Schramberg – Im Schramberger Stadtmuseum blickt das Team schon in die Zukunft: Dort sitzt Dorothee Eisenlohr schon auf dem Chefsessel am Schreibtisch im Rathaus. Allerdings nur als Playmobilfigürle. Die Szene findet sich in einem Diorama, einem in die Tiefe gebautem Schaubild mit Hintergrund, das sich Museumsmitarbeiterin Annette Hehr und Museumsgestalter Arkas Förstner ausgedacht haben. Sie bereiten seit gut einem Jahr die Ausstellung „Made in Schramberg„ im Museum vor.

OB Dorothee Eisenlohr als Playmobil im Diorama-Rathaus mit einem Schreibgerät aus Tennenbronn.
OB Dorothee Eisenlohr als Playmobil im Diorama-Rathaus mit einem Schreibgerät aus Tennenbronn. | Bild: Martin Himmelheber

Die Ausstellung stehe einerseits im Zusammenhang mit der Neukonzeption des Schramberger Museums, so Museumsleiter Carsten Kohlmann. Sie sei aber auch „ein Baustein des Stadtumbaus 2030+“ und ein verspätetes Geschenk zum Stadtjubiläum vor zwei Jahren. Damals war eine Ausstellung unter Beteiligung der Schramberger Betriebe geplant, aber nicht zustande gekommen.

„Kommunale Museen tun sich schwer mit der Darstellung der Gegenwart oder gar der Zukunft“, hat Kohlmann beobachtet. Insofern sei die neue Dauer-Wechselausstellung etwas Besonderes. Annette Hehr ergänzt, dass einerseits Informationstafeln zur Wirtschaftsgeschichte und Entwicklung dauerhaft gezeigt werden sollen, andererseits die Ausstellungsobjekte je nach Entwicklung in den Unternehmen ausgetauscht werden können.

Federn und Platinen von Kern-Liebers.
Federn und Platinen von Kern-Liebers. | Bild: Martin Himmelheber

Auf zehn großen Bildtafeln an den Wänden und auf zwei Bildschirmen möchten die Museumsleute die industrielle Entwicklung Schrambergs darstellen. Dabei geht es um die Industriegebiete auf der Höhe, die Industriebrachen im Tal, aber auch um die Beziehungen Unternehmer und Arbeitnehmer, China als Zukunftsmarkt oder die Industrie 4.0.

Innenarchitekt Arkas Förstner hat den Raum im ersten Obergeschoss des Schramberger Schlosses wieder geöffnet: „Wir wollen das Schloss wieder sichtbar machen und Tageslicht reinkommen lassen.“ Der Raum ist ganz in weiß gehalten, „damit die Produkte schön zur Geltung kommen“.

Noch fehlen die Bildtafeln an der Wand und einige der Produkte der Schramberger Firmen.
Noch fehlen die Bildtafeln an der Wand und einige der Produkte der Schramberger Firmen. | Bild: Martin Himmelheber

Auf Kuben platzieren die Ausstellungsmacher Beispiele aus der Produktpalette von 14 großen und kleinen Schramberger Betrieben. Das Problem: Fast alle diese Produkte stecken in anderen Waren drin, sind für den Verbraucher meist gar nicht zu sehen. Die Ausstellung zeigt deshalb in den Dioramen die Endprodukte und erläutert, wo sie drin stecken. Ein Gabelstapler transportiert einen dicken Holzbalken – zusammengeschraubt mit Heco-Schrauben. In einem Operationssaal schiebt der Chirurg einem Patienten einen Herzkatheder ein – die Feder stammt von Carl Haas. Und Playmobil-OB Eisenlohr? „Sie unterschreibt natürlich die Verträge mit einem Schneider-Stift aus Tennenbronn„, erläutert Hehr.