Bei einem kleinen Empfang hat Oberbürgermeister Thomas Herzog die erste Herrenmannschaft des Tischtennisclubs Sulgen geehrt. Die Mannschaft war in der Bezirksklasse souverän Meister geworden und in die Landesklasse aufgestiegen. Einen großen Anteil daran hat ein junger Mann aus Nigeria: Azeez Ayoola Rasheed.

Beim Empfang betonte Oberbürgermeister Thomas Herzog, es freue ihn, "mal Sportler einer ganz anderen Sportart als Ringen, Fußball oder Handball ehren zu dürfen". Er habe großen Respekt vor der Mannschaft, die von 18 Spielen 15 gewonnen, zwei Mal Unentschieden gespielt und nur eine Niederlage erlitten habe. "Eine tolle sportliche Leistung." Der Vize-Vorsitzende des Stadtverbands für Sport, Emil Rode, versicherte, er wisse aus eigener Sportlererfahrung, wie das beim Aufstieg sei: "Der ist meist leichter als dann das Oben bleiben." Der TTC-Vorsitzende Dirk Nyitrai freute sich über den vierten Aufstieg in der Vereinsgeschichte. Beim letzten Mal seien die starken Gegner in der Landesklasse oft demotivierend gewesen, aber dieses Mal sei die Mannschaft "heiß". Sie trainiere drei Mal pro Woche. "Ich glaube, wir werden den Klassenerhalt schaffen."

Während des Empfangs stand die Nummer 1 der Sulgener Tischtennisspieler still dabei: Azeez Ayoola Rasheed. Ganz besonders auf ihm ruhen die Hoffnungen für den Klassenerhalt. Der ehemalige Juniorennationalspieler aus Nigeria war vor sieben Jahren nach Italien geflohen und vor etwa zwei Jahren in Schramberg gelandet.

Derzeit besucht er einen Integrationskurs, um Deutsch zu lernen. Seit einem Jahr arbeitet Rasheed bei der Firma Okontec. Dort ist er in der Montage und Kontrolle eingesetzt.

Mit seinen "superschnellen Bällen" hat Rasheed schon im September 2016 den Vereinspokal gewonnen, ein halbes Jahr später war er Kreismeister. Dass die Sulgener an diesen Spitzenspieler gekommen sind, verdanken sie dem Internet: "Als ich nach Schramberg kam, habe ich auf Google den nächsten Tischtennisclub gesucht", erzählt Rasheed, "und das war der TTC."