Schwarzwald-Baar – Mehr Spielraum für neue Wohnbebauungen und Gewerbeflächen soll es künftig für kleinere Gemeinden in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg geben. Dieses Ziel verfolgt der Regionalverband derzeit bei der Aktualisierung des Regionalplans, der wichtige rechtliche Leitplanken für die örtliche Siedlungsentwicklung setzt. Unter anderem sollen Dauchingen, Mönchweiler, Niedereschach, Schonach und Tuningen dazu als offizielle Siedlungsbereiche für Wohnen und Gewerbe ausgewiesen werden. Diese Gemeinden könnten so in Zukunft einen erhöhten Flächenbedarf ansetzen, wenn sie neue Wohn- oder Gewerbegebiete ausweisen wollen. Ferner soll Brigachtal dabei sein, aber nur als Siedlungsbereich speziell für Wohnen.

Bislang sind Gemeinden außerhalb von Siedlungsbereichen weitgehend auf die örtliche Eigenentwicklung beschränkt: So will es das Land, das wiederum die Grundlagen für die Regionalpläne vorgibt. Für die kleineren Kommunen sind die Grenzen für zusätzliche Flächen für Wohnen oder Gewerbe eng gesteckt. Dahinter steht das Ziel, eine wahllose Zersiedelung der Landschaft und übermäßigen Flächenverbrauch zu verhindern.

Eine stärkere Siedlungstätigkeit mit größeren neuen Gewerbe- und Wohngebieten ist im bisherigen Regionalplan den so genannten zentralen Orten vorbehalten; also dem Oberzentrum Villingen-Schwenningen sowie den Mittelzentren Donaueschingen, Tuttlingen, Rottweil und Schramberg, aber auch den Unterzentren wie beispielsweise Furtwangen, Blumberg und Bad Dürrheim sowie den Kleinzentren.

Diese strenge Unterscheidung will der Regionalverband künftig flexibler gestalten und die Beschränkungen für bestimmte kleinere Gemeinden lockern. Sie könnten damit auch Wanderungen, also den Zuzug von neuen Bürgern oder neuen Betrieben, zusätzlich zum örtlichen Eigenbedarf bei ihren Siedlungsflächen-Projekten einberechnen. Auf diese Weise solle die dezentralen Siedlungsstruktur der Region weiterentwickelt werden, heißt es zur Begründung in der Vorlage für die Sitzung des Planungsausschusses des Regionalverbandes am 9. März um 10 Uhr im Haus des Gastes in Königsfeld.

Die geplante Auswahl unter den kleineren Gemeinden wird mit elf Kritieren begründet, unter anderem mit der Bevölkerungs- und Beschäftigtenzahl und der Zahl der örtlichen Berufspendler, aber auch damit, wie gut der jeweilige Ort verkehrstechnisch zu erreichen ist. Dabei wurden schon 17 Kommunen herausgefiltert, die nun zusätzlich zu Siedlungsbereichen erklärt werden sollen. Einen Trost soll es aber auch für jene kleinen Gemeinden geben, die dabei nicht zum Zuge kommen dürften: Ihre vorhandenen Spielräume – etwa bei örtlichen Besonderheiten- sollen trotz der begrenzten Entwicklungsmöglichkeiten im Regionalplan deutlicher hervorgehoben werden.