Das neue Schuljahr steckt noch in den Kinderschuhen. Und dennoch lassen die Nachrichten aus dem Bildungssektor aufhorchen. Analog zum deutschlandweiten Trend ist auch die Lage bei der Unterrichtsversorgung in der Region trotz offener Stellen merklich angespannt. Bis zum Jahr 2025 werden laut einer in diesen Tagen veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung allein in den deutschen Grundschulen mindestens 26 300 Lehrer fehlen. Auch das für den Schwarzwald-Baar-Kreis zuständige Regierungspräsidium Freiburg (RP) sucht weiterhin händeringend nach qualifizierten Lehrkräften.

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  • Anhaltend hohe Schülerzahlen: Wie das RP mitteilt, lernen in den 871 öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk Freiburg etwa 280 000 Schülerinnen und Schüler, die von rund 23 000 Lehrkräften unterrichtet werden. In diesem Schuljahr werden 19 386 Erstklässler eingeschult. Beim Übergang in die weiterführenden Schulen liege die Zahl der Anmeldungen zu Haupt- und Werkrealschulen bei 1589 für den Regierungsbezirk. Bei den Realschul-Eingangsklassen gab es 6357 Anmeldungen in diesem Jahr. An den öffentlichen Gymnasien seien in diesem Jahr 6957 Fünftklässler neu am Start. Für die Gemeinschaftsschule seien es 2019/2020 insgesamt 2455 Fünftklässler.
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  • Trotz Neueinstellungen fehlen Lehrer: Wie sieht es mit der Unterrichtsversorgung aus? Die Zahl der für Neueinstellungen an den öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk Freiburg zur Verfügung gestellten Stellen sei mit 1352 wie im Vorjahr sehr hoch. Davon entfielen 456 auf den Grundschulbereich, 304 auf die Realschulen, 128 auf die Werkrealschulen, 105 auf die Gymnasien, 41 gymnasiale Stellen auf die Gemeinschaftsschulen, 213 auf die Beruflichen Schulen und 105 auf den sonderpädagogischen Bereich. Etwa 300 Stellen konnten aufgrund der angespannten Bewerberlage bisher nicht besetzt werden. Davon betroffen seien insbesondere die Grundschulen und die Realschulen, so das RP weiter.
  • Befristete Verträge und Pensionäre: Um alle Stellen zu besetzen, seien bereits etwa 530 befristete Verträge abgeschlossen worden. Außerdem konnten Pensionäre für Lehraufträge gewonnen werden. Darüber hinaus sei laut Regierungspräsidium eine große Zahl an Teilzeitanträgen zur Erhöhung des Lehrauftrags genehmigt worden.
  • Bewerbermangel im ländlichen Raum: Entlang der Oberrheinschiene sei es gelungen, alle Stellen zu besetzen. Wegen des Bewerbermangels sowohl im Grundschulbereich als auch im Bereich der Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen (Sek1) gebe es Engpässe vor allem im ländlichen Raum in den Kreisen Rottweil, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen, und Waldshut-Tiengen. Schwierigkeiten seien zudem absehbar bei der Gewinnung von Vertretungslehrkräften. Die Schulverwaltung tue weiterhin alles, um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten. Die größte Herausforderung bestehe darin, geeignete Bewerber zu gewinnen.
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  • An Grundschulen statt Gymnasien: Wegen der hohen Zahl von gymnasialen Bewerbern in einigen Fächern werde diesem Personenkreis alternativ zu Gymnasialstellen eine Einstellung an Grundschulen, Werkrealschulen, Realschulen oder als Lehrkraft in der Sekundarstufe 1 an Gemeinschaftsschulen angeboten. Im Regierungsbezirk Freiburg hätten davon bislang im Grundschulbereich 20 Personen, im Werkrealschulbereich acht, im Realschulbereich 20 und im Gemeinschaftsschulbereich fünf Personen Gebrauch gemacht, heißt es aus dem RP.
  • 90 Stellen fehlen im Bezirk: Das Regierungspräsidium konnte auf Anfrage keine detaillierten Zahlen zu den fehlenden Lehrstellen an den Schulen im Schwarzwald-Baar-Kreis liefern, wohl aber eine Übersicht zum betreffenden Bezirk des Schulamtes Donaueschingen. Demnach bleiben in Summe 90 Stellen unbesetzt. 176 Stellen konnten neu besetzt werden. 134 Lehrkräfte haben einen auf ein Jahr befristeten Vertrag bekommen. 112 Lehrkräfte werden als sogenannte Nichterfüller angestellt. Das heißt, dass diese Lehrer zwar eine Lehramtsausbildung, jedoch kein Referendariat haben, jedoch aufgrund ihres Studiums die fachlichen Voraussetzungen zum Unterrichten in mindestens zwei Fächern haben. Und schließlich kehren zehn Pensionäre aus dem Ruhestand zurück an die Schulen, um zu unterrichten.