Wegen des Handels mit insgesamt 18 Kilogramm Marihuana hat das Landgericht Konstanz gestern einen 52-jährigen Mann aus dem Raum Villingen-Schwenningen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Mann sitzt bereits seit mehr als einen Jahr in Untersuchungshaft und wurde nach der Urteilsverkündung wieder ins Gefängnis zurückgeschickt. Das Gericht ordnete außerdem die Einziehung von 72 000 Euro an. Dabei handelt es sich um Einnahmen aus den Drogengeschäften. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Ebenso wie der am Dienstag verurteilte 36-jährige Mann aus Schwenningen stand der 52-Jährige in geschäftlicher Beziehung zu neun angeklagten Drogendealern, die sich in fünf Wochen vor dem Landgericht verantworten müssen. In diesem Prozess wird es um den bandenmäßigen Handel mit 270 Kilogramm Marihuana, 20 Kilogramm Haschisch und zweieinhalb Kilogramm Kokain gehen. Die Drogen sollen ab Oktober 2013 aus Italien in den hiesigen Raum gebracht und gewinnbringend verkauft worden sein. Ab Mitte 2016 wurden Teilmengen an die beiden jetzt verurteilten Männer zum Verkauf in Kommission gegeben.

In dem anstehenden Prozess wird es auch um den Schmuggel von scharfen Waffen aus Italien und um einen Mordversuch in Hüfingen gehen. Ob die mutmaßlichen Bandenmitglieder in Verbindung zur italienischen Mafia stehen oder standen, soll die umfangreiche Beweisaufnahme klären. Mit einem Urteil ist nicht vor Ende Juni 2019 zu rechnen. Die beiden bereits verurteilten Drogenhändler aus dem Raum Villingen-Schwenningen waren nicht in die Strukturen der mutmaßlichen Drogenbande eingebunden. Vielmehr handelt es sich laut Gericht um Randfiguren, die ihre Geschäfte in eigener Regie abwickelten.