Just zur Eröffnung der Südwest Messe am Samstag wurde die Leitung für schnelles Internet auf dem Messegelände freigeschaltet. Kein reiner Zufall, sondern gesteuert auch durch den Besuch des Innenministers und Ministers für Digitalisierung, Thomas Strobl, der zur Eröffnung kam. Und gemeinsam mit Landes- und kreispolitischen Vertretern symbolisch den Startknopf drückte.

Sie drücken symbolisch den Startknopf: Von links Oberbürgermeister Jürgen Roth, Messe-Chef Jan Goschmann, Felix Stiegeler, Minister Thomas Strobl, Jochen Cabanis, Carolin Rieger, Karl Rombach, Martina Braun und Detlev Bührer.
Sie drücken symbolisch den Startknopf: Von links Oberbürgermeister Jürgen Roth, Messe-Chef Jan Goschmann, Felix Stiegeler, Minister Thomas Strobl, Jochen Cabanis, Carolin Rieger, Karl Rombach, Martina Braun und Detlev Bührer. | Bild: Sprich, Roland

Schaufenster für Tüftler und Denker

Zuvor bezeichnete Strobl die Südwest Messe als „Schaufenster für die Tüftler und Denker dieses Landes.“ Dabei hob er insbesondere die Familien- und mittelständischen Unternehmen hervor, die in den vergangenen Jahrzehnten für Stabilität, Wohlstand und Ausbildungs- und sichere Arbeitsplätze im Land gesorgt haben. Für diese Unternehmen wolle man Sorge tragen, dass die Rahmenbedingungen stimmen „und dafür, dass es nicht nur attraktiv ist, in Berlin oder Stuttgart zu wohnen. Sondern eben auch in Villingen-Schwenningen.“

Am Eröffnungstag der Südwest Messe war der Andrang groß. Nach Angaben der Messeleitung kamen allein am Samstag 9000 Besucher. Damit liegt der Eröffnungstag der Messe exakt auf dem Niveau des Vorjahres, als ebenfalls 9000 Besucher am ersten Tag erschienen.
Am Eröffnungstag der Südwest Messe war der Andrang groß. Nach Angaben der Messeleitung kamen allein am Samstag 9000 Besucher. Damit liegt der Eröffnungstag der Messe exakt auf dem Niveau des Vorjahres, als ebenfalls 9000 Besucher am ersten Tag erschienen. | Bild: Sprich, Roland

OB Roth verspricht Digitalfunk für Rettungskräfte

Zuvor sprach Oberbürgermeister Jürgen Roth das Thema Digitalisierung im Landkreis an. Neben den Feuerwehren, die bereits Digitalfunk einsetzen, werden bald auch andere Rettungsorganisationen digital funken. Roth verwies zudem auf die Anstrengungen der Doppelstadt, die Digitalisierung aktiv zu gestalten. Als Beispiele nannte er unter anderem intelligente Parkplätze und Ampelschaltungen sowie Straßenbeläge, die das Lebensgefühl in Villingen-Schwenningen erhöhen sollen.

Minister Thomas Strobl probiert am Stand der Polizei ein ungewöhnliches Gefährt aus.
Minister Thomas Strobl probiert am Stand der Polizei ein ungewöhnliches Gefährt aus. | Bild: Sprich, Roland

Strobl bleibt bei Zusage: Jeder Schwarzwaldhof bekommt Breitband

„Das schnelle Internet im Schwarzwald überall hinzubringen, ist sportlich und vor allem teuer“, so Strobl am Stand des Zweckverbands Breitbandversorgung. Dennoch dürfe man den Schwarzwald nicht vom schnellen Internet abkoppeln. Als er vor drei Jahren versprach, dass auch der letzte Schwarzwaldhof ans Internet angeschlossen werden müsse, sei er belächelt worden. An dem Vorhaben hält er fest. „Am Ende des Tages muss auf jedem Schwarzwaldhof das schnelle Internet ankommen.“ Deswegen wird das Vorantreiben vom Land finanziell gefördert.

Minister Hauk: Teuerste Küchen und billige Schund-Lebensmittel

Am Sonntag sprach der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk (CDU) beim Tag der Landwirtschaft. Der Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern müsse gestärkt werden, sagte er. Hochwertige Lebensmittel seien heutzutage für jeden demokratisch verfügbar. „Aber die Leute müssen es halt auch kaufen.“ Er kritisierte, dass „in den Haushalten die teuersten Küchen stehen, aber in den Schubladen der billigste Schund liegt.“ Er appellierte eindringlich an die Verbraucher, hochwertige Produkte zu kaufen und den Genuss von Fleisch wieder zu etwas Besonderem werden zu lassen. Und: „Verbraucher sollten den Landwirten wieder mehr Wertschätzung entgegenbringen.“

Minister Peter Hauk appelliert beim Tag der Landwirtschaft an die Verbraucher, Erzeugnisse aus heimischer Produktion zu kaufen-
Minister Peter Hauk appelliert beim Tag der Landwirtschaft an die Verbraucher, Erzeugnisse aus heimischer Produktion zu kaufen- | Bild: Sprich, Roland

Hauk: Elektromobilität ist keine Alternative

Außerdem ging Hauk auf den Klimawandel ein. Die Erderwärmung sei unbestritten da. Es sei aber der falsche Weg, Mobilität erschweren zu wollen. „Die Mobilität ist nicht das Problem, die Motoren sind das Problem.“ Solange es keine vertretbaren Alternativen zum Verbrennungsmotor gebe, müsse man die Motoren effizienter bauen. Elektromobilität sei aus Gründen des Ressourcenverbrauchs bei der Herstellung der Batterien keine Alternative.

Beim Tag der Landwirtschaft stellten zudem ein junger Agrarstudent und eine Junglandwirtin ein besonderes Projekt vor. Annika Ahlers und Thomas Fabry haben auf einer Reise von Flensburg bis Garmisch verschiedene landwirtschaftliche Strukturen aufgezeigt und sind mit den Verbrauchern in Kontakt getreten.