Er sehe keine günstige Sozialprognose, wandte sich Christian Bäumler, Richter am Villinger Amtsgericht, in seiner Urteilsbegründung direkt an den Angeklagten: einen 51-jährigen, gelernten Bäcker aus einer Villinger Umlandgemeinde. Das Urteil des Gerichts lautete: Eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, die der Richter nicht zur Bewährung aussetzte. Mit diesem Urteil blieb der Richter über der Forderung des Staatsanwaltes, der zwar 15 Monate Gefängnis gefordert, aber eine Bewährungsstrafe für möglich gehalten hatte.

Angeklagter betrügt Autokäufer

Der gelernte Bäcker hatte sich des Betrugs schuldig gemacht. Von einem Autokäufer hatte er eine Anzahlung von 5000 Euro für die Überlassung eines SUV kassiert, ohne je die Absicht gehabt zu haben, das Fahrzeug zu übergeben. Selbst wenn er gewollt hätte, es wäre nicht möglich gewesen, da der Angeklagte solch ein Fahrzeug gar nicht besaß. Es folgte ein weiterer Betrug, bei dem der Beschuldigte eine Anzahlung von 36 000 Euro erhalten hatte – für ein Autogeschäft mit Fahrzeugen aus den USA. Außerdem hatte der Betrüger ein Autohaus einer Villinger Umlandgemeinde um eine Reparaturrechnung von 900 Euro geprellt. Gleich zu Beginn der Verhandlung war über einen Antrag der Verteidigung entschieden worden, die den Angeklagten aufgrund gesundheitlicher Probleme und der Einnahme starker Schmerzmittel für verhandlungsunfähig erklären wollte.

Angeklagter gesteht alle Taten

Ein Gutachter bescheinigte dem Gericht nach einem Diagnosegespräch mit dem Angeklagten, dass dieser der Verhandlung, sofern diese nicht länger als zwei Stunden dauere, folgen könne. Da der Angeklagte zuvor alle Taten gestanden hatte, konnte auf die Aussagen der sechs geladenen Zeugen verzichtet werden. Strafverschärfend wirkte sich das umfangreiche Vorstrafenregister aus. Die vom Verteidiger ins Feld geführte Gutgläubigkeit des Angeklagten: „Er hat gedacht, er könne ein gutes Geschäft machen“, erkannte das Gericht nicht an.