ist die Lackierung, extrem aufwendig und in 16 Schichten aufgetragen.

Blick in den Motorraum on Marijam Merniks VW Golf III.
Blick in den Motorraum on Marijam Merniks VW Golf III. | Bild: Hans-Juergen Goetz

„Candy Blue“ heißt der Lack, den Mernik zum Testen von einem amerikanischen Hersteller exklusiv für sein Fahrzeug bekommen hat. Auch die anderen Zubehörteile kommen aus aller Welt, dem Internet sei dank. So lebt auch die Tuning-Szene durch die Vernetzung mit Gleichgesinnten in aller Welt.

Thomas Riebers Audi RS4 hat 500 PS

Thomas Rieber ist mit seinem Sohn Jason in seinem getunten Audi RS4 aus dem schweizerischen Luzern gekommen. Dieses Fahrzeug hat er vor 13 Jahren gekauft und verbessert ihn seitdem beständig. Rennsitze mit edlem Lederbezug, breitere Reifen mit edlen Alufelgen, verchromter Auspuff und vieles mehr. Natürlich ist der Wagen auch tiefer gelegt und hat inzwischen über 500 PS.

Thomas und Jason Rieber aus Luzern mit ihrem Audi RS4.
Thomas und Jason Rieber aus Luzern mit ihrem Audi RS4. | Bild: Hans-Juergen Goetz

In der Serie hat der Kombi aus Ingolstadt ohnehin bereits 380 Pferdestärken. Dabei ist alles Strassenzugelassen, vom Schweizer MFK, dem Pendant zum deutschen TÜV. Dank der guten Auspuff-Anlage ist das Auto auch nicht wirklich laut, es sei denn man dreht den Lautstärkeregler an der Stereo-Anlage auf.

Die Soundanlage im Kofferraum des Audi RS4.
Die Soundanlage im Kofferraum des Audi RS4. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Die hat es nämlich in sich: Mit über 500 Watt Leistung und zwei großen Lautsprechern im Kofferraum kann man den ganzen Platz beschallen und die Bässe im Bauch fühlen. Sohn Jason gefällt es, wenn es so richtig rockt, allerdings nur auf dem Parkplatz und niemals während der Fahrt, da geht die Verkehrssicherheit absolut vor.

Bild: Hans-Juergen Goetz
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