Seit Monaten schon will die Region unter einem neuen Marketing-Begriff auf sich aufmerksam machen. „Dreiklang“ lautet das neue Schlagwort, das einmal den Schwarzwald-Baar-Kreis plus die Heuberg-Region mit den vielen Maschinenbau-Firmen zusammenfassen will.

Eine Kampagne will die richtigen Töne finden

Das Konzept wurde bereits im Oktober 2021 umgesetzt. Henriette Stanley, Geschäftsführerin Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwarzwald-Baar-Heuberg, stellte das weiterführende Konzept jetzt vor. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt noch auf der Region selbst; „ab Jahresende und im Folgenden soll die Reichweite außerhalb der Region sukzessive ausgebaut werden“, sagt Heike Frank, Sprecherin der Kreisverwaltung.

Das Schwenninger Messegelände bei der Beleuchtungsaktion vor einem halben Jahr. Bild: Hans-Jürgen Götz
Das Schwenninger Messegelände bei der Beleuchtungsaktion vor einem halben Jahr. Bild: Hans-Jürgen Götz | Bild: Hans-Juergen Goetz

Bereits vor einem halben Jahr wurden in der Dreiklang-Region und damit in den drei Landkreisen Schwarzwald-Baar, Tuttlingen und Rottweil Gebäude und Bauwerke besonders beleuchtet. In den 76 Kommunen der drei Landkreise Schwarzwald-Baar, Tuttlingen und Rottweil sorgten in den Beerenfarben akzentuierte Immobilien für ein Farbenspiel. Aber stärkt das Beeren-Programm auch den Wirtschaftsstandort?

Bärig stark mit Beeren-Nuancen

Die neue Farbgebung soll die naturnahe Ausrichtung der Wirtschaftswelt dezent anklingen lassen und die Wirtschaftsregion richtig bärig-stark erscheinen darstellen.

Die Farbtöne der Kampagne sind Rosa, Lila und Rot. Der Rest bleibt der Phantasie überlassen. Zum Beispiel so: Rosa wie die Kirsche, Lila wie die Brombeere und Rot wie die Erdbeere. Überraschend auf den ersten Blick: Die einzelnen Farben und Beeren sind nicht einzelnen Landkreisen zugeordnet. Schwarzwald-Baar ist also nicht die Erdbeere und Tuttlingen nicht die Kirsche. Die Farben sollen verbinden, wer an Tutti Frutti denkt, ist auf dem Holzweg.

Das Modehaus Zinser in Schwenningen erstrahlt in lila bei der Beleuchtungsaktion vor einem halben Jahr. Bild: Hans-Jürgen Götz
Das Modehaus Zinser in Schwenningen erstrahlt in lila bei der Beleuchtungsaktion vor einem halben Jahr. Bild: Hans-Jürgen Götz | Bild: Hans-Juergen Goetz

Der Kreistag begrüßte die neue Initiative der Wirtschaftsförderung am Montag einstimmig zu. Ziel ist es, von Neuansiedlungen bis zu Erweiterungswünschen das Tableau der Beratungs-Angebote zu kommunizieren.

Was zuletzt gescheitert ist

Handlungsbedarf besteht bei der Wirtschaftsförderung insofern, als die jüngste Vergangenheit nicht nur von Erfolgsgeschichten gepflastert ist. Herausragendes Beispiel dafür ist der Ansiedlungsanlauf des Internetriesen Amazon. Zum Jahresende platzte der Plan, die Firma bei Trossingen anzusiedeln.

Ein zweites großes Thema bei der regionalen Wirtschaftsförderung ist der Neustart des Einzelhandels nach den zwei Corona-Jahren 2020 und 2021. Herausfordernd ist weiter die Aufgabe, unterstützend bei der Anwerbung von Fachkräften in der Region zu wirken.

Villingens Theater am Ring erstrahlt bei der Beleuchtungsaktion vor einem halben Jahr. Bild: Hans-Jürgen Götz
Villingens Theater am Ring erstrahlt bei der Beleuchtungsaktion vor einem halben Jahr. Bild: Hans-Jürgen Götz | Bild: Hans-Juergen Goetz

Im digitalen Zeitalter kommt der Organisation außerdem die Aufgabe zu, niedergelassene und künftig hier vertretene Firmen mit möglichst optimalen Bedingungen zu versorgen. Das Aufgabenspektrum beginnt in diesem Fall beim Straßenbau und hört bei der Internet-Geschwindigkeit in den Gewerbegebieten lange nicht auf.

Die Tiefgründigkeit des Dreiklangs

Der aus der Welt der Musik entlehnte neue Marketing-Begriff ist zumindest für geschulte Kulturleute ein tiefes Wasser. Musizierende kennen hier mehr Details als die regionale Wirtschaftsförderung. Der verminderte und auch der übermäßige Dreiklang sind beim Tasteneinsatz etwa am Klavier fest definiert.

In der gewünschten Handlungs-Einigkeit von Schwarzwald-Baar und Heuberg geht es hingegen um zielorientiertes, harmonisches Handeln, frei von jeglichen Missklängen. Die beerigen Seiten der Region werden hochgehalten, so wie beim zauberhaften Lichtabend im Oktober 2021.

Henriette Stanley ist Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung der Region. Bild: Sabine Naiemi
Henriette Stanley ist Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung der Region. Bild: Sabine Naiemi | Bild: Naiemi, Sabine

Henriette Stanley ist Geschäftsführerin der regionalen Wirtschaftsförderung. Sie erklärte die Kampagne zum Start so: „Nahezu jede Region in Deutschland setzt sich aktuell zum Ziel, ihr Image zu stärken und Fachkräfte zu gewinnen. Hier müssen wir aktiv sein, um den Anschluss nicht zu verlieren. Der moderne Auftritt, der auf einem integrativen Strategieprozess basiert, bietet die Ausgangsbasis dazu.“

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Wer schmunzelt oder grübelt ob dieser Bemühungen, muss wissen: Groß rauskommen klappt mit fruchtigem Marketing international durchaus. Das beste Beispiel ist News York City. Die US-Metropole performt seit Jahrzehnten als „big apple“, der große Apfel. Und eine kalifornische Firma startete dereinst aus einer Garage zur Weltmarke. Apple kennt spätestens seit dem iPhone und dem iPad heute jeder.

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