Um einem an Leukämie erkrankten 16-Jährigen aus dem Raum Villingen-Schwenningen zu helfen, ruft eine Privatinitiative eine Stammzellenregistrierungsaktion ins Leben. Aufgrund der Corona-Sorge müssen Teilnehmer die Typisierungsaktion allerdings selbständig zuhause durchführen. Landrat Sven Hinterseh und Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister Jürgen Roth unterstützen die Aktion als Schirmherren.

Leukämie-Diagnose verändert das Leben

Beatrix Pfundstein organisiert diese Typisierungsaktion. Sie ist eine enge Freundin der betroffenen Familie. Gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendarzt Pascal Polaczek legt sie bei einem Pressegespräch im Landratsamt die Hintergründe der Aktion dar.

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Pfundstein beschreibt Luis, der Nachname soll zur Wahrung der Privatsphäre nicht veröffentlicht werden, als „lebenslustigen Jugendlichen, der gerne Fußball spielt und sich mit Freunden trifft“. Bis vor fünf Monaten die niederschmetternde Diagnose Leukämie sein Leben und das seiner Familie völlig verändert.

Wie der behandelnde Kinder- und Jugendmediziner Pascal Polaczek erklärt, handelt es sich bei der Erkrankung von Luis „um eine äußerst seltene Form von Leukämie„. Um für eine dringend notwendige Knochenmarkstransplantation den passenden Spender zu finden, sollen deshalb möglichst viele Bürger aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis mitmachen und sich an der Registrierungsaktion beteiligen.

Corona verhindert große Aktion

Eigentlich hätte dafür Ende März eine große Registrierungsaktion stattfinden sollen. Aufgrund des Coronavirus musste diese jedoch abgesagt werden. Stattdessen können sich Bereitwillige jetzt auf der Internetseite der Deutschen Knochenmarkspenderkartei registrieren. Jeder, der registriert ist, erhält dann ein Typisierungsset nach Hause geliefert.

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„Dabei handelt es sich um ein Stäbchen, mit dem ein Abstrich aus der Mundhöhle gemacht wird. Dieses wird in einem Röhrchen verschlossen an die DKMS zurück geschickt“, erläutert Polaczek das simple Prozedere. Teilnehmen und sich registrieren können alle Personen zwischen 17 und 55 Jahren.

Oberbürgermeister Jürgen Roth und Landrat Sven Hinterseh stehen voll und ganz hinter der Aktion. „Es tut nicht weh, ist aber lebensrettend“, sagt Roth, der bereits selbst an einer solchen Typisierungsaktion teilgenommen hat. Er ermuntert dazu, dass möglichst viele Bürger aus der Stadt teilnehmen. „Das Ziel ist zunächst, einem Bürger aus Villingen-Schwenningen zu helfen.“

Eine Teilnahme kann auch anderen helfen

Es gebe aber noch viele weitere Menschen in der Region, die auf eine Stammzellenspende angewiesen sind. „Wir wollen die Bürger sensibilisieren“, so Hinterseh. Ursprünglich wollten Stadt und Kreis die Aktion mit Räumlichkeiten unterstützen.

Wie Pascal Polaczek weiter erläutert, wird mit der Registrierung noch keine Verpflichtung eingegangen, bei einem Treffer auch tatsächlich eine Stammzellenspende abzugeben. Im Übrigen sei eine Stammzellenspende keine aufwändige Sache. „In 80 Prozent reicht dafür eine Blutentnahme.“

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Dafür werde dem Spender über mehrere Tage ein Mittel verabreicht, dass die im Blut vorhandenen Stammzellen vermehrt. Die eigentliche Entnahme dauert dann einige Stunden. In etwa 20 Prozent der Fälle müssen die Stammzellen aus dem Blut aus dem Beckenkamm entnommen werden.

Wer die Stammzellenregistrierungsaktion für Luis unterstützen möchte, kann sich auf der Internetseite der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren. Voraussichtlich ab Freitag, 13. März, wird es hierzu direkt auf der Startseite einen speziellen Link geben.

Da die Zeit knapp ist, sollte die Registrierungsaktion bis Ende März abgeschlossen sein. Die Teilnahme an der Registrierung ist kostenlos. Nach der Registrierung stehen die Gewebemerkmale in der Spenderdatei für die internationale Suche nach geeigneten Stammzellenspendern zur Verfügung.