Schwarzwald-Baar – Am heutigen Donnerstag ist es soweit: Florian Klausmann bezieht das Büro des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Schwarzwald-Baar an der Villinger Gerberstraße. Er folgt auf Wolfgang Wurbs, der jetzt in den Ruhestand gegangen ist. Der 61-Jährige aus dem oberfränkischen Kreis Kulmbach ist in der Region heimisch geworden. Er will in Villingen wohnen bleiben.

Dem Wechsel geht unter anderem ein umfangreiches Prozedere mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) voraus.

Hier hat Florian Klausmann formell die so genannte Geschäftsleitereignung bestätigt bekommen, ein üblicher Vorgang, der sich abseits der Öffentlichkeit abspielt und in dem es unter anderem darum geht, ob ein vorgeschlagener Kandidat über die erforderliche Führungserfahrung verfügt.

Das grüne Licht von der Bafin liegt längst vor, ebenso von den hausinternen Aufsichtsgremien. Das große Geldhaus der Region vollzieht damit einen markanten Chef-Wechsel in markanten Zeiten, in der viele Finanzgeschäfte zunehmend digitalisiert werden.

50 Prozent Marktanteil nennt Klausmann für die Sparkasse in der Region Schwarzwald-Baar. Seit 2013 schon ist er mit Vorstandsangelegenheiten für das Privatkundengeschäft betraut. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Arendt Gruben, hat den Wechsel auf der Vorstandsebene schon frühzeitig vorbereitet.

Fest in der Region verwurzelt

Florian Klausmann ist in Furtwangen zur Welt gekommen. Seine erste Arbeitsstelle war das Donaueschinger Rathaus, hier ließ er sich zum Verwaltungsfachangestellten ausbilden und arbeitete ein halbes Jahr in der Kämmerei. Er wechselte dann zur Furtwanger Sparkasse, lernte hier den Beruf des Bankkaufmanns von der Pike auf.

Nach Studienzeiten innerhalb der Finanzgruppe folgte 2011 die Berufung zum Bereichsleiter für Firmenkunden und 2012 die Ernennung zum Direktor des Vorstandsstabes und für Personal und Vertriebsmanagement.

Klausmann lernte seine Frau Theresia in Vöhrenbach kennen. Das Paar hat heute eine zweieinhalbjährige Tochter und einen vier Monate alten Sohn. Über seinen Vorgänger Wolfgang Wurbs sagt Klausmann respektvoll, er habe das seinerzeit eigenständige Haus in Donaueschingen in unruhigen Zeiten gelenkt.

Dabei war Wurbs nach dem Abgang des Vorstandsvorsitzenden vorübergehend alleiniger Chef bis zur Neubesetzung der Stelle des Donaueschinger Vorstandsvorsitzenden. Zum 1. Januar 2005 fusionierte die Sparkasse Donaueschingen mit Villingen-Schwenningen, die Sparkasse Schwarzwald-Baar war entstanden.

Vor 20 Jahren kam Wolfgang Wurbs in die Region, nun ist der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Schwarzwald-Baar in den Ruhestand gegangen.
Vor 20 Jahren kam Wolfgang Wurbs in die Region, nun ist der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Schwarzwald-Baar in den Ruhestand gegangen. | Bild: Trippl, Norbert

Wurbs ist mit einer Villingerin verheiratet. Das Paar lernte sich auf der Sparkassenakademie kennen. Mit einem Schmunzeln umreißt der Vater zweier erwachsener Kinder das heute so: „Ich war der Dozent, meine Frau war Kursteilnehmerin.“

Über die Sparkasse Pforzheim kam Wurbs im April 1998 in die Region. Bis 2004 wirkte er als Vorstandsmitglied in Donaueschingen. Mit der Fusion wurde Wurbs stellvertretendes Vorstandsmitglied der neuen Sparkasse Schwarzwald-Baar. Er leitete mit seiner Erfahrung zunächst den Marktbereich Donaueschingen.

Im Juni 2006 wechselte er ins Oberzentrum auf die Position des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. „Ich bin auf Harmonie bedacht“, sagt er über sich, wichtig sei ihm das „Handeln wie ein guter Kaufmann“ und eine „mitarbeiterorientierte Führung“ gewesen.

"Ein überzeugter Villinger"

Wurbs muss schmunzeln, wenn er ein fränkisches R rollt und gleichzeitig im Burstton der Überzeugung sagt: „Ich bin heute schon ein überzeugter Villinger.“ Fastnacht, das Einkaufen auf dem Wochenmarkt früh am Samstag und den „hohen Freizeitwert allgemein hier“ schätze er sehr.

Wenn nun Arendt Gruben und Florian Klausmann die Geschicke der Sparkasse Büro an Büro gemeinsam leiten, dann ist die Strategie klar: Das Geldhaus sucht die persönliche Nähe zu Kunden, glaubt vor allem bei umfangreichen Themen nicht an Roboterberatung und Telefon-Banking.

Und eines wird trotz den jungen Vorstandsmitglieds bleiben wie es immer schon war: Florian Klausmann sagt: „Ich bin ein Fan der Krawatte.“ Der Schlips markiere schon bei Auszubildenden die Konturen der Aufgabe.

In der Freizeit Fußball und Theater

Der Neue aus der Chefetage hat abseits des Kreditgewerbes große Bodenhaftung. Zum Kicken geht er einmal die Woche nach Linach, dort steht sein Elternhaus. Theater spielt er in Furtwangen und alle paar Jahre ganz groß an der Staumauer und unter freiem Himmel.

Das Beste kommt wie immer zum Schluss: Florian Klausmann hat im Verein das Ziehharmonikaspielen gelernt. Das Schifferklavier will er partout nur noch zu Hause im Familienkreis auspacken. Es sei denn, die Sparkassen-Belegschaft fordert ihn zur gemeinsamen Weihnachtsfeier mal so richtig heraus.